Seit den 70er Jahren erhielt die betriebliche Berufsausbildung einen Methodenschub, der über Leittext und Projektmethoden schliesslich zur Wiederentdeckung Lernortes Arbeitsplatz in Konzepten dezentralen Lernens führte. Auch die Lernkonzepte an den anderen Lernorten ändern sich. Die Beistell-Lehre im Handwerk soll sich zum Lernen im Kundenauftrag wandeln und die überbetriebliche Überweisung als systematische Ergänzung der betrieblichen Ausbildung im Handwerk soll nunmehr auftrags- und handlungsorientiert erfolgen. Der Beitrag skizziert die didaktisch- methodischen Grundformen der beruflichen Bildung im Wandel ihrer Bedeutung. Die Trennung des systematischen beruflichen Lernens von der Arbeit und die neue Integration von Lern- und Arbeitsstrukturen in modernen Lernkonzepten stehen dabei im Zentrum.
Das auftragsorientierte Lernen ist die wichtigste Lernform in der betrieblichen Ausbildung des Handwerks. Als besondere Form des Lernens am Arbeitsplatz wird es ebenso wie die Projektmethode oder die Lehrgangsmethode den methodischen Grundformen in der beruflichen Bildung zugeordnet. Der Beitrag erläutert Ansätze zur Intensivierung und Verbesserung des auftragsorientierten Lernens und gibt Hinweise für eine didaktisch orientierte Auswahl und Bearbeitung von Kundenaufträgen. Dabei werden fünf Stufen der Mitwirkung des Auszubildenden unterschieden, die sich nach der Leistungsstärke und der bisher erworbenen beruflichen Kompetenz des Auszubildenden richten. Abschließend wird auf die Bedeutung geeigneter Medien zur Verbesserung und Differenzierung des auftragsorientierten Lernens und den Beitrag der Lernorte zur Stützung des auftragsorientierten Lernens eingegangen.
Der Beitrag beschreibt Gründe, Zielgruppen, Inhalte und Methoden eines Modellversuchs, in dessen Mittelpunkt die Reduzierung des Gewaltpotentials unter Jugendlichen steht. In dem Modellversuch geht es im Rahmen der Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen darum, wie in der Ausbildung persönlichkeitsbildende und sozial integrierende Potentiale entwickelt und gefördert werden können. Als methodische Ausgangsbasis dienen Arbeitsformen der Projektmethode, in denen ein hoher Anteil interdisziplinärer, interkultureller, kooperativer und sozialer Anforderungen gestellt wird. Mit diesem Ausbildungskonzept ist auch zugleich eine umfassendere Ausbilderrolle verknüpft, die mit entsprechenden Weiterbildungsangeboten entwickelt wird.
Der Beitrag nimmt die Ausführungen von Klaus Hahne aus dem Heft 5 der BWP 1993 zum Anlass, um die Bemerkungen Hahnes zur Geschichte der Projektmethode zu korrigieren. In den berufsbildenden Fächern der Schulen und Hochschulen existierte die Projektarbeit bereits über zweihundert Jahre, ehe sie zu Beginn unseres Jahrhunderts in den allgemeinbildenden und akademischen Fächern Eingang fand.
In der beruflichen Bildung sind Projekte zunächst in der schulischen und pädagogisierten Ausbildung der Lehrwerkstätten als Antwort auf Probleme der sequentiellen Lehrgangsmethode entstanden. Der Beitrag verfolgt die Diskussion des Projektbegriffs in der Pädagogik und differenziert zwischen Projektausbildung und auftragsorientiertem Lernen, um dann Möglichkeiten und Schwierigkeiten der projektorientierten Ausbildung in kleineren und mittleren Handwerksbetrieben zu untersuchen. Anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Bereich handwerklicher Kleinbetriebe und überbetrieblicher Ausbildungsstätten werden sowohl produktorientierte als auch prozess- bzw. erkenntnisorientierte Projektansätze dargestellt.
