Handwerk hat goldenen Boden, "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", "Handwerker sind unpünktlich und hinterlassen viel Dreck" oder auch "Handwerk ist der Ausbilder der Nation" lauten einige der mehr oder weniger populären Ansichten über den Wirtschaftsbereich Handwerk. Wie sieht es im Handwerk wirklich aus? Um die Frage zu beantworten, welches Bild Studierende der Erziehungswissenschaften und Berufsschüler vom Handwerk allgemein und von einzelnen Handwerksberufen haben, wurde eine Studie zum Prestige des Handwerks durchgeführt, deren Untersuchungsergebnisse im Beitrag vorgestellt werden. Demnach werden handwerkliche Berufe in ihrer Gesamtheit gegenüber kaufmännischen Berufen und einem Studium zwar negativ beurteilt, es gibt jedoch kein einheitliches negatives Bild des Handwerks an sich. Klar erkennbar ist jedoch ein Informationsmangel. Für die Arbeit mit angehenden Lehrern bedeuten die Untersuchungsergebnisse, daß Lehrerstudenten detaillierte Informationen zu den Handwerksberufen vermittelt werden müssen, damit diese ihre Schüler bei der Berufswahl bedarfsgerecht und kompetent begleiten können.
Der berufliche Verbleib von Absolventen der Berufsfachschulen ist nach wie vor wenig erforscht trotz steigender Schülerzahlen. Eine Diplomarbeit "Beruflicher Verbleib von Berufsschulabsolventen - Eine empirische Untersuchung im Rahmen des Regionalprojektes Sachsen" an der Technischen Universität Dresden untersuchte nun, in welchem Maße Autonomie, Kompetenz und soziale Einbindung Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung und damit die Qualität der beruflichen Eingliederung besitzen. Die Untersuchung folgt dem erziehungswissenschaftlichen Verbleibbegriff von ZIMMERMANN, wonach entscheidend für die berufliche Eingliederung das Erleben von Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung ist. Der Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse. Zunächst wird der Erwerbsstatus der Absolventen dargestellt, in einem weiteren Schritt der Zusammenhang zwischen den Formen des Erlebens und der Persönlichkeitsentwicklung nachgewiesen und schließlich beschrieben, in welchem Maße sich die erwerbstätig gewordenen Absolventen in ihrem Arbeitskontext autonom, kompetent und sozial eingebunden erleben. Die Befunde sprechen für die systematische Einbeziehung dieser Größen in künftige Verbleibsuntersuchungen.
In Betrieben gewinnt das Lernen im Arbeitsprozess zunehmend an Bedeutung. Zur Erstellung einer unternehmerischen Gesamtstrategie und bei der Intensivierung von Kommunikations- und Informationstechnologien müssen auch sozial- und erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen werden. Diese Entwicklung wird in bezug auf den Schlüsselbegriff Wissen und Gebrauch von Wissenstypen innerhalb betrieblicher Veränderungen aufgezeigt. Untersucht werden zunächst die neuen unternehmerischen Gesamtstrategien innerhalb von Organisationsentwicklungsansätzen sowie die daraus resultierenden Anforderungen an die betriebliche Berufsbildung. Ein zweiter Abschnitt behandelt Fragen der Erziehungswissenschaft bzw. der speziellen Berufs- und Betriebspädagogik, die Einfluss auf Lern- und Qualifizierungsfragen im Betrieb haben. Abschließend werden unter dem Aspekt eines neuen Wissenstypus die Bedeutung und die Gestaltung der subjektiven Seite von Arbeits- und Lernprozessen dargestellt.
Die Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen in Polen wirken sich auf das Selbstverständnis und die Funktion der Wissenschaften, insbesondere der Arbeits- und Berufspädagogik, aus. In der Diskussion um die Grundsätze der Erziehungswissenschaften und um die Entwicklung einer Theorie der Berufsbildung spielen in Polen auch die Erkenntnisse der christlichen Arbeitsphilosophie eine wichtige Rolle. Das daraus ableitbare Verständnis von Berufsbildung, die Bestimmung neuer pädagogischer Ziele und deren Folgen für die Bildungseinrichtungen und das Bildungspersonal stehen im Mittelpunkt der Ausführungen. Die mit Blick auf den europäischen Einigungsprozeß geführte Diskussion in Polen widerspiegelt die Vielfalt der unterschiedlichen Entwicklungen in der (beruflichen) Bildung in Europa.
Das Interesse und die Sicht der Betrachtung in diesem Beitrag werden durch die Erfahrungen beeinflußt, die das BBFaus seiner Arbeit seit 1970/71 in dem Teil des Bildungsbereichs gewonnen hat, der ihm durch § 60 Abs. 4 des Berufsbildungsgesetzes zugeordnet ist. Danach soll das BBF beruflichen Fernunterricht untersuchen, Vorschläge für seine weitere Entwicklung erarbeiten und einzelne berufliche Fernlehrgänge auf Antrag von Fernlehrinstituten nach bestimmten Kriterien überprüfen. Das BBF spielte damit in einem Teil des Ausbildungssektors bisher eine aktiv beeinflussende Rolle,den Erziehungswissenschaftler, Bildungspraktiker und Bildungspolitiker für wichtig genug halten, um sich zunehmendforschend, ausführend und gesetzgeberisch darin zu engagieren.
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