Künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile auch in der Arbeitswelt angekommen. Wie bereits bei früheren technologischen Innovationen stellen sich erneut Fragen nach Ersetzung (Substitution) respektive Ergänzung (Augmentation) menschlicher Arbeit. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Folgen die Nutzung von KI für Arbeitsergebnisse aus Beschäftigtensicht hat. Hierzu werden aktuelle Befragungsdaten des Projekts Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (DiWaBe 2.0) ausgewertet und auf Ebene von Berufshauptgruppen der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) differenziert. Im Ergebnis zeigt sich eine unterschiedliche Exposition der Berufe sowie eine relevante Korrelation von Substitutions- und Augmentationseffekten.
Nach einer gut achtjährigen Entwicklungszeit präsentierte die Europäische Kommission 2018 mit ESCO (European Taxonomy of Skills, Competences, Qualifications and Occupations) eine neue Plattform zur europaweiten Vergleichbarkeit und Verknüpfung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über Aufbau, Funktion und Ziele von ESCO als neuem Transparenzinstrument europäischer Berufsbildungspolitik und reißt Fragen zu einer möglichen Steuerungswirkung für die nationale Berufsbildung an. Abschließend gibt der Beitrag einen Ausblick auf ein neues BIBB-Projekt, das Relevanz und Funktion von ESCO für ausgewählte EU-Mitgliedstaaten vergleichend analysiert.
Ist die althergebrachte Idee des ehrbaren Kaufmanns noch zeitgemäß angesichts moderner Unternehmen und Märkte? Und passen allgemeinpädagogische Ansätze der Werte- und Moralerziehung zu den spezifischen Zielen und Bedingungen der Berufsbildung? Der Beitrag skizziert ein wirtschaftsdidaktisches Konzept, das demgegenüber die Relevanz moderner Wirtschafts- und Unternehmensethik betont. Als zeitgemäßes Leitbild für die Fortschreibung der berufsmoralischen Bildung von Kaufleuten könnte Sozialpartnern und Wirtschaftslehrkräften die Figur des mündigen Wirtschafts- und Organisationsbürgers dienen.
The original purpose of the International Standard Classification of Education (ISCED) was solely to facilitate standardised international comparisons of statistics across education systems. Over the course of decades it proved so useful that, more recently, it has also been invested with an evaluative function and treated as a reference standard which informs the development of new qualifications, qualification frameworks or entire education systems. Nevertheless, it only gives a limited reflection of the reality within education systems and the diversity of existing qualifications, and even the new version of ISCED approved at the end of 2011 in no way alters that fact. The aim of the article is therefore to understand the underlying basis of the ISCED classification and the comparative scales and values that may be used to map a qualification to a level. Ambiguities mainly arise at the point where a qualification’s valence, in the sense of rigour and complexity of content, justifies the mapping of a qualification to a particular level.
Die International Standard Classification of Education (ISCED) diente ursprünglich nur der Erstellung standardisierter, international-vergleichender Statistiken über Bildungssysteme. Erst im Laufe der Jahrzehnte hat sie sich als so nützlich erwiesen, dass ihr mittlerweile auch eine bewertende Rolle zugesprochen wird und sie als ein Standard gilt, an dem sich die Entwicklung neuer Qualifikationen, Qualifikationsrahmen oder ganzer Bildungssysteme orientiert. Trotzdem spiegelt sie die Realität in Bildungssystemen und die Vielfalt existierender Qualifikationen nur bedingt wider, woran auch die Ende 2011 verabschiedete Neufassung der ISCED nichts ändert. Ziel des Beitrags ist es daher, nachzuvollziehen, auf welcher Basis die ISCED beruht und mithilfe welcher Vergleichsmaßstäbe und Wertvorstellungen die Zuordnung einer Qualifikation zu einem bestimmten Niveau erfolgt. Dabei zeigen sich Unklarheiten vor allem dort, wo die Wertigkeit im Sinne von inhaltlicher Komplexität und Anspruch die Zuordnung einer Qualifikation zu einer bestimmten Niveaustufe rechtfertigt.
ESCO steht für 'European Taxonomy of Skills, Competences and Occupations' und ist eine neue Initiative der EU, die auf die vom Europäischen Rat verabschiedete Strategie 'New Skills for new Jobs' zurückgeht. Zielsetzung und Nutzen von ESCO, erste Umsetzungsschritte und weitere Perspektiven werden in diesem Beitrag aus Sicht der Bildungspolitik und Arbeitsverwaltung vorgestellt.
Die Angabe von Beruf oder beruflichen Tätigkeiten ist in der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschung sowie in allen Statistiken rund um den Arbeitsmarkt von großer Bedeutung. Damit können spezifische Fragestellungen zur beruflichen Mobilität, zum Fachkräftebedarf oder auch zum Ausbildungsmarkt beantwortet werden. Zentrale Voraussetzung ist jedoch eine geeignete aktuelle Berufsklassifikation. Mit der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) wurde für Deutschland eine realitätsnahe Klassifikation entwickelt, die Art und Komplexität der beruflichen Tätigkeiten gleichermaßen erfasst.
Internationale Vergleichsstudien belegen immer wieder die Selektivität des allgemeinbildenden Schulsystems in Deutschland. Doch wie sieht es in der beruflichen Bildung aus? Gelingt es hier, das System für unterschiedliche Adressatengruppen mit je spezifischen Kompetenzen und Interessen zu öffnen und sie ressourcenorientiert und bedarfsgerecht zu fördern? In dieser Ausgabe geht es um die Frage, wie es um die Integrationskraft des Berufsbildungssystems in sozialer und ökonomischer Hinsicht bestellt ist und diese gestärkt werden kann. BIBB-Präsident Manfred Kremer hebt im Editorial zu dieser Ausgabe hervor, dass die Anerkennung von Vielfalt ein Gewinn für alle ist und fordert, die Vorteile der Vielfalt sowohl im allgemeinen Schulwesen als auch in der Berufsbildung besser zu erschließen. Weitere Beiträge im Heft befassen sich mit der neuen Klassifikation der Berufe (KldB 2010), der Strukturierung von Ausbildungsberufen sowie den Erfahrungen mit dem 3. Weg in der Berufsausbildung in NRW.
Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat auf seiner Sitzung am 10. März 2011 die Stellungnahme zu "European Taxonomy of Skills, Competences and Occupations"(ESCO) verabschiedet.
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