Im Februar 2025, genau 55 Jahre nach Gründung des Bundesinstituts für Berufsbildungsforschung, besuchte der ehemalige BIBB-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Schmidt das Bundesinstitut. Auf Einladung des Forschungsdirektors Prof. Dr. Hubert Ertl erinnerte er als Zeitzeuge an die Anfänge des Instituts in den 1970er-Jahren. Eindrücklich schilderte Hermann Schmidt, wie es in einer bildungspolitisch bewegten Zeit mit großem Engagement aller Beteiligten gelang, ein Forschungsinstitut für berufliche Bildung mit Leben zu füllen. Das große Interesse der BIBB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dieser Reise durch die ersten drei Jahrzehnte der Institutsgeschichte war für die BWP-Redaktion Anlass für dieses Interview.
Bei der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften stehen Betriebe aktuell vor großen Herausforderungen. Betriebliche Ausbildungsplätze bleiben zunehmend unbesetzt, stattdessen gewinnen berufsqualifizierende Studiengänge an Bedeutung. Eine große Anzahl erfahrener Fachkräfte wird in den nächsten Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden und mit ihnen viel berufliches Erfahrungswissen. Gleichzeitig sorgt der technologische und ökologische Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft (Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Green Economy) für eine hohe Dynamik. Wie reagieren Betriebe auf diese Herausforderungen? Welchen Stellenwert haben für sie Investitionen in die berufliche Qualifizierung und Kompetenzentwicklung ihrer Beschäftigten? Welche Strategien verfolgen sie dabei und welche Faktoren beeinflussen sie in ihren Entscheidungen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe.
Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Technologischer Wandel führte nicht nur zu gesteigerter Produktivität und größerem Wohlstand in den letzten Jahrzehnten, sondern gilt auch als prominenter Ungleichheitstreiber. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Digitalisierung in den 1990er Jahren in Deutschland die soziale Ungleichheit nicht in allen Aspekten erhöht hat: Durch technologischen Fortschritt sank der Einfluss des Elternhintergrunds auf die Löhne und erhöhte in dieser Hinsicht die Chancengleichheit im Arbeitsleben. Dies gilt vor allem für Beschäftigte mit Abitur.
Das Verhältnis von Arbeitsmarkt und Berufsbildung spielt für den beruflich verfassten Arbeitsmarkt in Deutschland eine zentrale Rolle. In Zeiten gesellschaftlicher Transformationen (Digitalisierung, Dekarbonisierung, De-Globalisierung) steht dieses Zusammenspiel vor großen Herausforderungen. Wie ist Berufsbildung zu gestalten, damit sie mit dem Tempo der Transformation mithalten und den je nach Branche und Region spezifischen Qualifizierungsanforderungen gerecht werden kann? Zudem gilt es zu prüfen, welche Kompetenzen zu vermitteln sind, die Auszubildenden und Beschäftigten perspektivisch eine erfolgreiche Teilhabe am Erwerbsleben und eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Wie kann Berufsbildung hierfür Zugänge öffnen und attraktive berufliche Entwicklungspfade bieten?
Die vielen Flüsse in Deutschland sind nicht nur wichtige Transportwege für Güter und Menschen, sondern auch Erholungsorte und Lebensraum. Um die Unterhaltung dieser Schifffahrtsstraßen und weiterer Gewässer kümmern sich Wasserbauer/-innen. Im Steckbrief werden ihre Aufgaben beschrieben, welche Auswirkungen der Klimawandel auf ihre Arbeit hat und wie daraus ein Azubi-Projekt wurde.
Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit! Eine Weisheit, die deutlich macht, dass eine stetige Wandlungsbereitschaft und -fähigkeit notwendig ist, um mit neuen bzw. veränderten Anforderungen des Wirtschafts- und Arbeitslebens Schritt zu halten. Grundsätzlich gilt dies auch für das Prüfungswesen. Im Beitrag wird aufgezeigt, welche Veränderungen auf der gesetzlichen und untergesetzlichen Ebene, im Bereich der Ordnungsmittel sowie in der konkreten Umsetzungspraxis in den letzten fünf Jahren angestoßen oder vollzogen wurden, um den Herausforderungen im Prüfungswesen zu begegnen.
Die Gleichwertigkeit von beruflicher und hochschulischer Bildung wird bildungspolitisch angestrebt und gefordert, doch ist sie in der Realität nach wie vor nicht erreicht. So entscheiden sich junge Menschen mehr denn je für hochschulische Bildungsgänge, weil sie sich dadurch bessere Perspektiven im Berufsleben erhoffen. Am Übergang zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung belegen Hürden bei der Anerkennung eine mangelnde Durchlässigkeit der beiden Teilsysteme und auch am Arbeitsmarkt ergeben sich Unterschiede bei der Verwertung der Abschlüsse. Die BWP-Ausgabe behandelt das Thema in seiner Vielschichtigkeit, identifiziert Gründe für die nach wie vor bestehenden Unterschiede und zeigt Perspektiven zu deren Überwindung auf.
Im Juli 2021 veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit die Mitteilung, dass mittlerweile mehr als eine Million Beschäftigte über 67 Jahre alt sind. Erwerbstätigkeit im Alter wird zunehmend zur Normalität, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Dabei zeigt sich, dass vor allem Frauen ein geringeres Alterseinkommen beziehen und häufiger durch Altersarmut bedroht sind. In diesem Beitrag wird untersucht, in welcher Weise geschlechtsspezifische Lebensverläufe den Übergang in den Ruhestand strukturieren und welchen Einfluss das Bildungsniveau darauf hat.
Um die Leitidee einer nachhaltigen Entwicklung in der Berufsbildung strukturell zu verankern, müssen entsprechende Kompetenzen identifiziert und beschrieben werden, die im Rahmen der Berufsbildung zu vermitteln sind. Im Beitrag wird ein Modell zur Beschreibung nachhaltigkeitsbezogener Kompetenzen in der Lebensmittelproduktion vorgestellt, das im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung von Modellversuchen der Förderlinie III „Entwicklung von domänenspezifischen Nachhaltigkeitskompetenzen in Berufen des Lebensmittelhandwerks und der Lebensmittelindustrie“ des BIBB-Förderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung“ (BBNE) entwickelt wurde.
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