Themendossier "Gesundheits- und Pflegeberufe"
30.04.2026
Berufe im Gesundheitswesen und in der Pflege haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Gründe hierfür sind unter anderem der demografische Wandel und eine wachsende Komplexität in der Koordination der unterschiedlichen Versorgungsbereiche. Gleichzeitig sind Fachkräfteengpässe in dem Bereich absehbar. Die aus dem BWP-Archiv zusammengestellten Dokumente gehen bis in das Jahr 1978 zurück und befassen sich mit Tätigkeits- und Entwicklungsperspektiven, Qualifizierungsmöglichkeiten sowie der Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt. Ergänzend zu den Beiträgen finden sich neben den Ausgaben auch die Berufe-Steckbriefe zu Gesundheits- und Pflegeberufen.
Beiträge
Warum sich Pflegeeinrichtungen gegen die Ausbildung entscheiden
Normann Müller, Anne Caspers
2/2025
Die Berichte zum künftigen Fachkräftebedarf in der Pflege überschlagen sich. Neben der Anwerbung von Pflegefachpersonen aus dem Ausland ist die inländische Ausbildung der Grundstein, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Es bilden aber längst nicht alle Betriebe Pflegefachfrauen und -männer aus. Der Beitrag stellt dar, welche Gründe Pflegeeinrichtungen für ihre Ausbildungsabstinenz nennen und was aus ihrer Sicht dennoch für die Ausbildung von Pflegefachfrauen und -männern spricht. Außerdem werden die Einstellungen von nicht ausbildenden und ausbildenden Einrichtungen bezüglich der generalistischen Pflegeausbildung verglichen.
Pflegefachassistenz – bald ein neuer bundeseinheitlicher Ausbildungsberuf
Anke Jürgensen
1/2025
Mit dem im September 2024 von der Bundesregierung vorgelegten Kabinettsbeschluss zur Einführung des Pflegefachassistenzgesetzes sollen die bislang landesrechtlich geregelten Berufe in der Pflegehilfe und -assistenz nun bundesrechtlich vereinheitlicht werden. Der Beitrag beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Pflegefachassistenzgesetzes, seine wesentlichen Eckpunkte und die mit der Umsetzung verbundenen Herausforderungen.
Teilzeitausbildung in der Pflege – Zielgruppen und Organisationsfragen
Janika Grunau, Lena Sachse, Lea Bartsch
1/2023
Angesichts des Fachkräftebedarfs in der Pflege ist mit der Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann in Teilzeit die Hoffnung verbunden, weitere Zielgruppen für die Ausbildung zu gewinnen. Es fehlen jedoch systematische Erkenntnisse zur Zielgruppe, zur Angebotsstruktur und zur Organisation. Das Projekt „Teilzeit in der Pflegeausbildung“ (TiPa) widmet sich dem Thema anhand eines methodenintegrativen Forschungszugangs. Dazu wurden neben systematischen Literatur- und Dokumentenrecherchen bundesweit Schulen, Praxiseinrichtungen und Auszubildende befragt. Die im Beitrag vorgestellten Projektergebnisse informieren über die Zielgruppen des Teilzeitangebots, benennen praktizierte Teilzeitmodelle und erörtern Rahmenbedingungen der Umsetzung.
Vielfalt ist normal – Wege zur betrieblichen Integrationskompetenz in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
Ute Galonski, Wolfram Gießler, Sylvia Wemhöner
1/2022
Mit dem ESF-Projekt WELCOME wird seit 2019 ein systematisches Vorgehen zur betrieblichen Integrationskompetenz entwickelt und erprobt. Dabei zeigt sich, dass eine vielfaltsbewusste Personalentwicklung eine entscheidende Rolle spielt. Der Beitrag stellt das Projekt sowie erste Erfahrungen und Erkenntnisse vor.
Männer in Care-Berufen: Fürsorgliche Männlichkeiten in Sicht?
