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BWP 5/2014

Validierung von Lernergebnissen

BWP 5/2014

Kompetenzen, die Menschen in unterschiedlichen Lernkontexten im Lauf des Lebens erworben haben, gewinnen neben den formal erworbenen Abschlüssen an Bedeutung. Die Europäische Kommission hat die EU-Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, bis zum Jahr 2018 nationale Strategien zur Validierung nichtformaler und informeller Kompetenzen einzuführen. Vor diesem Hintergrund gibt die BWP-Ausgabe einen Überblick zum aktuellen Entwicklungsstand und befasst sich mit den Anforderungen an solche Verfahren. Abgebildet werden Erkenntnisse sowohl aus der Wissenschaft als auch der Umsetzung von Validierungskonzepten in der Praxis. Einbezogen werden auch Erfahrungen aus dem europäischen Ausland.

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Editorial

Berufsbildung in Zahlen

Friederike Behringer, Gudrun Schönfeld

Lebenslanges Lernen in Deutschland – Welche Lernformen nutzen die Erwerbstätigen?

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Aus bildungs- und beschäftigungspolitischer Sicht wird dem lebenslangen Lernen hohe Bedeutung zugewiesen. So haben sich Bund und Länder zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 eine Weiterbildungsbeteiligung der Erwerbsbevölkerung von 50 Prozent – gemessen an den Daten des Adult Education Survey (AES) – zu erreichen. Dabei geht es auch darum, die Teilnahme bildungsbenachteiligter Gruppen zu erhöhen. Neben der Weiterbildung, wie sie in der nationalen Berichterstattung zum deutschen AES abgegrenzt wird, gibt es jedoch noch andere Formen des Lernens Erwachsener. Hierzu vermittelt der Beitrag einen Überblick und geht gleichzeitig der Frage nach, ob es darüber gelingen kann, Ungleichheiten abzubauen.

Themenschwerpunkt

Erfahrungen einen anerkannten Wert geben

Interview mit Professor Dr. Peter Dehnbostel zu Chancen und Bedingungen eines nationalen Validierungssystems

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Aktuelle Ergebnisse zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens auf europäischer Ebene verdeutlichen, dass die EU-Ratsempfehlung vom 20. Dezember 2012 bei der Gestaltung nationaler Strategien und Rahmenbedingungen Wirkungen zeigt. Wie ist vor diesem Hintergrund die Situation in Deutschland einzuschätzen? Im Interview zeigt Prof. Dr. Peter Dehnbostel auf, welche Rolle das nichtformale und informelle Lernen in der Berufsbildung und in der Arbeitswelt spielt. Er beschreibt, wie diese Erfahrungen bei der Entwicklung eines nationalen Validierungssystems eingebracht werden können, damit die Vorzüge der Validierung von Individuen, Betrieben und Bildungseinrichtungen erkannt und Validierungskonzepte auf dieser Ebene umgesetzt werden.
Silvia Annen, Markus Bretschneider

Der Prozess der Validierung nichtformalen und informellen Lernens

Begriffliche Konkretisierung und Diskussionsstand im deutschsprachigen Raum

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Der Rat der Europäischen Union hat am 20. Dezember 2012 eine Empfehlung zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens abgegeben, welche die einzelnen Mitgliedstaaten auffordert, entsprechende Regelungen bis zum Jahr 2018 einzuführen. Hierzu benennt die Empfehlung zentrale Elemente eines Validierungsprozesses. Im Beitrag werden zunächst die Hintergründe und Intentionen dieser Bestrebungen umrissen und daran anschließend einzelne Elemente begrifflich konkretisiert. Schließlich werden exemplarisch nationale Entwicklungen zur Umsetzung der Ratsempfehlung kurz betrachtet – unter besonderer Beachtung der einzelnen Prozessschritte.
Ernesto Villalba-Garcia, Manuel Souto-Otero, Ilona Murphy

The 2014 European Inventory on validation of non-formal and informal learning

Prospects and trends on validation in Europe

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The European Inventory is a tool produced under the auspices of the European Commission and has been in place since 2004. It presents an overview of the situation regarding validation in European countries. The 2014 Inventory investigates 33 countries through 36 country reports. After describing the political context for the validation of non-formal and informal learning in Europe, namely the European Council Recommendation of December 2012, the article explains the main features of the European Inventory and presents selected findings.
Roland Löffler, Norbert Lachmayr

