Eine steigende Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze prägt den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, ergreifen Betriebe neue Wege, um Auszubildende zu gewinnen und zu halten. Zu den arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumenten, die hier ansetzen, gehört insbesondere die Assistierte Ausbildung als Förderinstrument für benachteiligte Jugendliche. Die Unterstützungsleistungen richten sich nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Betriebe. Im Beitrag wird untersucht, wie Betriebe von der zeitlichen und personellen Entlastung profitieren und inwiefern die Unterstützung zur Stabilisierung und Verbesserung des Ausbildungsverhältnisses beiträgt.
Geflüchtete benötigen umfangreiche Unterstützung in vielen Lebensbereichen, insbesondere auch beim Übergang in Ausbildung. Die Koordination der Unterstützungsangebote ist jedoch eine Herausforderung. Die Evaluationsergebnisse des Programms "Berufliche Orientierung für Zugewanderte (BOF)" zeigen, wie wichtig eine breite Vernetzung der Projektträger ist, um Zugewanderte in Ausbildung zu begleiten. Der Beitrag formuliert hierzu Handlungsempfehlungen.
Refugees require extensive assistance in many areas of life, especially at the transition to training. Coordination of support provision is, however, a challenge. The results of the evaluation of the “Career Orientation for Immigrants (BOF)” Programme show how important a broad networking of project providers is in order to support immigrants in training. The article formulates recommendations in this regard.
Die berufliche (Aus-)Bildung ist für die Integration geflüchteter Menschen von großer Bedeutung, stellt sie aber in dieser Lebensphase auch vor Herausforderungen, häufig aufgrund nicht ausreichender Sprachkenntnisse. Zur individualisierten Unterstützung geflüchteter Auszubildender wird an der Universität Konstanz seit 2018 das Lehrprojekt TASK durchgeführt. Der Beitrag untersucht Auswirkungen des Mentorings auf die fachliche und persönliche Entwicklung und die Integration der Auszubildenden.
Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland Modellprojekte, die mithilfe von aufeinander aufbauenden Modulen eine berufliche Nachqualifizierung für unterschiedliche Zielgruppen ermöglichen. Das Kölner Bildungsmodell (KöBi) ist eines dieser Modelle. Es richtet sich an junge Erwachsene ohne Berufsabschluss, die meist multiple Problemlagen aufweisen und oft dauerhaft auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Im Beitrag wird gezeigt, wie es mit dem Modell gelingt, einen Großteil der Teilnehmenden durch eine Kombination von niedrigschwelligem Einstieg, begleitendem Coaching und zeitlicher Flexibilität erfolgreich zu qualifizieren.
Um für möglichst viele junge Erwachsene Zugänge und Teilhabechancen zu verbessern, sind alle an der Ausbildung beteiligten Akteure gefragt, Initiativen und Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Dabei gilt es, Sonderwege zu vermeiden und Wege ins Regelsystem zu unterstützen. Nicht allein Jugendliche und junge Erwachsene sollen im Mittelpunkt von Bildungsangeboten und Förderprogrammen stehen, auch die Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten von Ausbildung geraten vermehrt in den Blick und damit alle Ausbildungsakteure. Inwiefern sich diese Perspektive bereits in Förderprogrammen von Bund und Ländern widerspiegelt, wird im Beitrag auf der Grundlage einer Datenbank der Fachstelle überaus untersucht.
Angesichts zunehmender Passungsprobleme werden im Beitrag Interessen unterschiedlicher Akteure und Logiken am Ausbildungsmarkt beschrieben. Mit dem Ziel, Betriebe und Jugendliche bei der Anbahnung und im Verlauf einer Ausbildung im Regelsystem besser zu unterstützen, werden Praxisansätze betrachtet, die auf die veränderten Herausforderungen reagieren. Daraus ergeben sich Anforderungen auf verschiedenen Ebenen sowie Prinzipien für einen gelingenden Interessenausgleich, die abschließend benannt werden.
Am Wirtschaftsstandort Schwaben haben Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, ihre noch offenen Lehrstellen zu besetzen. Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland kann eine Chance für die Unternehmen sein, um den Fachkräftebedarf sicherzustellen. Im Dezember 2014 startete die Industrie- und Handelskammer Schwaben das Projekt »Junge Flüchtlinge in Ausbildung«. Ziel ist es, geflüchtete junge Menschen in Praktika und Ausbildung zu vermitteln und eng zu begleiten. Erste Erfahrungen aus dem Projekt werden im Beitrag vorgestellt.
Rezension zu: Wie gelingt der Übergang Schule–Beruf? Peter Buttner (Hrsg.), (Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen ArbeitNr. 3/2015), DV, Berlin 2015, 96 Seiten, ISBN 978-3-7841-2841-2
Mit der UN-Konvention über die »Rechte von Menschen mit Behinderungen« – die Deutschland 2009 ratifiziert hat – ist das Thema Inklusion sowohl bildungspolitisch als auch fachwissenschaftlich in den Fokus gerückt. Inklusion zielt auf gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen unabhängig von ihren individuellen Dispositionen. Im Beitrag werden Hintergründe des Inklusionskonzepts sowie Implikationen für die Berufsbildung dargestellt. Ausgehend von Exklusionsrisiken werden Ansatzpunkte zur Entwicklung von Inklusionsstrategien auf unterschiedlichen Handlungsebenen skizziert.
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