Auch die Berufsbildung im öffentlichen Dienst muss sich den Herausforderungen durch Demografie, Digitalisierung und Europäisierung stellen. Ein BIBB-Entwicklungsprojekt hat dazu eine erste Bestandsaufnahme vorgenommen und Empfehlungen zur Fortentwicklung der Ansätze in diesem Sektor der Berufsbildung erarbeitet. Im Beitrag werden die wichtigsten Anregungen zur Neuordnung der Berufsbilder, Aufstiegsfortbildung und zur Forschung vorgestellt.
Rezension zu: Erfahren ins Netz 2.0 - Lernen älterer Beschäftigter im Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung / Roland Schewe, Matthias Rohs (Hrsg.), Waxmann Verlag, Münster 2013
Im Vordergrund der Verwaltungsmodernisierung in Deutschland steht das sog. "Neue Steuerungsmodell". Es ersetzt die traditionelle, am Finanzmitteleinsatz ausgerichtete Steuerung (Input-Steuerung) durch eine Steuerung mittels Kennzahlen und moderner verwaltungsbetriebswirtschaftlicher Instrumente - geprägt von einer produktorientierten Zielerreichung (Output-Steuerung). Durch diese Entwicklungen ergeben sich geänderte Qualifikationsanforderungen an die Fachkräfte im öffentlichen Dienst, die zukünftig ihren Niederschlag in den Ausbildungsordnungen finden sollten. Der Beitrag faßt wesentliche Ergebnisse eines als Vorstudie konzipierten Forschungsvorhabens zusammen (Elsner, M: Vom regel- und verfahrensorientierten Staatsdiener zum ergebnisorientierten Public Manager, Wissenschaftliches Diskussionspapier, Nr. 72, Bonn 2004).
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) hat ein Forschungsprojekt zur "Evaluation der Büroberufe" durchgeführt, dessen Ergebnisse und Überlegungen zur Neuordnung nun vorliegen. Die Evaluation der Ausbildungsordnungen zeigt, ob und wie die Intentionen der Neuordnung vor zehn Jahren in der betrieblichen und schulischen Ausbildung sowie in den Prüfungen umgesetzt werden. Dabei wird auch geklärt, wie Qualifikationen verwertet werden und wieweit die Ausbildungsordnungen anforderungsgerecht gestaltet sind. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Forschungsergebnisse und daraus abzuleitende Schlussfolgerungen für eine weitere Neuordnung der Büroberufe. Ergebnis der Evaluation ist, dass die Büroberufe als Querschnittsberufe in allen Wirtschaftszweigen und in der öffentlichen Verwaltung unabhängig von der Betriebsgröße akzeptiert sind. Im Unterschied zu der bisher eher binnenorientierten Ausrichtung der Büroberufe auf die Schwerpunkte Rechungs- und Personalwesen werden diese Berufe sich zukünftig stärker an den Bereichen Kundenorientierung, Projekt- und Qualitätsmanagement orientieren unter der Berücksichtigung neuer Einsatzgebiete, insbesondere E- Government, Call Center, Kundendienst und Sachbearbeitungsaufgaben in öffentlichen Verwaltungen.
Für die Berufsausbildung in der öffentlichen Verwaltung werden inzwischen ebenso wie in den meisten übrigen Wirtschaftsbereichen veränderte Zielsetzungen als erforderlich angesehen. Um die Kompetenz zur selbständigen Aufgabenbearbeitung zu fördern, sind die Ausbildungsmethoden auf diese Zielsetzung abzustimmen. Hierfür sind jedoch spezifische Merkmale der Ausbildung in der öffentlichen Verwaltung zu beachten. In einem Projekt wurden deshalb Realisierungsmöglichkeiten für eine Modernisierung der Ausbildungsmethoden untersucht.
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