Die Effizienz einer leittextgesteuerten Projektausbildung ist wesentlich davon abhängig, inwieweit sie fach- und lernsystematischen Anforderungen entspricht. Im BIBB-Modellversuch "Leittextorientierte Lern- und Arbeitsmethoden (LoLA)" wird derzeit im Unternehmen Telekom für die Ausbildung zum/zur Kommunikationselektroniker/-in - Fachrichtung Telekommunikation - eine handlungsbezogene Lernsystematik für ein genetisches Lernen in einer leittextgesteuerten Projektausbildung (Modulausbildung) erstellt. Hintergründe und erste Ergebnisse stellt dieser Artikel vor.
In dem Beitrag wird über einen Bremer Modellversuch berichtet, dessen Hauptaufgabe es war, herauszufinden, wie eine Berufsausbildung curricular und lernorganisatorisch gestaltet werden muss, um Jugendliche, die sich bereits aus dem Bildungssystem verabschiedet haben, zu einem erfolgreichen Berufsausbildungsabschluss zu führen. Aufgrund der Erfahrungen, die im Modellversuch gewonnen wurden, werden die unmittelbare Verknüpfung von Ausbildungsvorbereitung und Ausbildung sowie die Lernform "Projektmethode" als erfolgversprechende Wege der Berufsausbildung von Schulverweigerern empfohlen.
Der vorliegende Beitrag setzt sich mit zwei idealtypischen Vorstellungen neuen Lernens, den jeweiligen Funktionen neuer Bildungsmedien und der Rolle der Ausbilder in diesem Rahmen auseinander. Die einer dieser Vorstellungen, nämlich der des offenen Lernens, welches am Berufsförderungszentrum Essen favorisiert wird, zugrunde liegende pädagogische Psychologie sowie die notwendigen Rahmenbedingen zu ihrer praktischen Umsetzung werden aufgeschlüsselt und erörtert. Anwendungs- und Erfahrungsbeispiele aus der Arbeit des Berufsförderungszentrums Essen eröffnen den Beitrag und weisen den Weg zu unserer Meinung nach immer bedeutungsvoller werdenden Qualifikationsanforderungen an Ausbilder, wie sie abschließend dargestellt werden.
Gemeinsam mit einer Gruppe von Ausbildungsbetrieben wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts des BIBB neuartige Lernmaterialien entwickelt: "Projektarbeiten zur CNC-Technik". Sie werden demnächst beim Beuth-Verlag, Berlin, erscheinen und bestehen aus Unterlagen für die Lernenden sowie einem Einführungsband für den Ausbilder, in dem konkrete Hinweise und Erläuterungen zur Projektausbildung anhand dieser Unterlagen gegeben werden.
Die Qualifikationsanforderungen an den heutigen Facharbeiter machen die Förderung von gestalterischer und sozialer Kompentenz auch in der Weiterbildung erforderlich. Soziale Kompetenz wird vierdimensional als Bewältigung, Integration, Harmonie und Flexibilität verstanden. Jedes Kriterium beschreibt den dynamischen Ausgleich zwischen zwei dimensionalen Polen. Die Dimensionen werden umgangssprachlich erläutert. Am Berufsförderungszentrum Essen wird Projektunterricht in der Automatisierungstechnik und in der CNC-Technik in Orientierung an die vorgestellten Kriterien für soziale Kompentenz durchgeführt. Projektunterricht wird unter den vier Kriterien so betrachtet, daß bestimmte Lern- und Arbeitserfahrungen der Teilnehmer jeweils einer Dimension schwerpunktmäßig zugeordnet werdn können. Vor allem stellt sich allen Beteiligten die Aufgabe, Weiterbildung nicht allein unter dem Aspekt der Bewältigung anzugehen. Außerdem werden den Lehrgangsteilnehmern am Berufsförderungszentrum Essen Zukunftswerkstätten angeboten.
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