Am 24. und 25.10.1991 fand im BIBB eine Fachtagung der Modellversuchsreihe "Berufliche Qualifizierung von Erwachsenen, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben und ein besonderes Arbeitsmarktrisiko tragen" statt. An der Tagung, die unter dem Thema stand "Umschulung - ein Weg zur Verbesserung der beruflichen Situation von Frauen'?", nahmen die Projektleiter und -Ieiterinnen sowie die wissenschaftlichen Begleitpersonen der frauenspezifischen Modellversuche teil.
Aus der Analyse der Weiterbildungsstatistik in Nordrhein-Westfalen geht hervor, dass Frauen vor allem bei den qualifizierten Massnahmen deutlich unterrepräsentiert sind. "Ihre 'Wiedereingliederung' findet vorwiegend in der Form von Anpassungsmassnahmen, daneben in Lehrgängen zur Verbesserung der Vermittlungsmöglichkeiten, sog. Paragraph 41 a-Kursen statt, die oft nur wenige Wochen dauern. Die Analyse zeigt auch, dass die Ursachen für die starke Unterpräsentierung von Frauen bei Aufstiegsmassnahmen nicht bei der fehlenden beruflichen und schulischen Vorbildung zu suchen sind, sondern beim zu einseitigen Schulungsangebot in allen wichtigen Frauenberufen (mit Ausnahme einiger kaufmännischer Berufe) sowie bei der Verknüpfung der Förderung mit der eigenen Vorleistung, wodurch Frauen mit familienbedingten Arbeitsmarktrisiken strukturell benachteiligt werden."
Der Beitrag untersucht mittels explorativer Auswertungen von Verwaltungsdaten, wie Wiener Jugendlichen der Berufseinstieg nach einer dualen Ausbildung gelingt. Dabei werden auch der Verbleib im Ausbildungsbetrieb bzw. in der Ausbildungsbranche sowie Arbeitsplatzwechsel und die weitere Erwerbs- und Einkommenskarriere in Abhängigkeit von der Beendigung des Lehrverhältnisses im Lauf der ersten drei Jahre betrachtet. Ziel ist somit, die kurz- bis mittelfristige Arbeitsmarktintegration nach einer Lehrlingsausbildung quantitativ zu untersuchen.
Mit dem Abschluss eines dualen Studiums verbinden die (potenziell) Studierenden einen sicheren Berufseinstieg und gute Karrierechancen. Aber wie sieht der Übergang in den Job tatsächlich aus? Im Beitrag werden auf der Basis eines am IAQ durchgeführten Forschungsprojekts der berufliche Einstieg und die Zukunftspläne dieser Gruppe von Bachelorstudierenden betrachtet. Die Ergebnisse unterstützen sowohl Schulabgänger/-innen bei ihrer Studien- und Berufswahl als auch Betriebe und Hochschulen bei der Gestaltung und Weiterentwicklung dualer Studiengänge.
Im Zuge der Aufwertung des informellen Lernens am Arbeitsplatz hat sich das Interesse der Berufsbildungsforschung auch dem auftragsorientierten Lernen im Handwerk zugewendet. Die in der Ausbildung des Handwerks verwendeten Methoden und Lernunterstützungen wurden in einem Forschungsprojekt untersucht und zu einem handwerksgerechten Methodenkonzept verdichtet. Ziel war es, die authentischen Lern- und Arbeitssituationen in der Ausbildung möglichst wenig durch berufspädagogische Massnahmen zu verändern. Ein zweiter im BIBB entwickelter Ansatz ging davon aus, dass das Ausbilden mit Lernaufträgen und auftragsbezogenen Leitfäden sowie die ganzheitliche Beteiligung der Lehrlinge in allen Phasen des Kundenauftrages eine notwendige Erweiterung des auftragsorientierten Lernens darstellt.
Die schwierige Arbeitsmarktlage in Ostdeutschland wirkt sich nachhaltig auf den beruflichen Einstieg von ausgelernten Berufsanfängern einer betrieblichen Berufausbildung aus, so dass selbst Berufsanfängern mit guter Schulbildung und fachlicher Qualifikation ein erfolgreicher Berufseinstieg nicht möglich ist. In dem Beitrag werden Ergebnisse einer BIBB-Befragung von rund 650 Ausbildungsabsolventen aus den neuen Bundesländern zur beruflichen Situation und zum Berufsverlauf in den Jahren 1996 und 1997 vorgestellt. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Erfolg oder Misserfolg der beruflichen Einstiegsphase in hohem Maße von der Realisierung einer ausbildungsgerechten Anschlussbeschäftigung abhängt. Das Sofortprogramm der Bundesregierung zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit soll auch dazu beitragen, den Übergang Jugendlicher von Ausbildung in Beschäftigung zu erleichtern.