Barbara Scholand, Marc Thielen
4/2021
Die Berufswahl junger Menschen variiert noch immer stark nach Geschlecht. Das bildungspolitische Ziel einer "klischeefreien Berufswahl" und die Gewinnung von Männern wird häufig als eine Lösung mit Blick auf den gestiegenen Fachkräftebedarf in Care-Berufen gesehen. Doch was motiviert junge Männer, eine Ausbildung in mehrheitlich von Frauen angesteuerten Care-Berufen aufzunehmen und welche Bedeutung messen sie geschlechtsbezogenen Zuschreibungen bei? Der Beitrag beleuchtet anhand von Interviews mit Auszubildenden in drei unterschiedlichen Care-Berufen, welche beruflichen Perspektiven sie verfolgen und auf welche Weise sie Aspekte von Geschlecht und Männlichkeit verhandeln. Konstruieren sie womöglich veränderte Konzepte von Männlichkeit?
Aufbereitung von Medizinprodukten – Bedarf für einen neuen Ausbildungsberuf?
Tina-Maria Schieder, Thomas Borowiec
3/2021
In einem Forschungsvorhaben untersuchte das BIBB, ob die Voraussetzungen für einen neu zu schaffenden dualen Ausbildungsberuf im Bereich der Medizinprodukteaufbereitung gegeben sind. Dabei wurden u.a. die betrieblichen Strukturen, Tätigkeitsschwerpunkte und Qualifikationsbedarfe für Beschäftigte in der Medizinprodukteaufbereitung näher untersucht. Der Beitrag beschreibt Ergebnisse und erläutert, warum ein neuer dualer Ausbildungsberuf empfohlen wird.
Arbeitsmarktintegration ausländischer Fachkräfte in Kanada und Deutschland
Silvia Annen
2/2019
Der Beitrag geht der Frage nach, inwieweit Migrantinnen und Migranten in Kanada und in Deutschland ihre im Ausland erworbenen Qualifikationen und Berufserfahrungen auf dem inländischen Arbeitsmarkt nutzen können. Grundlage hierfür bilden in beiden Ländern durchgeführte Fallstudien im Gesundheitsbereich. Verbunden ist damit die Frage, wie sich der Anerkennungsprozess sowie die Bedeutung von Qualifikationen und Berufserfahrungen in beiden Ländern unterscheiden und wodurch sie bedingt sind. Die Ergebnisse liefern Hinweise, ob und wie die Integration ausländischer Fachkräfte in beiden Ländern verbessert werden kann.
Weiterentwicklung von Kooperationen im Zeichen der Digitalisierung - Die Akademie für Hörakustik im Zentrum eines bundesweiten Netzes
Andreas Blöß
2/2018
Die Hörakustik ist ein Paradebeispiel für gelingende Kooperation in der handwerklichen Aus- und Weiterbildung: Die Verknüpfung von Berufsbildung und akademischer Bildung ermöglicht konzeptionelle Weiterentwicklungen und den Ausbau fachlicher Kompetenzen. Der Beitrag zeigt anhand von Praxisbeispielen auf, wie bestehende Kooperationen im Zuge der Digitalisierung lokal intensiviert wurden und welche Perspektiven sich für einen internationalen Austausch bieten.
Ausbildung in der Pflege – Strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklungen durch das Pflegeberufereformgesetz
Maria Zöller
5/2017
Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe werden die bislang drei beruflichen Pflegeausbildungen in einem Pflegeberufegesetz zusammengeführt. Zugleich wird dort auch die hochschulische Pflegeausbildung rechtlich verankert. Was ist neu? Wann startet die neue Pflegeausbildung und welche Aufgaben nimmt das BIBB in diesem Kontext wahr? Der Beitrag informiert über den aktuellen Sachstand und die wichtigsten strukturellen und inhaltlichen Änderungen.
Technologiegestütztes Lernen in der Pflegeausbildung – Impulse durch europäische Projekte
Torsten Dunkel
2/2017
Aus- und Weiterbildung in den Pflegeberufen haben in den letzten Jahren aufgrund eines anhaltend hohen Fachkräftebedarfs weiter an Bedeutung gewonnen. Durch Veränderungen in der Gesundheitsversorgung werden Anpassungen im Qualifikationsprofil erforderlich. Der Beitrag zeigt anhand von zwei europäischen Projekten auf, welche Potenziale in technologiegestützten Lerntools liegen, um den zukünftigen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können.
