Nachwuchssorgen in den klassischen Ausbildungsberufen und Fachkräfteengpässe werden besonders in ländlichen Regionen immer größer. Daher haben mittelständische Unternehmen im Paderborner Land die Initiative ergriffen, das seit über 20 Jahren bestehende Berufliche Aus- und Weiterbildungsnetzwerk im gewerblichen Bereich (BANG) in Ostwestfalen um ein branchenübergreifendes BANG StarterCenter zu bereichern. Seit 2017 führt das Berufsorientierungszentrum (BOZ) gemeinsam mit Unternehmen Ausbildungsmarketing unter einem Dach erfolgreich durch.
Für den BIBB-Präsidenten Manfred Kremer macht es beim derzeit herrschenden Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen keinen Sinn, alternative Ausbildungsmöglichkeiten abzulehnen. In dem Kommentar betont er, notwendig sei eine vorbehaltlose Zusammenarbeit zwischen regionaler Wirtschaft, Kammern, beruflichen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Mit neuen Formen der dualen Kooperation sollten erstklassige ergänzende Berufsbildungsangebote entwickelt werden. Aus unproduktiven Warteschleifen müssten produktive Bildungsketten entstehen. Ziel sei es, möglichst allen Jugendlichen innerhalb von drei Jahren nach der Schule einen arbeitsmarktgängigen Berufsausbildungsabschluss zu ermöglichen.
Im OECD-Bericht "Education at a Glance" (Bildung auf einen Blick) von 2004 weisen - basierend auf dem Mikrozensus 2002 - Erwerbspersonen mit dualer Berufsausbildung in allen Altersgruppe höhere Erwerbslosenraten auf als Erwerbspersonen mit einem Berufsfachschulabschluss (je nach Altersgruppe +2 Prozent bzw. +3 Prozent) Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Sind sie auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zurückzuführen, oder werden Personen verglichen, die sich systematisch in arbeitsmarktrelevanten Merkmalen unterscheiden? Mit der vereinfachten Zulassung von Berufsfachschulabsolventen zur Kammerprüfung sind nach dem neuen Berufsbildungsgesetz diese Fragen von besonderem Interesse. Auf Basis des Mikrozensus 2003 wird in dem Beitrag aufgezeigt, wie sich Absolventen der unterschiedlichen Systeme (duales System, Berufsfachschulen) hinsichtlich ihrer Erwerbschancen unterscheiden, wenn vergleichbare Bedingungen geschaffen werden. Die Analysen geben keine Hinweise darauf, dass es systematische Unterschiede im Erwerbslosigkeitsrisiko zwischen Absolventen einer dualen Berufsausbildung und vollqualifizierender BFS gibt, die auf die spezifische Form der Ausbildung (Schule vs. Betrieb) zurückzuführen sind. Auf den ersten Blick vermeintlich erkennbare Unterschiede beruhen auf Selektivitätseffekten: unterschiedliche Bildungsniveaus und unterschiedliche Berufsbereiche sowie Ost/West-Unterschiede, die das Arbeitsmarktrisiko maßgeblich beeinflussen.
Weiterbildungsberatung hat in den ostdeutschen Bundesländern viel Resonanz als Orientierungshilfe bei den Bürgern gefunden. Sie unterstützt auch die Entwicklung und Umsetzung regionaler Bildungs-, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik. Der Beitrag skizziert den Aufbau personenbezogener Weiterbildungsberatung durch Landes- und Bundesinitiativen. Ein vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickeltes Dokumentationsverfahren für Beratungsgespräche wird in seinen Grundzügen dargestellt. Ergebnisse aus der Arbeit der Beratungsstellen geben Aufschluss über die Struktur der Ratsuchenden, über inhaltliche Schwerpunkte der Beratungsgespräche und Trends in der Weiterbildungsberatung.
Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse zweier Repräsentativstudien über junge Erwachsene ohne anerkannten Berufsabschluss von 1990 in den alten und 1991/92 in den neuen Bundesländern vor. In den alten wie auch in den neuen Bundesländern setzt sich der Personenkreis der jungen Erwachsenen ohne anerkannte Berufsausbildung aus sehr heterogenen Teilgruppen zusammen. Aufgrund des hohen Anteils von Arbeitslosen und von Erwerbstätigen ohne anerkannte Berufsausbildung in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist diesem Personenkreis dringend der Weg in stabile Beschäftigungsverhältnisse zu öffnen.
Der West-Ost-Innovationstransfer im Bereich der Weiterbildung zeigt offensichtliche Mängel. Durch die quantitativen Herausforderungen in den neuen Ländern werden typische Defizite der westdeutschen Weiterbildung deutlicher und wirken sich z.T. innovationshemmend aus. Die neuen Aufgaben bieten jedoch auch die Chance, neue Instrumente und Rahmenbedingungen zu entwickeln, die über einen Ost-West-Innovationstransfer zu einer Neuorientierung der gesamten Weiterbildung beitragen.
Die Konkurrenz um Ausbildungs- und Arbeitsplätze ist in den dünn besiedelten, peripher gelegenen Regionen mit überdurchschnittlichen Geburtenraten und unterdurchschnittlicher Beteiligung an der wirtschaftlichen Expansion der Nachkriegszeit besonders hoch. Durch die geringere Belastbarkeit der Ausbildungs- und Arbeitsmärkte in strukturschwachen Regionen drohen dort in Jahren hohen Bedarfsdrucks gravierende Engpässe. Die Mittel der Berufsbildungspolitik müssen daher nach Kriterien des Ausgleichs regionaler Benachteiligungen eingesetzt und die instrumentellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden.
Es sollen mögliche Ursachen für regionale Unterschiede in der Versorgung mit Ausbildungsplätzen untersucht werden. Daneben sollte exemplarisch die Anwendbarkeit statistischer Daten eines im Rahmen des Forschungsprojektes 1.015 entwickelten Rasters auf aktuelle bildungspolitische Probleme nachgewiesen werden. Im Hinblick auf die zugrundeliegenden statistischen Daten ist zu betonen, daß sie, da sie für unterschiedliche Verwaltungseinheiten erhoben wurden, den Interpretationsmöglichkeiten Grenzen setzen. Dies gilt insbesondere für die Arbeitsamtsbezirke Brühl und Bergisch-Gladbach.
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