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Themendossier Berufsbildung 4.0

Die digitale Transformation verändert die Arbeitswelt und mithin die Anforderungen an berufliche Tätigkeiten. Welche Folgen ergeben sich daraus für betriebliche Prozesse und die Qualifizierung der Beschäftigten? Und wie schlagen sich neue Tätigkeitsanforderungen bei der Modernisierung von Berufsbildern nieder? In den hier ausgewählten Beiträgen werden diese Fragen reflektiert und Forschungsergebnisse vorgestellt.

Beiträge

 

Digitalisierung und künstliche Intelligenz – die Zukunft von Arbeit und Bildung

acatech-Präsident Prof. Dr. Dieter Spath im Gespräch mit BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser

Gefördert durch Bund und Länder berät die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) Politik und Gesellschaft in wissenschaftlichen und politischen Zukunftsfragen. Dabei bündelt sie die Expertise aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und technologieorientierten Unternehmen. Auf Einladung des BIBB tauschten sich die beiden Präsidenten Ende März 2019 zu den Folgen der digitalen Transformation in Arbeit und Bildung aus.

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Maschinelles Lernen und lernende Assistenzsysteme

Neue Tätigkeiten, Rollen und Anforderungen für Beschäftigte?

Jochen Steil, Sebastian Wrede

Technische Assistenzsysteme begleiten uns zunehmend im Alltag und am Arbeitsplatz und greifen immer stärker auf Methoden des maschinellen Lernens zurück. Neuartige Mensch-Maschine-Schnittstellen sollen dabei einen intuitiven Umgang mit der Technik ermöglichen. Der Beitrag beleuchtet die Praxis solcher Systeme, die möglichen Veränderungen in Tätigkeiten, Rollen und Hierarchien sowie die Frage, ob neue Anforderungen an Beschäftigte zu identifizieren sind. Es zeigt sich, dass vielfältige Risiken und Chancen nicht nur Möglichkeiten zur Gestaltung bieten, sondern auch sorgfältige Abwägung erfordern.

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Digitalen Wandel mit partizipativer Forschung begleiten und gestalten

Michael Heinlein, Norbert Huchler, Tobias Ritter

Partizipative Forschung ist ein Weg, um den digitalen Wandel in Arbeit und Beruf zu analysieren und zu gestalten. Partizipation meint hier, dass die Personen und Gruppen am Forschungs- und Gestaltungsprozess mit ihrem Wissen und ihren Interessen beteiligt werden, die von einer konkreten Digitalisierungsmaßnahme betroffen sind. Auf diese Weise lässt sich die digitale Arbeitswelt nicht nur nachhaltig gestalten, vielmehr wird auch Wissen erzeugt, das sowohl Beschäftigte als auch Entscheider/-innen dazu befähigt, den Herausforderungen der Digitalisierung angemessen zu begegnen. Im Beitrag werden Grundannahmen und Funktionen des Forschungsansatzes vorgestellt und anhand von Gestaltungsfeldern veranschaulicht.

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Kompetenzen für den digitalen Wandel selbstgesteuert erwerben

Jost Buschmeyer, Florian Gasch

Digitale Medien und Technologien verändern die Arbeitswelt. Die hohe Dynamik macht künftige Kompetenzanforderungen an Beschäftigte schwer vorhersehbar. Im vom BMBF geförderten Projekt MEDEA wurde ein Qualifizierungskonzept erprobt, das weniger auf die Vermittlung spezifischer technologischer Inhalte setzt, als vielmehr das Ziel verfolgt, die Selbstlernkompetenzen der Beschäftigten zu fördern. Damit sollen sie befähigt werden, den digitalen Wandel nicht nur zu bewältigen, sondern partizipativ mitgestalten zu können. Der Beitrag stellt das Konzept vor und reflektiert anschließend Erfahrungen aus der Erprobung.

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Digitale Technologien machen die Arbeit anspruchsvoller

Felix Lukowski, Caroline Neuber-Pohl

Die fortschreitende Digitalisierung der Produktion und des Dienstleistungsbereichs schürt die Angst vor Arbeitsplatzverlusten. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Gesamteffekt auf die Beschäftigung relativ gering ausfällt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich die Art der Arbeit grundlegend wandelt. So üben Beschäftigte mit zunehmender Anwendung digitaler Technologien anspruchsvollere Tätigkeiten aus. Die Effekte des Einsatzes digitaler Technologien werden in diesem Beitrag aus Sicht der Betriebe untersucht. Dabei wird auf Daten einer aktuellen Zusatzbefragung des BIBB-Qualifizierungspanels zurückgegriffen.

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Veränderte berufsübergreifende Kompetenzen infolge des digitalen Wandels

Perspektiven für die Ordnungs- und Umsetzungsebene

Gert Zinke

Im Rahmen der BMBF/BIBB-Initiative »Berufsbildung 4.0 – Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen« hat ein Projektteam im BIBB von 2016 bis 2018 Berufescreenings durchgeführt. Für 14 anerkannte Ausbildungsberufe wurden Auswirkungen der Digitalisierung untersucht. Der Beitrag beschreibt die Vorgehensweise im Projekt und bündelt Erkenntnisse aus den verschiedenen Teilstudien. Dabei richtet sich der Blick auf jene Kompetenzen, die berufsübergreifend als besonders wichtig eingeschätzt wurden. Ein Vorschlag, wie diese im Rahmen einer veränderten didaktischen Gestaltung gefördert werden können, die bereits in den Ausbildungsordnungen Berücksichtigung findet, wird abschließend skizziert.

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"Entscheidend ist auf dem Feld!"