Das Pflege- und Gesundheitspersonal wird knapper
Caroline Neuber-Pohl
1/2017
Infolge der demografischen Entwicklung in Deutschland wird mit einem steigenden Bedarf an Pflege- und Gesundheitsleistungen gerechnet. Für die Fachkräftesicherung in diesem Bereich ist dies mit großen Herausforderungen verbunden. Die BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen zeigen auf, wie sich Angebot und Bedarf in diesen Berufen langfristig entwickeln könnten.
Rekrutierung internationaler Krankenpflegekräfte – berufliche Anerkennung oder Ausbildung in Deutschland
Hendrik Biebeler, Markus Körbel, Sarah Pierenkemper
3/2016
Der Beitrag stellt zwei Wege zur Rekrutierung internationaler Krankenpflegekräfte für den deutschen Arbeitsmarkt gegenüber: die berufliche Anerkennung in Verbindung mit einer Qualifizierungsmaßnahme und die erneute Ausbildung in Deutschland. Die Analyse auf der Grundlage von Experteninterviews ergibt, dass die individuelle Vorerfahrung, der Kulturkreis des Herkunftslands sowie die Persönlichkeit der ausländischen Fachkraft dafür entscheidend sind, ob der schnellere Weg der Anerkennung zu empfehlen ist oder der vergleichsweise sicherere Weg der erneuten Ausbildung in Deutschland.
Kein Aufstieg trotz Fort- und Weiterbildung
Wilma Pahl
6/2014
Der Ausbildungsberuf Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r (ZFA) bietet wenige Aufstiegsmöglichkeiten. Zwei verbreitete Wege des Aufstiegs liegen in den Tätigkeitsfeldern Prophylaxe und Verwaltung. Eine nennenswerte Einkommenssteigerung sowie ein erweitertes Aufgabenspektrum sind darüber aber nicht zu erreichen, da insbesondere das Zahnheilkundegesetz und berufspolitische Rahmenbedingungen stark reglementierend wirken. Mit dem Bachelor of Science in Dentalhygiene und Präventionsmanagement werden erste Akademisierungstendenzen im Berufsfeld deutlich. Vor diesem Hintergrund werden im Beitrag Entwicklungsmöglichkeiten der ZFA nachgezeichnet und kritisch beleuchtet.
Berufsbezogene Deutschkurse für Pflegekräfte - Sprachförderung im Rahmen des ESF-BAMF-Programms
Anna Lüffe, Jens Reimann
2/2012
In der Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft gibt es kaum mehr Tätigkeiten, bei denen Sprachkenntnisse keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Berufssprachliche und arbeitsplatzbezogene Deutschkenntnisse spielen daher eine zentrale Rolle bei der Integration und Beschäftigungssicherung von Menschen mit Migrationshintergrund. Im Beitrag werden Zielsetzung, Rahmenbedingungen und Inhalte des ESF-geförderten Programms "Berufsbezogene Förderung Deutsch als Zweitsprache" des BAMF am Beispiel der Zielgruppe Pflegekräfte beschrieben. Ziel der Kurse ist es, durch eine Verbindung von sprachlicher und fachlicher Qualifizierung zugewanderte Fachkräfte für die Anforderungen im Beruf fit zu machen.
Kooperation von beruflicher und hochschulischer Bildung
Mathias Bonse-Rohmann, Heiko Burchert, Thomas
5/2007
Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der beruflichen Bildung bedarf es u. a. einer verstärkten Kooperation zwischen dem berufsbildenden und hochschulischen Bereich. Als Beispiel einer solchen - nicht selbstverständlichen - Kooperation wird das Projekt "ANKOM Gesundheitsberufe nach BBiG" mit seinen Kooperationsstrukturen und den Ergebnissen der bisherigen Projektarbeit vorgestellt. Ziel des Projektes ist es dabei, ein Verfahren zur Anrechnung der in der Aufstiegsfortbildung "Betriebwirtin/-wirt für Management im Gesundheitswesen" erworbenen Kompetenzen auf den Bachelor-Studiengang 'Pflege und Gesundheit' der Fachhochschule Bielefeld zu entwickeln. Auf diesem Wege soll beispielhaft die Möglichkeit zur Anrechnung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf die hochschulische Bildung dargestellt werden.