Die Validierung nichtformaler und informeller Lernergebnisse in Österreich

Stand der Diskussion und Beispiele guter Praxis

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Mit den Aktivitäten zum EQR rückte die Validierung nichtformaler und informeller Lernergebnisse in den Fokus internationaler und nationaler Diskussionen auf bildungspolitischer und wissenschaftlicher Ebene. In Österreich wurde zunächst im Rahmen eines umfassenden nationalen Konsultationsprozesses die Vorgangsweise zur Entwicklung eines NQR abgestimmt. Im Beitrag werden diese politischen Rahmenbedingungen einleitend skizziert und in ihrer Bedeutung für Validierungsverfahren veranschaulicht. Der zweite Teil widmet sich Beispielen aus der Praxis und verortet und bewertet sie im Rahmen der nationalen Umsetzungsstrategien.
Markus Maurer, Emil Wettstein

Berufsbildung für Erwachsene in der Schweiz – die Bedeutung informell erworbener Kompetenzen

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In der Schweiz stehen an- und ungelernten Erwerbspersonen mehrere Wege offen, die zu einem Abschluss der beruflichen Grundbildung auf Sekundarstufe II (ISCED 3B) führen. Je nach Voraussetzung können dabei informell erworbene Kompetenzen in unterschiedlicher Weise angerechnet werden. Der Beitrag stellt die bestehenden Wege zur beruflichen Nachqualifizierung in der Schweiz dar. Dabei wird vor allem zu zeigen sein, welche Rolle die Anerkennung bereits erworbener Kompetenzen innerhalb dieser Wege einnimmt. Abschließend erfolgen Hinweise auf aktuelle Herausforderungen und weitere Perspektiven.
Jean-Luc Bernaud

Bilanz der VAE in Frankreich: Fortschritte und Verbesserungsmaßnahmen

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Mit der französischen Reform der beruflichen Erwachsenenbildung wurde 2002 im Rahmen des Gesetzes zur »sozialen Modernisierung« ein neues Verfahren mit dem Namen »VAE« (Validation des Acquis de l’Expérience*) geschaffen. Es ist im Zusammenhang mit dem Lissabon- Prozess (2000) zu sehen, der darauf abzielt, Europa zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Der Beitrag geht kurz auf die Rahmenbedingungen und den Prozess einer VAE ein und bilanziert erste Erfahrungen.
Anna Cristin Lewalder, Carolin Böse, Daniel Schreiber

Die Rolle formaler, non-formaler und informeller Lernergebnisse im Anerkennungsgesetz

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Um die Gleichwertigkeit eines ausländischen mit einem deutschen Berufsabschluss zu prüfen, können im Rahmen des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG) auch informell und non-formal erworbene Kompetenzen berücksichtigt werden. Sofern die Voraussetzung eines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses erfüllt ist, erfolgt die Prüfung der Gleichwertigkeit auf Basis einer Dokumentenprüfung unabhängig davon, auf welchem Weg Kompetenzen erworben wurden. Unter bestimmten Voraussetzungen können darüber hinaus berufliche Kompetenzen individuell festgestellt werden. Der Beitrag beleuchtet die Möglichkeiten, die das BQFG bereithält, und stellt erste Erfahrungen der Kammern vor.
Stephanie Porschen-Hueck, Eckhard Heidling, Judith Neumer

Interaktionsbasierte Beurteilung im Arbeitsprozess erworbener Kompetenzen

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In der betrieblichen Praxis von Klein- und Mittelbetrieben (KMU) werden informell – im Prozess der Arbeit – erworbene Kompetenzen der Beschäftigten häufig in den Arbeitsprozessen erfasst und bilanziert. Oft erfolgt diese praxisnahe Validierung mittels einer bewusst gestalteten interaktionsbasierten Beurteilung durch Führungskräfte, die in die laufenden Arbeitsprozesse integriert sind. Im Beitrag werden auf der Basis konzeptioneller Überlegungen zu informellen Kompetenzen an verschiedenen Praxisbeispielen die Potenziale und Grenzen interaktionsbasierter Beurteilungsverfahren aufgezeigt.
Jens Fahrion

