Jugendliche wachsen in einer Gesellschaft auf, die vom technologischen, politischen und kulturellen Wandel geprägt ist. Hinzu kommen die Herausforderungen einer offenen, demokratischen Gesellschaft und die zunehmend international verflochtene Politik und Ökonomie. Auch langfristige und eruptive Krisen bestimmen das Aufwachsen. Vieles deutet darauf hin, dass sich dadurch auch die Anforderungen an die Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben – Qualifizieren, Binden, Regenerieren und Partizipieren – erhöht haben. Der Beitrag stellt drei zentrale gesellschaftliche Entwicklungen vor und diskutiert, wie diese mit der Bewältigung der altersspezifischen Entwicklungsaufgaben zusammenhängen.
Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung steht im politischen und wissenschaftlichen Fokus. Doch wie junge Menschen in der Schweiz die Ausbildung erleben, war lange Zeit wenig bekannt. Zwischen den Anforderungen der Arbeitswelt, vorgefundenen Ausbildungsbedingungen und eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen müssen sie Strategien entwickeln, um sich im Berufsalltag zu behaupten. So zeigt dieser Beitrag, wie junge Menschen ihre berufliche Identität nicht nur durch Anpassung, sondern auch durch Widerstand, Distanzierung und Autonomiestreben formen, an welche Grenzen sie dabei stoßen, und welche Rolle die Betriebe dabei spielen.
Jugendliche ohne Berufsausbildung sind ein Dauerthema der Berufsbildungsforschung und -politik. In Deutschland zählt jede/-r fünfte junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren zu dieser Gruppe. Jede/-r vierte 14- bis 25-Jährige möchte zudem nach der Schule lieber arbeiten gehen, anstatt einen berufsqualifizierenden Abschluss anzustreben. Der wiederentdeckte Beitrag von Klaus Schweikert führt zurück in die 1970er- Jahre, als das Thema unter dem Stichwort Jungarbeiter diskutiert wurde, und erinnert an die bildungspolitischen Reformen jener Zeit.
Trotz erster ordnungspolitischer Vorgaben hat sich das interprofessionelle Lehren und Lernen in der Ausbildung in den Gesundheitsberufen noch nicht flächendeckend in Deutschland durchgesetzt. Im Projekt interEdu wurde ein Rahmencurriculum zur Förderung von Kompetenzen für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung entwickelt und praktisch erprobt. Hintergründe und erste Erfahrungen werden im Beitrag vorgestellt.
Zu viele junge Erwachsene bleiben ohne Berufsabschluss. Sie tragen ein erhöhtes Arbeitslosenrisiko, erzielen relativ geringe Einkommen und fehlen als Fachkräfte. Das ist aktuell eine bildungs- und arbeitsmarktpolitische Herausforderung, und das war es auch schon vor dreißig Jahren, als das BIBB zwischen 1995 und 2001 eine Modellversuchsreihe zur modularen berufsbegleitenden Nachqualifizierung betreute. In dem hier wiederentdeckten Beitrag stellt Peter-Werner Kloas ein Konzept für die modulare Weiterbildung im Verbund mit Beschäftigung vor. Parallelen zu den aktuell diskutierten Teilqualifikationen sind unverkennbar.
Eine steigende Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze prägt den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, ergreifen Betriebe neue Wege, um Auszubildende zu gewinnen und zu halten. Zu den arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumenten, die hier ansetzen, gehört insbesondere die Assistierte Ausbildung als Förderinstrument für benachteiligte Jugendliche. Die Unterstützungsleistungen richten sich nicht nur an Jugendliche, sondern auch an Betriebe. Im Beitrag wird untersucht, wie Betriebe von der zeitlichen und personellen Entlastung profitieren und inwiefern die Unterstützung zur Stabilisierung und Verbesserung des Ausbildungsverhältnisses beiträgt.
Der beruflichen Ausbildung wird für die Demokratiebildung von jungen Erwachsenen eine zentrale Rolle zugeschrieben. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Potenziale und Herausforderungen der Demokratiebildung an den Lernorten Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Die Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen diskutiert.
Demokratische Gesellschaften leben vom freiwilligen Engagement ihrer Bürger/-innen. Dies setzt Autonomie im Handeln, Denken und Urteilen voraus. Der klassische Begriff dafür heißt "Mündigkeit". Er bezeichnet die individuelle Fähigkeit von Gesellschaftsmitgliedern, ein aufgeklärtes, verantwortungsbewusstes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Diese Definition lässt jedoch die Frage offen, welche besonderen Kompetenzen zur Wahrnehmung politischer Teilhaberechte in demokratischen Gesellschaften erforderlich sind. Der folgende Beitrag gibt Antworten. Dazu werden Debattenhintergründe und ausgewählte Konzepte demokratischer Handlungskompetenz seit den 1990er-Jahren vorgestellt und darauf aufbauend die Möglichkeiten demokratischer Kompetenzförderung in der Berufsbildung skizziert.
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