Betriebswirt/-in für Management im Gesundheitswesen. Karrierechance für Arzt-, Tierarzthelferinnen und Zahnmedizinische
Gisela Mettin
4/2005
Auf Initiative des BIBB wurde erstmals für die drei dualen ärztlichen Helferinnenberufe ein gemeinsames am Arbeitsmarkt orientiertes modulares berufliches Weiterbildungskonzept im Bereich des mittleren Managements im Gesundheitswesen entwickelt und in Kammerregelungen – gemäß § 54 BBiG – umgesetzt. Mit dem neuen Weiterbildungskonzept verbessern sich die vertikalen und horizontalen Auf- und Durchstiegsmöglichkeiten für diese Berufsgruppe, die sich überwiegend aus Frauen rekrutiert, innerhalb des Berufsfeldes entscheidend. Damit steigen ihre Beschäftigungs- und Karrierechancen im Gesundheits-, Sozial- und im Veterinärwesen. Darüber hinaus plant das BIBB, die in der Weiterbildung erworbenen Qualifikationen durch (hochschulkompatible) Leistungspunkte zu bewerten und auf weiterführende hochschulische Bildungsangebote anrechenbar zu machen.
Interkulturelle Kompetenzen von Arzthelferinnen mit Migrationshintergrund
Anke Settelmeyer, Gerburg Benneker, Ralf Dorau, Karola Hörsch
4/2005
Erste Ergebnisse eines BIBB-Forschungsprojekts zu interkulturellen Kompetenzen junger Fachkräfte mit Migrationshintergrund zeigen, dass Arzthelferinnen interkulturelle Kompetenzen in ihrem Berufsalltag einsetzen zum Nutzen von Ärzten und Patienten, dies aber hohe Anforderungen an die Arzthelferinnen stellt. Befragt wurden Arzthelferinnen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund und deren Arbeitgeber. Ziel der Studie ist, interkulturelle Kompetenzen dieser Zielgruppe zu erfassen und darüber hinaus zu ermitteln, ob in Betrieben diese Kompetenzen wahrgenommen werden und welchen Stellenwert sie innehaben. Der Beitrag stellt erste Untersuchungsergebnisse vor.
Weiterbildung zur Praxismanagerin – berufliche Aufstiegs- und Karrierechance für Arzthelferinnen
Gisela Mettin
3/2002
Um Arzt- und Arztfachhelferinnen den Aufstieg in eine leitende Funktion, insbesondere im Bereich des mittleren Managements größerer Organisationseinheiten der ambulanten gesundheitlichen Versorgung, zu ermöglichen, wird ihnen von der Ärztekammer Schleswig-Holstein eine Weiterbildung gemäß § 46 Abs. 1 BBiG zur Praxismanagerin angeboten. Praktisch erprobt wird diese neue Qualifizierungsmaßnahme erstmals in der Berufsbildungsstätte für Arzthelferinnen der Ärztekammer mit insgesamt ca. 50 Teilnehmerinnen (zwei Durchgänge), evaluiert wird sie unter Beteiligung des BIBB. Der Beitrag stellt den konzeptionellen Ansatz des Modellversuchs vor.
Personenbezogene Dienstleistungen im Wandel: Neue Unternehmens- und Wirtschaftsformen – neue berufliche Anforderungen – neue Berufe
Barbara Meifort
1/2002
Der sozialstrukturelle Wandel, die Alterung und Individualisierung der Gesellschaft lassen den Bedarf an sozialen und personenbezogenen Diensten weiter wachsen. Der Strukturwandel im Gesundheits- und Sozialwesen führt zur Herausbildung neuer Ausbildungs- und/oder Weiterbildungsberufsprofile. Es gibt sprunghafte Zuwächse an neuen Weiterbildungsberufen in den traditionellen Kernsektoren des Gesundheits- und Sozialwesens. Hier liefert die Beobachtung des Fort- und Weiterbildungsmarktes für die Aufgaben der Früherkennung präzise Informationen über den qualifikatorischen Zustand bestehender Berufe und den berufsbildungspolitischen Handlungsbedarf.
