Um den eigenen Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken, haben sich Handwerksbetriebe über Jahrzehnte auf eigene Ausbildungsaktivitäten verlassen. In der letzten Zeit sinkt die sektorale Ausbildungsbetriebsquote. Zugleich steigt der Anteil der im Handwerk tätigen Personen, die in anderen Wirtschaftsbereichen qualifiziert wurden. In diesem Beitrag werden die Ausbildungs- und Erwerbsprofile sowie das Einkommen der Handwerksgesellen und der externen Fachkräfte miteinander verglichen mit dem Ziel, die Konsequenzen des Einsatzes alternativer Rekrutierungsstrategien für die Handwerksbetriebe zu verdeutlichen.
Der Modellversuch "Entwicklung und Erprobung eines Weiterbildungskonzepts zu nachhaltigem Wirtschaften als Zukunftschance für das Handwerk - BfNW-Handwerk - setzt an Erfahrungen und Problemen von Handwerksbetrieben an und sieht nachhaltiges Wirtschaften als Chance der aktiven unternehmerischen Zukunftsgestaltung. Er sollte Wege aufzeigen, wie man Handwerksbetriebe dafür sensibilisieren und qualifizieren kann, nachhaltiger zu handeln. Im Rahmen des Modellversuchs ist ein Qualifizierungs- und Beratungskonzept gemeinsam mit einer gewerbeübergreifenden Gruppe von Handwerksbetrieben aus Nordrhein-Westfalen erprobt worden.
Im Rahmen des Projekts "Lehrling Online" wurden in Bremen Auszubildende des neugeordneten Berufes "Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik (SHK) nach Ausstattung und Nutzung von Computern/Anwendungen zu Hause und im Ausbildungsbetrieb befragt. Es zeigte sich, daß Berufsschüler, insbesondere die Klientel für die SHK-Ausbildung, wenig Erfahrungen und selbst gesteuerte Voraussetzungen für IT-basierte Techniken mitbringen und in den Handwerksbetrieben der größte Nutzenanteil der Rechner noch im Bereich der Verwaltungsaufgaben liegt.
Im Dienstleistungssektor sind in den vergangenen Jahren deutliche Zuwächse bei den Arbeitsplätzen zu verzeichnen, die sich jedoch nicht im Angebot an Ausbildungsplätzen widerspiegeln. Ein Forschungsprojekt des BIBB will dazu beitragen, alle Chancen für die Erweiterung des Ausbildungsplatzangebots im Dienstleistungsbereich auszunutzen. Zentrales Ziel ist festzustellen, wie es gelingen kann, in den neuen unternehmensbezogenen Dienstleistungsbereichen Betriebe für die Ausbildung zu gewinnen und die Ausbildungsbereitschaft bereits ausbildender Betriebe zu erhöhen. Des weiteren soll untersucht werden, welche Perspektiven für die Etablierung einer systematischen beruflichen Qualifizierung, wie sie das duale System der Berufsausbildung leistet, in diesen Branchen bereits bestehen oder entwickelt werden können. Ausgewählt wurden die Dienstleistungsbereiche Informations- und Kommunikationswirtschaft; Multimedia, Film; Call Center; Wirtschafts- und Unternehmensberatungen; Messe- und Veranstaltungstechnik; Handwerksbetriebe der Informationselektronik. Bisher liegen Ergebnisse aus Expertengesprächen und einer ersten Umfrage bei den Referenzbetrieben des BIBB vor, die der Beitrag vorstellt.
Der wirtschaftliche Erfolg von Handwerksbetrieben wird wesentlich durch die kompetente Erledigung kaufmännischer Aufgaben, die Personalführung und die Kundenbetreuung bestimmt. Diese Aufgabe übernimmt überwiegend die Ehefrau, die dafür häufig keine adäquate Ausbildung besitzt und von den Handwerkskammern auch nicht angeboten bekommt. Diese Lücke will der im Beitrag vorgestellte Modellversuch schließen. Es wird ein berufsbegleitendes, handlungsorientiertes modulares Bildungsangebot entwickelt, das möglichst in einheitliche Regelungen münden soll. Die erste Stufe der kaufmännischen Qualifizierung vermittelt die Grundkenntnisse und führt zum Abschluss "Bürokauffrau", die zweite Stufe qualifiziert zur kaufmännischen Führungskraft mit dem neuen Fortbildungsabschluss "Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk". Erprobt wird der Modellversuch in Rheinland-Pfalz und in Bayern.
