Geschlechtsuntypische Ausbildungen könnten das Potenzial haben, die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt abzubauen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Studien deuten jedoch auf schlechtere Verwertungsperspektiven dieser Ausbildungsabschlüsse hin. Um diese näher zu beleuchten, werden im Beitrag Herausforderungen identifiziert, mit denen Personen im weiteren Erwerbsverlauf konfrontiert sind, wenn sie sich für eine Ausbildung in einem vom anderen Geschlecht dominierten Beruf entschieden haben. Grundlage sind Interviews mit Personen, die ihren geschlechtsuntypischen Ausbildungsberuf verlassen haben, sowie Expertinnen- und Experteninterviews.
Der Beitrag geht der Frage nach, welche Lebensmodelle junge Frauen für sich entwerfen, wie sich ihre Einstellungen zum Beruf und zur Familie verändern und welche Möglichkeiten ihnen der Ausbildungsstellen- und Arbeitsmarkt bietet, ihre Lebenskonzepte und -vorstellungen zu realisieren. Es werden Erklärungsansätze für die Entstehungsbedingungen geschlechtsspezifischer Benachteiligungen von Frauen referiert, um vor diesem Erkenntnisstand aktuelle Problemlösungskonzepte zur beruflichen Förderung von Frauen in Ausbildung und Erwerbsarbeit zu diskutieren.
Im Jahr 2023 erreichte die Zahl junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss mit 2,79 Millionen Personen ihren bisherigen Höchststand. Im Jahr 2024 ist sie erstmals seit neun Jahren wieder rückläufig. Diese Entwicklung wird im Folgenden dargestellt und die Ergebnisse differenziert nach Schul- und Berufsabschluss erläutert. Zur Identifizierung von Fachkräftepotenzialen lohnt zudem ein Blick auf die Arbeitsmarktsituation junger Erwachsener.
Für die Energiewende gibt es einen großen Qualifikations- und Fachkräftebedarf. Gleichzeitig haben viele junge Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund geringe Chancen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Das Wiener Projekt Öko-Booster richtet sich genau an diese Zielgruppe. Im Projekt werden Basiskompetenzen vermittelt, um die jungen Menschen im Anschluss über Lehrgänge und Betriebspraktika auf die Lehrabschlussprüfung vorzubereiten. Im Beitrag werden Hintergründe, Zielsetzung und erste Umsetzungserfahrungen beschrieben.
Zu viele junge Erwachsene bleiben ohne Berufsabschluss. Sie tragen ein erhöhtes Arbeitslosenrisiko, erzielen relativ geringe Einkommen und fehlen als Fachkräfte. Das ist aktuell eine bildungs- und arbeitsmarktpolitische Herausforderung, und das war es auch schon vor dreißig Jahren, als das BIBB zwischen 1995 und 2001 eine Modellversuchsreihe zur modularen berufsbegleitenden Nachqualifizierung betreute. In dem hier wiederentdeckten Beitrag stellt Peter-Werner Kloas ein Konzept für die modulare Weiterbildung im Verbund mit Beschäftigung vor. Parallelen zu den aktuell diskutierten Teilqualifikationen sind unverkennbar.
In diesem Beitrag wird untersucht, ob sich die in der Arbeitsmarktforschung neu eingesetzte Konversationsanalyse auf bildungsbezogene Aufgaben übertragen lässt. Das Leitbild orientiert sich an der selbstbestimmten Rolle der Lernenden. Eine explorative empirische Pilotstudie mit Studierenden einer Wirtschaftsuniversität analysiert Augmentations- und Automationspotenziale von KI bei der Lösung komplexer Aufgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methodik auch im Bildungskontext einsetzbar ist und wertvolle Erkenntnisse für KI-gestützte Lernprozesse liefern kann.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert nicht nur, was wir arbeiten, sondern auch wie. Auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 zeigt der Beitrag die aktuelle Verbreitung von KI auf dem Arbeitsmarkt. KI wird vor allem in kognitiv-analytischen und interaktiven Nichtroutinetätigkeiten genutzt und geht mit Anforderungen an Future Skills wie Probleme lösen, Wissenslücken schließen, kreativ sein oder überzeugen einher. Damit rücken im Kontext von KI neben fachlichen Anforderungen auch überfachliche Kompetenzen stärker in den Fokus. Berufliche Handlungskompetenz ist daher weiterhin gezielt zu fördern.
Nationale Berufsbildungssysteme sind komplexe Systeme, die über die Zeit in ihren jeweiligen Kontexten gewachsen sind. Die Schaffung eines gesamteuropäischen Bildungsraums und Arbeitsmarkts wird seit 1957 mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Strategien verfolgt. Während zunächst eine Harmonisierung der Berufsbildungssysteme angestrebt wurde, wird seit den 1990er-Jahren verstärkt auf Transparenz gesetzt. Im Beitrag werden diese Entwicklungen kurz nachgezeichnet, um vor diesem Hintergrund Genese, Funktionen und Ziele der wichtigsten Transparenzinstrumente der letzten fast 20 Jahre zu verorten und zu reflektieren.
Im Beitrag wird das europäische Arbeitsmarktinstrument ESCO im Kontext anderer europäischer berufsbezogener Instrumente beschrieben. Es wird gezeigt, wie ESCO genutzt wird, um Berufsbilder durch das Aggregieren von „Skills“ zu strukturieren und Qualifikationen durch die Zuordnung von Kompetenzen zu Lernergebnissen zu definieren. Allerdings sind auf diese Weise definierte Qualifikationen für einen beruflich strukturierten Arbeitsmarkt nicht geeignet, da sie oft die nationalen Traditionen beruflicher Handlungskompetenzen nicht widerspiegeln. Abschließend wird im Beitrag ein alternativer Ansatz zur Sicherung der beruflichen Mobilität mithilfe von Qualifikationen vorgeschlagen.
ESCO ist ein europäisches Transparenzinstrument, das mit dem Hauptziel entwickelt wurde, die europaweite Vergleichbarkeit und Darstellung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Es bildet eine zentrale Unterstützungsfunktion für das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutung ESCO darüber hinaus für die Berufsbildung hat. In einem Ländervergleich zwischen Deutschland und Irland zeigen sich dabei Unterschiede in der Umsetzung und Bewertung dieses Instruments. Gemeinsamkeiten bestehen dahingehend, dass Nutzungspotenziale und der Nutzen dieses Instruments bislang primär im Bereich des Arbeitsmarkts und weniger im (Berufs-)Bildungsbereich gesehen werden.
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