Aus- und Weiterbildung im OP-Bereich
Horst Kramer
5/2000
Das Gesundheitssystem wird gegenwärtig durch technische und finanzielle Rahmenbedingungen stark beeinflusst. Neue Technologien dringen in sämtliche medizinische Bereiche vor. Vor diesem Hintergrund entstehen auch neue Qualifikationserfordernisse des mittleren medizinischen Personals in Krankenhäusern. Der Beitrag betrachtet die für den Bereich Operationstechnische Assistenten (OTA) neuen Qualifikationserfordernisse, die Aus- und Weiterbildungssituation sowie Karrierechancen.
OTA – ein neues Berufsbild etabliert sich im Gesundheitswesen
Simone Grunow, Jürgen Jochem, Ingrid Schöfer
5/2000
In Deutschland arbeiten 301.888 Pflegekräfte im Operationsdienst, davon haben 20.300 keine Fachweiterbildung. Das neue Berufsbild OTA, das sich schon in einigen Operationsabteilungen etabliert hat, sowie seine zahlreichen Kritiker veranlassten die Autoren, das Thema empirisch zu untersuchen. Herauszufinden war, wie das tatsächliche Stimmungsbild gegenüber dem Berufsbild OTA in den Operationsabteilungen und besonders auf der Ebene des Pflegemanagements ist. Der Beitrag stellt Ergebnisse dar zur Entwicklung des Berufsbildes in Deutschland, zu den Einsatzmöglichkeiten sowie der Einstellung zum Berufsbild. Als Fazit halten die Autoren fest, dass die OTA-Ausbildung einen festen Platz unter dem Dach der Krankenpflege einnehmen sollte. Wünschenswert wäre eine konzeptionelle Eingliederung in die bestehende Krankenpflegeausbildung.
Taugt Weiterbildung zur beruflichen Entwicklungsplanung? – Berufswege im Berufsfeld Gesundheit und Soziales
Wolfgang Becker
5/2000
Eine Studie hat die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten durch Fort- und Weiterbildung in ausgewählten Berufsbereichen des Gesundheits- und Sozialwesens erfasst und die Arbeitsmarktrelevanz der wichtigsten Fort- und Weiterbildungsqualifikationen geprüft. Die Analyse zeigt, dass die Struktur des Fort- und Weiterbildungssystems grundsätzlich in hohem Maße durch Intransparenz gekennzeichnet ist. Vor dem Hintergrund der länderspezifischen Qualifizierungsregelungen hat sich eine äußerst problematische Qualifizierungsvielfalt entwickelt. Der Verfasser plädiert in Anbetracht dieser Situation für Bundesregelungen in der beruflichen Weiterbildung, die den Zugang, die Qualitätssicherung, die Zertifizierung sowie die Finanzierung der Weiterbildung betreffen, als einen ersten und wichtigen Schritt.
Arzthelferinnen in der Ausbildung – Erfahrungen und Einschätzungen
Ursula Hecker
2/1999
Der Beitrag gibt einen Überblick über charakteristische Lern- und Arbeitserfahrungen von angehenden Arzthelferinnen mit dem Ziel, Hinweise und Anregungen für die Ausbildungspraxis und die Verbesserung der Rahmenbedingungen zu erhalten. Untersucht wurde, wie sich die betrieblichen Ausbildungsbedingungen unter den veränderten Qualifikationsanforderungen darstellen. Grundlage der Ausführungen sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Auszubildenden aus 15 zahlenmäßig bedeutenden Ausbildungsberufen, darunter Arzthelferinnen. Die Ausführungen beziehen sich auf die Integration der Auszubildenden in den Arbeitsprozess, betriebliche Unterweisungsformen, die Gestaltung der Ausbildung und das soziale Klima, die Anforderungen der Betriebe an die Auszubildenden und die beruflichen Pläne der Arzthelferinnen im Anschluss an die Ausbildung.
Altenpflege – eine Arbeit wie jede andere? Ein Beruf fürs Leben?
