Vor der konkreten Berufswahl entsteht bei vielen Jugendlichen erstmals das Gefühl, für das eigene Leben verantwortlich zu sein. Der Beitrag schlägt das Konzept der erwerbsbiografischen Selbstverantwortung als eine der konkreten Berufswahl vorgängige Orientierungsleistung vor, um diese Herausforderung theoretisch zu fassen. Es werden Kriterien pädagogischen Handelns zur Entwicklung erwerbsbiografischer Selbstverantwortung formuliert und es wird beispielhaft gezeigt, wie digitale Angebote im Sinne einer tragfähigen pädagogischen Beziehung im Übergang genutzt werden können.
Die digitale Transformation prägt den Ausbildungs- und Arbeitsalltag in Betrieben und stellt Ausbilder/-innen vor neue Herausforderungen. Das Weiterbildungskonzept „Medien- und IT-Kompetenz für Ausbildungspersonal (MIKA)“ unterstützt Ausbilder/-innen beim Einsatz digitaler Technologien in Lehr- und Lernprozessen durch angeleitete praxisnahe Übungen in Präsenzveranstaltungen, Webinaren und Selbstlernphasen und trägt somit zur persönlichen Kompetenzentwicklung bei.
Im Rahmen eines Modellprojekts sollte ein Gesamtkonzept zur individuellen Förderung der Teilnehmenden in einem Reha-Vorbereitungslehrgang entwickelt werden. Bestandteil dieses Konzepts war u.a. ein eigens für diesen Zweck entwickeltes Lerntagebuch. Neben der konkreten Gestaltung des Lerntagebuchs und seiner Einbindung ins pädagogische Gesamtkonzept werden im Beitrag Potenziale und Herausforderungen mit Blick auf die Zielgruppe »berufliche Rehabilitanden« skizziert.
Das Haus der Berufsvorbereitung Bonn/Rhein-Sieg bietet in einem einjährigen Praxislehrgang benachteiligten Schülerinnen und Schülern der Region die Möglichkeit, sich während ihrer Schulzeit auf eine Ausbildung im dualen System vorzubereiten. Den Jugendlichen soll die Chance auf einen Ausbildungsplatz und damit auf ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis eröffnet werden. Darüber hinaus haben ausbildende Unternehmen der Region die Möglichkeit, ausbildungsreife Jugendliche zu rekrutieren, die ihnen auch nach der Ausbildung als engagierte Facharbeiter/-innen zur Verfügung stehen. Der Beitrag berichtet von Erfahrungen und Herausforderungen der berufspädagogischen Arbeit.
Neuordnung der industriellen Metall- und Elektroberufe in den Achtzigerjahren. Günter Cramer, Klaus Heimann und Hermann Schmidt im Interview mit Friedrich Hubert Esser
Die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe gehört zu den Meilensteinen in der jüngeren Berufsbildungsgeschichte. Sie ist ein hervorragendes Beispiel, um zu verdeutlichen, warum das duale System ein „lernendes System“ ist: Das Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Praxis in Neuordnungsprojekten war und ist die beste Voraussetzung dafür, die gewaltige Komplexität, die mit der Entwicklung von anspruchsvollen Berufen für ausbildungsintensive Wirtschaftsbereiche einhergeht, in praxisorientierte Lösungen zu überführen. Die Neuordnung der Metall- und Elektroberufe gehört heute noch zu den Referenzbeispielen für innovative Ordnungsarbeit. Die mit ihr verfolgten berufspädagogischen Ziele – insbesondere die Förderung der beruflichen Handlungsfähigkeit – werden aktuell in den Ansätzen für eine kompetenzorientierte Berufsausbildung fortgeschrieben. Aus dem Rückblick, in dem Wegbereiter und Gestalter bedeutsame Aspekte dieses Projekts noch einmal nachzeichnen, lässt sich vieles für die Lösung von Herausforderungen in der Ordnungsarbeit mitnehmen.
Der Übergang Schule – Beruf ist mehrsprachig, was aber in den Curricula eine untergeordnete Rolle spielt. Die Wahrnehmung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt und ihre Nutzung für die pädagogische Arbeit bleiben damit einzelnen pädagogischen Fachkräften überlassen, die damit häufig allein gelassen werden. Im Beitrag wird dafür plädiert, Mehrsprachigkeit und Sprachbildung als einen integralen Bestandteil des Übergangs zu etablieren und Fachkräfte entsprechend zu qualifizieren. Einen Ansatzpunkt bietet das Konzept der durchgängigen Sprachbildung, das allerdings im Übergangsbereich noch nicht flächendeckend angekommen ist. Transparenz und Kooperation zwischen allen Akteurinnen und Akteuren ist dafür grundlegend, die Qualifizierung der Mitarbeitenden ein Desiderat.
Rezension zu: Sorgenkinder der Berufsschule / Heinrich Abel, Erich Döring / erschienen in: Berufspädagogische Beiträge der Berufspädagogischen Zeitschrift (BPZ), H. 15/1961
Auslandspraktika gelten als Mittel der Wahl zur Förderung interkultureller Kompetenz in der Berufsausbildung. Dabei wird häufig unterstellt, dass der Kontakt zu einer fremden Kultur automatisch zu einer Steigerung von Weltoffenheit und Toleranz führt. Diese 'Kontakthypothese' gilt jedoch inzwischen als widerlegt. Auslandsaufenthalte können auch negative Effekte haben und z. B. zur Verfestigung von Vorurteilen anstatt zu deren Abbau beitragen. Deshalb sollte der Lernprozess im Ausland pädagogisch begleitet werden, damit die gewünschten Lernziele erreicht werden. Bisher mangelt es jedoch an systematischen Vorgehensweisen, das Lernen vor, während und nach einem Auslandsaufenthalt zu unterstützen und die Praktika konzeptuell in die Ausbildung zu integrieren. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag anhand von Fallanalysen der Frage nach, wie Betriebe mit Auslandspraktika umgehen und gibt Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis.
Die Ausweitung eines Übergangssystems, auch in den unterschiedlichen Formen der schulischen Berufsvorbereitung, stellt nicht nur eine ernsthafte bildungspolitische, sondern auch eine pädagogische Herausforderung dar. Der Professionalität des Bildungspersonals kommt deshalb in diesen Veränderungsprozessen eine zentrale Bedeutung zu. Im Auftrag des BIBB wurde eine Bestandsaufnahme des Fortbildungsangebots, exemplarisch für Lehrkräfte an beruflichen Schulen, bezogen auf Themen der Benachteiligtenförderung und den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt erstellt. Die hier vorgestellten Befunde beschreiben die derzeitige Situation.
Befunde aus der Bildungs- und Qualifizierungsberatung lassen insbesondere aus betrieblicher Sicht einen wachsenden Bedarf an integrierten Beratungsprozessen erkennen. Zur Unterstützung der Fachkräfteentwicklung und -qualifizierung in KMU müssen pädagogische Beratungsangebote in der Verknüpfung mit anderen Beratungsdienstleistungen stattfinden. Hierzu wurden in der Lernenden Region Trier in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen Instrumente zur Standardisierung und Professionalisierung entwickelt und erprobt, die in diesem Beitrag skizziert werden.
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