Curriculare und praktische Konsequenzen von Digitalisierung und Vernetzung in der Landwirtschaft

Markus Bretschneider

Wie verändern sich Tätigkeiten und Kompetenzen im Agrarbereich durch Digitalisierung und Vernetzung und wie muss Berufsbildung darauf reagieren? Ausgehend von eingesetzten Technologien geht der Beitrag der Frage nach, wie sich Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im anerkannten Ausbildungsberuf Landwirt und Landwirtin derzeit verändern und welche Anforderungen und Konsequenzen dies auf curricularer und praktischer Ebene zeitigt. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Prozess- und Systemkompetenzen und dem Umgang mit Daten wird am Beispiel des Unterrichtsmoduls »Informationsgestützte Agrartechnik« dargestellt, wie Kompetenzen zur systematischen Nutzung von Produktionsdaten praktisch vermittelt und wie Ausbildende in der täglichen Arbeit unterstützt werden können.

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Ähnlich und doch verschieden – Digitalisierung und die Folgen für einzelne Berufsprofile

Industriekaufleute und Verfahrensmechaniker/-innen im Vergleich

Stephanie Conein, Inga Schad-Dankwart

Der Beitrag stellt anhand zweier Berufe dar, dass die fortschreitende Digitalisierung allgemein betrachtet zwar oftmals zu ähnlichen Veränderungen auf Facharbeiterebene führt, die nähere Untersuchung der jeweiligen Arbeitsplätze aber zeigt, dass sich diese Veränderungen berufsspezifisch unterschiedlich auswirken. Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden für die beiden Berufe Industriekaufmann/-frau und Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik in Bezug auf eingesetzte Technologien, veränderte Tätigkeiten und neue Qualifikationsanforderungen beleuchtet. Abschließend werden Einschätzungen zur weiteren Entwicklung der beiden Berufe unter den Bedingungen der Digitalisierung gegeben.

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Berufsbildung und Digitalisierung – Optionen zur flexiblen Anpassung von Ausbildungsberufen

Stephanie Conein, Gert Zinke

Die hohe Dynamik der sich verändernden Arbeitswelt führt auch in der beruflichen Erstausbildung zu neuen Anforderungen. Ausbildungsordnungen bieten durch ihre technikoffene Gestaltung bereits großen Handlungsspielraum. Trotzdem ergeben sich bei Ausbildungsberufen – verstärkt durch die Digitalisierung – kurzfristige Anpassungs- und Differenzierungsbedarfe. Welche Optionen stehen hierfür zur Verfügung? Der Beitrag stellt die wichtigsten vor und benennt Beispiele, wie sie in den letzten Jahren genutzt wurden.

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Digitale Kompetenzen in der Ausbildung von Chemikantinnen und Chemikanten

Stephanie Conein, Christopher Knieling

Wie können sich Betriebe und Auszubildende auf die digitale Arbeitswelt angemessen vorbereiten? Für den Ausbildungsberuf »Chemikant/-in« haben die Chemie-Sozialpartner gemeinsam mit dem BIBB die Wahlqualifikation »Digitalisierung und vernetzte Produktion« neu entwickelt, die im August 2018 in Kraft getreten ist. Seitdem haben bereits über 350 Auszubildende diese neue Option genutzt. Der Beitrag beschreibt Gründe für die Einführung der Wahlqualifikation und in welchen Handlungsfeldern sie angewendet werden kann.

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Kompetenzverschiebungen und menschliche Handlungsqualitäten im Digitalisierungsprozess

Ergebnisse aus Betriebsfallstudien in Einzelhandel und Logistik und Konsequenzen für die berufliche Weiterbildung

Susanne Umbach, Hanna Böving, Erik Haberzeth

Die zunehmende Digitalisierung von Arbeit gilt heutzutage als einer der zentralen Megatrends sozioökonomischer Wandlungsprozesse. Vor diesem Hintergrund greift der Beitrag aus einer subjektbezogenen Perspektive den Zusammenhang zwischen digitalisierungsbedingten Veränderungen der Arbeit und den Kompetenzen der Beschäftigten auf und stellt hierzu Forschungsergebnisse aus einem laufenden Projekt vor. Demnach zeigen sich branchenübergreifend steigende Kompetenzanforderungen bei wachsender Komplexität im Einzelhandel einerseits und Dequalifizierungstendenzen in der Logistik andererseits. Abschließend wird reflektiert, wie Weiterbildungsprogramme diese Entwicklungen aufgreifen und die Bedeutung menschlicher Handlungsqualitäten auch unter Bedingungen digitalisierter Arbeit in den Fokus rücken können.

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Ausgaben

3/2019 Digitalisierung und künstliche Intelligenz

BWP 3/2019

Die Digitalisierung verändert berufliche Tätigkeiten und Berufsprofile im rasanten Tempo. Damit verbundene Qualifikationsanforderungen sollen in dieser Ausgabe ebenso in den Blick genommen werden wie Weiterentwicklungen des Lernens im Arbeitszusammenhang. Eine besondere Rolle spielt dabei perspektivisch das Thema künstliche Intelligenz. Wie verändern Assistenzsysteme und maschinelles Lernen die Arbeitswelt? Und was bedeutet dies für die berufliche Qualifizierung von Fachkräften?

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2/2017 Berufsbildung 4.0

BWP 2-2017

Die Folgen der rasant zunehmenden Digitalisierung lassen sich nur schwer abschätzen. Wie verändern sich Berufe und welche Kompetenzen werden künftig in der Arbeitswelt 4.0 gebraucht? Zusammen mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildungspraxis untersucht das BIBB die Folgen der Digitalisierung für die berufliche Bildung. Initiativen, Erkenntnisse und Perspektiven zur Gestaltung des technologischen Wandels sind Gegenstand dieser Ausgabe.

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