Wolfgang Becker
5/1998
Die Betreuung und Pflege alter Menschen entwickelt sich zu einem bedeutenden Arbeitsfeld im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens. Insbesondere die Altenpflege ist jedoch davon betroffen, dass ein großer Teil des ausgebildeten Fachpersonals den Beruf wieder verlässt. Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung zu Berufseinmündung und Berufsverbleib in der Altenpflege vor, die vom BIBB zwischen 1992 bis 1997 durchgeführt wurde. Absolventen von Altenpflegeschulen wurden nach ihren Berufswahlmotiven, ihrer Zufriedenheit mit der Ausbildung sowie nach ersten Erfahrungen in der Berufspraxis und ihren weiteren beruflichen Plänen befragt. Ausbildungsqualität, Professionalität beruflicher Bildung und die Dauer des Berufsverbleibs müssen danach in unmittelbarem Zusammenhang gesehen werden. Eine alarmierende Berufsflucht quittiert die aus der Balance geratene Verbindung zwischen beruflicher Bildung und Arbeitswirklichkeit.
Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung
Barbara Meifort
3/1990
Dem demografisch bedingten Anstieg an Betreuungsbedarf für ältere Pflegebedürftige steht ein unzureichendes Versorgungsangebot in der stationären und ambulanten Altenhilfe sowie im Angebot für ältere Behinderte gegenüber. Diese Situation wird sich in der nächsten Zeit noch verschärfen, wenn in allen Wirtschaftsbereichen der Mangel an Nachwuchskräften deutlicher wird. Das heißt: Es wird mehr Pflegepersonal benötigt. Dabei stellt sich aber auch die Frage, welche Art von Pflegepersonal benötigt wird: Welche Berufe mit welchem Qualifizierungsumfang? Denn gegenüber der Versorgungsstruktur, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Aufbau der ambulanten Dienste grundlegend verändert hat, ist die Qualifikationsstruktur weitgehend unverändert geblieben. Der Beitrag richtet ein besonderes Augenmerk auf die Versorgungslücke im Bereich der Hauspflege. Zur Gewinnung des dringend benötigten Pflegepersonals wird eine flexible Qualifizierungsstrategie vorgeschlagen in Form eines teilnehmerorientierten Baukastenkonzepts, bei dem sich Einzelbestandteile je nach Teilnehmervoraussetzung zu Aus-, Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten kombinieren lassen.
Ambulante Gesundheitsdienste stellen veränderte berufliche Anforderungen an die Gesundheitsberufe
Barbara Meifort
4/1985
Ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste haben in den letzten Jahren in der Gesundheitspolitik aller Bundesländer einen zentralen Stellenwert erhalten. Demgegenüber findet die Ausbildung für die meisten Gesundheitsberufe noch immer überwiegend in Krankenhäusern statt. Welche unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen die Arbeit in den ambulanten Diensten gegenüber der Arbeit in stationären Einrichtungen erfordert, soll daher in einem BIBB-Forschungsprojekt geklärt werden.
Arzthelferinnen zwischen Ausbildung und Beruf – Ergebnisse einer Befragung von Arzthelferinnen beim Übergang von der Berufsausbildung in die Erwerbstätigkeit
Henning Bau
6/1984
Nach dem Wechsel von der Schule in die Berufsausbildung bedeutet der Übergang von der Ausbildung in die Erwerbstätigkeit eine weitere Hürde für junge Menschen auf ihrem Berufsweg. Die Aussichten der Arzthelferinnen, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden, sind im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen ungünstig. Drei Monate nach erfolgreicher Prüfung arbeiten nur zwei von drei Arzthelferinnen im erlernten Beruf, die übrigen sind arbeitslos, haben eine andere Ausbildung begonnen oder den Beruf gewechselt. Der Beitrag befasst sich sowohl mit Fragen der Ausbildung als auch mit der Erwerbssituation nach Beendigung der Lehrzeit, insbesondere mit der Frage, wie viele Arzthelferinnen zu welchem Zeitpunkt aus welchen Gründen aus der Erwerbstätigkeit ausscheiden.