Anerkennung informeller Kompetenzen älterer Beschäftigter

Das Beispiel der Firma Fahrion Engineering GmbH & Co. KG

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Den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnet die Fahrion Engineering GmbH & Co. KG seit rund 15 Jahren auf ihre eigene Weise. Die Ursachen hierfür liegen in einer bestimmten Firmenbiografie, die zu einer völlig eigenen Vorgehensweise bei der Mitarbeiterrekrutierung und zu einer besonderen Wertschätzung älterer Arbeitnehmer/-innen mit ihren ausgeprägten informellen Kompetenzen führte. Im Beitrag werden Gründe benannt, die eine gezielte Ansprache der Generation 50plus bei der Gewinnung und Beschäftigung von Fachkräften mit sich bringt.

Weitere Themen

Katharina Hähn, Sybille Stöbe-Blossey

Berufsbildende Schulen in der regionalen Bildungslandschaft

Potenziale für ein vielfältiges Bildungsangebot

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Der demografische Wandel erfordert insbesondere im ländlichen Raum Strategien zur Sicherung und Weiterentwicklung eines vielfältigen Bildungsangebots. Berufsbildende Schulen bieten dafür wichtige Potenziale, die sich nicht zuletzt aus der Verknüpfung von allgemeiner und beruflicher Bildung ergeben. Vor diesem Hintergrund wird die Frage diskutiert, wie diese Potenziale in einer regionalen Bildungslandschaft durch eine strategische Entwicklungsplanung und die Kooperation der Akteure ausgeschöpft werden können. Grundlage des Beitrags ist ein exploratives Projekt zur Rolle der berufsbildenden Schulen in der kommunalen Bildungspolitik.

Berufe

Magret Reymers

Neuordnung Industriemeister/-in – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk

Stärkere Verzahnung der Fortbildung mit dem Ausbildungsberuf

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Zum 1. Juli 2014 ist die novellierte »Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte/-r Industriemeister/-in – Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk« in Kraft getreten. Anlass für die Neuordnung waren technische Entwicklungen und die zunehmende Spezialisierung der Unternehmen sowie die erforderliche Anpassung an aktuelle Standards für Fortbildungsregelungen. Gleichzeitig wurde eine Differenzierung vorgenommen, die sich am zugrunde liegenden Ausbildungsberuf orientiert. Im Beitrag werden die wesentlichen Neuerungen erläutert.

DQR-konkret

Ekkehard Nuissl

Non-formales Lernen im DQR

Zuordnungsverfahren und Zuordnungsprobleme

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Der Beitrag beruht auf Ergebnissen einer Arbeitsgruppe, die im April 2013 vom Bundesministerium für Bildung Forschung (BMBF) und von der Kultusministerkonferenz (KMK) eingesetzt wurde. Ihre Aufgabe bestand darin zu prüfen, ob und wie Ergebnisse des non-formalen Lernens im Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) abgebildet werden können. Die Ausführungen schildern wesentliche Diskussionspunkte und die Empfehlungen der Arbeitsgruppe.

Hauptausschuss

Gunther Spillner

Bericht über die Sitzung 2/2014 des Hauptausschusses am 26. Juni 2014 in Bonn

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Die allgemeine WM-Begeisterung lenkte den Hauptausschuss des BIBB in seiner Sommersitzung nicht davon ab, sich unter Leitung von Elke Hannack, DGB, auf seine Aufgaben zu konzentrieren und aktuellen berufsbildungspolitischen Themen zu widmen. Hierzu gehörten die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zum Verhältnis von beruflicher und akademischer Bildung und das finanziell deutlich ausgeweitete Sonderprogramm des Bundes zur »Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen Fachkräften aus Europa« (MobiPro-EU). Auftakt zur Sitzung bildete zunächst aber ein Bericht zu Aufgaben und Zielen der Bundesregierung für die laufende Legislaturperiode.

Rezensionen

Aileen Balkenhol

Schreibkompetenzen von Auszubildenden

Rezension zu: »Man muss schon ein bisschen mit dem Schreiben zurechtkommen!« Eine Studie zu den Schreibfähigkeiten von Auszubildenden im unteren beruflichen Ausbildungssegment im Kontext von Ausbildungsreife / Katharina Baumann, Eusl-Verlagsgesellschaft

Veröffentlichung als kostenloser Download (PDF, 537 KB)

kurz und aktuell

Beilage