Unter dem Gesichtspunkt der Modularisierung wird darüber nachgedacht, ob die Berufseinstiegsprobleme von benachteiligten Jugendlichen nicht durch einfachere, theoriegeminderte bzw. zeitlich verkürzte Ausbildungsgänge gelöst werden können. Die Modularisierungsdiskussion wird dabei auf das Ziel gelenkt, nicht mehr alle Module eines Berufsbildes zu vermitteln und so den Weg zum anerkannten Berufsabschluss einfacher zu gestalten. In dem Beitrag werden diese Sonderausbildungsgänge unter den Aspekten Berufsfähigkeit, Bedarf an Kurzausbildungsgängen, europaweite Anerkennung der deutschen Ausbildung und Ausbildungsaufwand kritisch beleuchtet. Die Einführung von Sonderberufen und zeitlich verkürzten Ausbildungsberufen wird abgelehnt. Für Jugendliche, die trotz Förderung den vollwertigen und bundeseinheitlichen Ausbildungsabschluss nicht erreichen, wird ein neues zusätzliches Zertifizierungsverfahren auf der Ebene von Berufsbildpositionen unter Beibehaltung des Berufskonzepts und der Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle vorgeschlagen.
In Betrieben gewinnt das Lernen im Arbeitsprozess zunehmend an Bedeutung. Zur Erstellung einer unternehmerischen Gesamtstrategie und bei der Intensivierung von Kommunikations- und Informationstechnologien müssen auch sozial- und erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen werden. Diese Entwicklung wird in bezug auf den Schlüsselbegriff Wissen und Gebrauch von Wissenstypen innerhalb betrieblicher Veränderungen aufgezeigt. Untersucht werden zunächst die neuen unternehmerischen Gesamtstrategien innerhalb von Organisationsentwicklungsansätzen sowie die daraus resultierenden Anforderungen an die betriebliche Berufsbildung. Ein zweiter Abschnitt behandelt Fragen der Erziehungswissenschaft bzw. der speziellen Berufs- und Betriebspädagogik, die Einfluss auf Lern- und Qualifizierungsfragen im Betrieb haben. Abschließend werden unter dem Aspekt eines neuen Wissenstypus die Bedeutung und die Gestaltung der subjektiven Seite von Arbeits- und Lernprozessen dargestellt.
Mit der Einführung des europäischen Binnenmarktes und der Erweiterung der Union haben sich neue Rahmenbedingungen für das Zusammenleben herausgebildet. Vor dem Hintergrund der sich ändernden Anforderungen an Arbeit und Qualifikation geht es in diesem Beitrag darum, die Bildungschancen junger Menschen aus eingewanderten Familien näher zu betrachten. Welche Bevölkerungsgruppen gehören zu den Modernisierungsgewinnern bzw. -verlierern und welche Chancen der beruflichen Qualifizierung und der beruflichen sowie sozialen Integration erhalten Jugendliche und junge Erwachsene, deren Eltern emigriert sind, und die zumindest einen Teil ihrer Kindheits- und Jugendzeit in Deutschland oder einem anderen europäischen Land verbracht haben? Die Analyse konzentriert sich auf vier Länder mit einem bedeutenden Potential junger Menschen aus eingewanderten Familien: Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland.
Wachsende Aufwendungen für Weiterbildung und aktive Arbeitsmarktpolitik begründen ein zunehmendes Interesse an Ansätzen zur Evaluierung der Effektivität entsprechender Programme. Der Beitrag untersucht die Ziele von Weiterbildung und geht auf die Problematik der Kosten und Erträge von Weiterbildungsmaßnahmen ein. Die Ziele sind Bezugspunkt einer Evaluierung von Weiterbildung, denn nur über die konkreten Ziele läßt sich die Effektivität eines Weiterbildungsprogramms bestimmen. Als zweiter Punkt werden die Kosten dem Nutzen eines Programms gegenübergestellt. Im letzten Teil des Beitrags wird über Evaluierungsstudien für Weiterbildungsprogramme aus den USA berichtet, die dem engeren Konzept einer Kosten-Nutzen-Analyse folgen.
In den letzten Jahren haben die ersten Berufsjahre junger Fachkräfte an Bedeutung gewonnen. Das Weiterlernen nach der Lehre ist für den Erwerb von über die Ausbildung hinausgehenden, berufswichtigen Qualifikationen unerläßlich. Kennzeichnend für die Qualifizierungsprozesse in der Zeit erster Berufstätigkeit ist, neben der formalisierten Weiterbildung, vor allem das Lernen am Arbeitsplatz und im Arbeitsvollzug selbst. Dabei zeigt sich, daß je nach Tätigkeitsbereichen und "Unternehmenskultur", je nach beruflichen Positionen und Arbeitsbedingungen die Chancen, in den ersten Berufsjahren weiterzulernen, sehr unterschiedlich sein können. Eine stärkere Gestaltung dieser Phase unter Lerngesichtspunkten würde vor allem Fachkräften mit bislang geringeren Chancen zugute kommen und könnte ihnen den Berufseinstieg erleichtern.
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