Bedingungen für eine ganzheitliche, patientenorientierte und kooperative Gesundheitsversorgung
Barbara Meifort
1/1984
In den 1960er und frühen 1970er Jahren bestimmte in zunehmendem Maße die Technik die Gestaltung der Gesundheitsversorgung. Diese Entwicklung wurde im Verlauf der 1970er Jahre immer stärker kritisiert. Vielmehr stellte sich die Frage nach neuen, umfassenderen Versorgungsformen im Gesundheitswesen. Damit erhob sich zugleich die Frage nach den Konsequenzen für die verschiedenen Gesundheitsberufe, wie z. B. die, welche neuen Inhalte und veränderten Arbeitsformen zur Realisierung umfassender, patientenorientierter Gesundheitsversorgung erforderlich wären. Das Zauberwort war "Teamarbeit".
Entwicklungen im Gesundheitswesen erfordern Konsequenzen für die Anforderungen an die nichtärztlichen Gesundheitsberufe
Barbara Meifort
4/1981
Auch nichtärztliche Gesundheitsberufe sehen sich ständig verändernden beruflichen Anforderungen gegenüber. Auf der Grundlage hierfür ursächlicher Entwicklungstendenzen im Gesundheitswesen sollen im Rahmen eines Forschungsprojekts Empfehlungen zur Gestaltung des Systems beruflicher Bildung im Berufsfeld Gesundheit erarbeitet werden. Ausgangspunkt dieses Vorhabens war die Analyse der bestehenden Regelungssituation als Kennzeichen für den Stand und die bisherige Entwicklung im Berufsfeld Gesundheit.
Die Regelungssituation in der Aus- und Weiterbildung zu nichtärtzlichen Gesundheitsberufen – Bildungspolitische Defizite und notwendige Konsequenzen
Barbara Meifort
4/1980
Die berufsstrukturelle Entwicklung im nichtärztlichen Gesundheitsbereich deutet an, dass neue bzw. veränderte Aufgabenstellungen des Gesundheitswesens weniger durch bestehende Berufe aufgegriffen werden; vielmehr wurden zunehmende Differenzierung und Spezialisierung der Aufgabenstellung durch die Herausbildung neuer, weiterhin an der ärztlichen Weisungsbefugnis orientierter Berufe beantwortet. Dies spiegelt sich auch in den vorhandenen Regelungen wider. Im Berufsfeld Gesundheit bestehen eine Vielzahl spezialisierter, voneinander abgeschotteter Einzelberufe. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird versucht, einen Vorschlag für ein abgestimmtes, durchlässiges System von Aus- und Weiterbildung zu diesen Berufen zu entwickeln. Die bestehende Regelungssituation ist Ausgangspunkt dieser Arbeit; sie ist Kennzeichen für Stand und bisherige Entwicklung, aber sie kann nicht als unantastbar gelten. Die bestehende Regelungssituation zu analysieren, zu überprüfen und ggf. an ihrer Veränderung mitzuwirken ist vielmehr gesetzlicher Auftrag des Bundesinstituts.
Problembereiche der Weiterbildung im Gesundheits- und Sozialwesen
Wolfgang Becker
5/1978
Im Rahmen des Projekts "Weiterbildung im Gesundheits- und Sozialwesen" wurde eine möglichst vollständige Bestandsaufnahme von Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Bereich für die Jahre 1977 und 1978 in Angriff genommen. Die Untersuchung hatte das Ziel, die bestehende Lehrgangsvielfalt zu dokumentieren und Regelungsmöglichkeiten bzw. zukunftsweisende Aufgabenbereiche für die Weiterbildung zu eruieren. Im nachfolgenden Beitrag sollen offenliegende Problemfelder der Weiterbildung in diesen Tätigkeitsbereichen angesprochen und kritisch hinterfragt werden.
Berufe-Steckbriefe
Berufe-Steckbrief: Medizinische/-r Fachangestellte/-r
1/2025
Keine Arztpraxis kommt ohne sie aus: Unter den medizinischen Berufen haben die Medizinischen Fachangestellten eine der vielfältigsten Aufgaben. Neben der Betreuung der Patientinnen und Patienten, der Assistenz bei der Untersuchung und Behandlung und der Betriebsorganisation werden auch soziale Kompetenzen immer relevanter. Der Steckbrief beschreibt, warum das so ist und nennt aktuelle Zahlen zur Ausbildung.