Ausbildungsmittel können dazu beitragen, Fähigkeiten wie Gestaltungs- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Dazu müssen sie offene individuelle und differenziert einsetzbare Lernangebote enthalten. An zwei Medienentwicklungen soll gezeigt werden, wie Handwerksbetriebe in der Differenzierung und Modernisierung ihrer Ausbildung gestützt werden können. Dabei handelt es sich zum einen um die Einführung eines produktorientierten Leittextkonzeptes im Bereich des Möbelbaus, zum anderen um eine Sammlung "Projektarbeiten und Holzübungsstücke" für das Tischlerhandwerk. Mit den neuen Medien kann nicht nur eine Qualitätssteigerung in der Ausbildung bewirkt werden, sondern es können auch neue Ideen im Handwerk verbreitet werden, die der Kundenbetreuung, der betrieblichen Werbung und der Erweiterung der Erzeugnisvielfalt dienen.
Überbetriebliche Ergänzungslehrgänge sind fester Bestandteil der Berufsausbildung im Handwerk. Die Akzeptanz dieser Lehrgänge beruht weitgehend darauf, wie die Handwerksbetriebe die Kompetenz der überbetrieblichen Ausbilder einschätzen. Die Beurteilung durch die Auszubildenden erfolgt vorrangig vor dem Hintergrund der Ausbildungssituation im Herkunftsbetrieb. Aus Sicht der Auszubildenden wird die Notwendigkeit überbetrieblicher betriebsergänzender Ausbildungsphasen bestätigt. Inwieweit die überbetrieblichen Lehrgänge ihren betriebsergänzenden Bildungsauftrag tatsächlich einlösen können, dürfte auch davon abhängen, inwieweit es gelingt, betriebliche und überbetriebliche Ausbildung miteinander enger zu verzahnen. Überlegungen dazu schließen die Darstellung der empirischen Ergebnisse ab.
In einem Modellversuch der Handwerkskammer wurden "Arbeitsprojekte" entwickelt und erprobt, die Ausbilder in Handwerksbetrieben bei der Ausbildung von Jugendlichen mit besonderen Lernschwierigkeiten unterstützen. Der Beitrag fasst die grundlegenden mediendidaktischen Überlegungen, die Entwicklungs- und Erprobungsprozesse sowie die Erfahrungen bei der Durchführung der Arbeitsprojekte zusammen.
In der beruflichen Bildung sind Projekte zunächst in der schulischen und pädagogisierten Ausbildung der Lehrwerkstätten als Antwort auf Probleme der sequentiellen Lehrgangsmethode entstanden. Der Beitrag verfolgt die Diskussion des Projektbegriffs in der Pädagogik und differenziert zwischen Projektausbildung und auftragsorientiertem Lernen, um dann Möglichkeiten und Schwierigkeiten der projektorientierten Ausbildung in kleineren und mittleren Handwerksbetrieben zu untersuchen. Anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Bereich handwerklicher Kleinbetriebe und überbetrieblicher Ausbildungsstätten werden sowohl produktorientierte als auch prozess- bzw. erkenntnisorientierte Projektansätze dargestellt.
Seit März 1991 wird vom Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität Köln ein Modellversuch zur Entwicklung und Erprobung selbstgesteuerter Weiterbidungsformen im Handwerk durchgeführt. Kooperationspartner sind die Handwerkskammern in Kassel und Köln sowie die Akademie des Zimmerer- und Holzbaugewerbes in Kassel. Es sollen Konzepte zur selbstgesteuerten Qualifizierung von Bürofachkräften zur PC-gestützten Abwicklung von kaufmännischen Aufgaben entwickelt und erprobt werden. Der Aufsatz skizziert die empirischen Ausgangsvoraussetzungen sowie das konzeptionelle Design des Modellversuchs.
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