Berufe-Steckbrief: Augenoptiker/-in
4/2023
Augenoptiker/-in ist ein Ausbildungsberuf für Menschen, die gerne beraten, gleichzeitig hochpräzises Arbeiten schätzen und technische Fähigkeiten einsetzen möchten. Der Steckbrief erläutert die wichtigsten Tätigkeitsbereiche und warum die Beschäftigungschancen für ausgebildete Augenoptiker/-innen so gut sind.
Berufe-Steckbrief: Pflegefachfrau/Pflegefachmann
2/2022
Mit dem Berufsbild „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ wurden 2020 die Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt, um die Qualität und Attraktivität der Pflegeausbildungen zu steigern. Die generalistische Ausbildung befähigt dazu, Menschen aller Altersstufen zu pflegen. Neue heilkundliche Module im Anschluss an die Pflegeausbildung ermöglichen den Erwerb erweiterter Kompetenzen.
Berufe-Steckbrief: Pharmakant/Pharmakantin
1/2021
Pharmakantinnen und Pharmakanten steuern Anlagen für die Produktion von Tabletten, Salben, Pulvern und Impfstoffen. Gerade die Herstellung von Impfstoffen ist ein komplexer und sensibler Prozess, der ein hohes Maß an Verantwortung erfordert. Im Steckbrief werden auch Trends vorgestellt, die das Tätigkeitsspektrum in Zukunft erweitern könnten.
Ausgaben
BWP 2/2026 – Gesundheitsberufe
Der Gesundheitsbereich gerät infolge der demografischen Entwicklungen bei gleichzeitigen Fachkräfteengpässen unter Druck. Die BWP schaut mit dieser Ausgabe auf ein höchst dynamisches Berufsfeld und geht zum einen der Frage nach, wie Fachkräfte in den Gesundheitsberufen gewonnen und qualifiziert werden können. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf die zu vermittelnden medizinisch-fachlichen als auch sozial-kommunikativen Kompetenzen, die für eine interprofessionelle Zusammenarbeit immer wichtiger werden. Zum anderen geht es um die Frage, wie dieses Berufsfeld strukturell aufgestellt ist. Wie können Tätigkeits- und Entwicklungsperspektiven profiliert werden, damit die Attraktivität des Berufsfelds steigt und mehr Fachkräfte gewonnen werden können und dort bleiben?
BWP 2/2020 – Qualifizierung in der Pflege
Das Pflegeberufegesetz sieht zahlreiche Änderungen für die Pflegeausbildungen vor. Bundeseinheitliche Rahmenpläne dienen den Ländern, Bildungsträgern und Pflegeschulen nun als Orientierung für die Entwicklung der Curricula und Ausbildungspläne. Zudem enthält das Gesetz u.a. auch Regelungen zur hochschulischen Erstausbildung und zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse. Die BWP-Ausgabe geht der Frage nach, wie sich durch diese Neuerungen die Qualifizierung in der Pflege verändern wird und wie die praktische Umsetzung begleitet werden kann.
BWP 1/2017 – Pflegeberufe
Gesellschaftliche Megatrends wie demografischer Wandel, Fachkräfteengpässe und -migration sowie Digitalisierung und Akademisierung sind im Pflegebereich besonders virulent. Welche Veränderungen ergeben sich daraus für die Fachkräftequalifizierung? Neben aktuellen Entwicklungen in den Pflegeberufen widmet sich die Ausgabe innovativen didaktischen Qualifizierungskonzepten sowie Ansätzen zur Anerkennung von Kompetenzen, die der Fachkräftemobilität in diesem Berufsfeld zuträglich sein können.
BWP 6/2012 – Qualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen
Gesundheit und Pflege gehören zu den wachsenden Beschäftigungsbranchen. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist groß, die Qualifizierungswege sind vielfältig und komplex. Hierzu gibt die Ausgabe einen Überblick. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Akademisierung der Pflegeberufe werden Qualifizierungsbedarfe, neue Aufgaben und Berufsprofile in der Pflege sowie Fragen der Anschlussfähigkeit und Durchlässigkeit von Bildungsgängen in diesem Bereich dargestellt.