Angesichts kürzer werdender Innovationszyklen und technologischer Sprünge bei Produktions-Verfahren und Werkstoffen reichen Erstausbildung und berufliche Erfahrung nicht mehr aus und gewinnt Weiterbildung eine Schlüsselposition. Kleine und mittlere Unternehmen können die notwendige Weiterbildung zum Erhalt der vorhandenen und zukünftig noch wichtiger werdenden Flexibilität nicht selbst organisieren. In zwei Projekten untersucht das Friedrichsdorfer Büro für Bildungsplanung, Salzgitter, welche Veränderungen notwendig sind, damit Weiterbildungsträger auf diesen Bedarf genau passende Weiterbildungsmaßnahmen entwickeln und anbieten können. In einem Forschungsprojekt mit 12 Trägern werden vor allem die Bedingungen zur Entwicklung neuer Maßnahmen (neuer Vermittlungsmethoden, neuer Lehrgangsorganisation) untersucht. In einer Modellversuchsreihe mit 7 Trägern wird entwickelt und erprobt, wie Qualifizierungsberatung als Instrument eingesetzt werden kann, damit den kleinen und mittleren Unternehmen die Serviceleistungen angeboten werden, die im Zusammenhang mit der Qualifikation bisher fehlen.
Seit 1980 läuft ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft für die Förderung der Berufsausbildung von benachteiligten Jugendlichen, das eine außerbetriebliche Berufsausbildung für Jugendliche ermöglicht, die sonst keine Chance hätten, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Träger dieser Bildungsmaßnahmen sind überwiegend sogenannte "Freie Träger", z. B. Einrichtungen der Kirchen oder der Wohlfahrtsverbände. Das Diakonische Werk an der Saar führt im Rahmen dieses Programms eine außerbetriebliche berufliche Vollausbildung in verschiedenen Ausbildungsberufen durch.
Der Forderungs- und Erwartungskatalog, der an die Weiterbildung für die kommenden Jahrzehnte gerichtet wird, reicht von "Weiterbildung muß zum gleichberechtigten Teil unseres Bildungswesens werden" bis "Lebenslanges Lernen ist unerläßliche Voraussetzung für berufliche Sicherheit". Er ist nicht nur ebenso umfangreich wie vielfältig, er ist zugleichauch Ausweis dafür, daß Weiterbildung aus dem bildungspolitischen Aschenputtel-Dasein einer Bildungsarbeit nach Lust und Laune einzelner sogenannter "freier Träger" endgültig ins bildungspolitische Bewußtsein und damit in ein Zentrum der bildungspolitischen Diskussion gerückt ist. Das verlangt aber, rechtzeitige grundsätzliche Überlegungen sowohl zur Rolle der Weiterbildung heute und in Zukunft wie auch zu speziellen Aspekten ihrer Strukturen und Inhalte aufzuzeigen.
Ein Einblick in die Praxis beruflicher Bildung Behinderter soll in dem folgenden Beitrag gegeben werden. Er führt darüber allerdings insofern hinaus, als in ihm zugleich die Problematik der Abgrenzung eines staatlich geordneten Bereichs beruflicher Bildung gegen einen von freien Trägern verantworteten Bereich angesprochen wird.
Geflüchtete benötigen umfangreiche Unterstützung in vielen Lebensbereichen, insbesondere auch beim Übergang in Ausbildung. Die Koordination der Unterstützungsangebote ist jedoch eine Herausforderung. Die Evaluationsergebnisse des Programms "Berufliche Orientierung für Zugewanderte (BOF)" zeigen, wie wichtig eine breite Vernetzung der Projektträger ist, um Zugewanderte in Ausbildung zu begleiten. Der Beitrag formuliert hierzu Handlungsempfehlungen.
Aufgabe der Ausbilder/-innen ist es, den Fachkräftenachwuchs für den digitalen Wandel fit zu machen. Weiterbildung hilft ihnen dabei, diese Aufgabe zu meistern. Das NETZWERK Q 4.0, ein BMBF-gefördertes Projekt, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in enger Zusammenarbeit mit 13 Bildungswerken der Wirtschaft und zwei weiteren Trägern beruflicher Bildung umgesetzt wird, erstellt passende Angebote für genau diesen Bedarf. Dieser Beitrag stellt vor, wie im NETZWERK Q 4.0 Qualifizierungsbedarfe ermittelt und mittels eines Design-Thinking-Prozesses in qualitätsgesicherte Weiterbildungsangebote übersetzt werden. Abschließend werden die bisherige Rezeption der Weiterbildungen betrachtet und weiterer Anpassungsbedarf perspektivisch aufgezeigt.
Mit Brückenkursen bereitet das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) junge Menschen aus Indien auf eine Ausbildung in Deutschland vor. Die Kombination aus sprachlicher, fachlicher und interkultureller Orientierung sowie Organisationsunterstützung soll dazu beitragen, den Migrationsprozess vorzubereiten und zu begleiten und somit die Integration in Deutschland zu erleichtern.
Auf regionaler Ebene ist berufliche Bildung in ein Gesamtangebot von Bildungsmaßnahmen eingebunden. Vor Ort wirken verschiedene Bildungseinrichtungen – so auch die Träger der beruflichen Aus- und Weiterbildung – an einem Gesamtbildungsangebot mit. Dieses ist aus kommunaler Sicht wiederum Gegenstand eines kommunalen Bildungsmanagements, das darauf zielt, das Bildungsinteresse der Zivilgesellschaft in allen Facetten zu bedienen. Das Bundesprogramm "Lernen vor Ort" und dessen Weiterführung in einer "Transferinitiative KBM" zeigen auf, wie kommunales Bildungsmanagement konkret ausgestaltet und über Transferhilfen weiterentwickelt werden kann. Wir werden die Erfahrungen und Ergebnisse dieser Programme aufzeigen und herausarbeiten, welche Konsequenzen sich daraus für die berufliche Bildung ergeben.
Das Pflegeberufegesetz sieht zahlreiche Änderungen für die Pflegeausbildungen vor. Bundeseinheitliche Rahmenpläne dienen den Ländern, Bildungsträgern und Pflegeschulen nun als Orientierung für die Entwicklung der Curricula und Ausbildungspläne. Zudem enthält das Gesetz u.a. auch Regelungen zur hochschulischen Erstausbildung und zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse. Die BWP-Ausgabe geht der Frage nach, wie sich durch diese Neuerungen die Qualifizierung in der Pflege verändern wird und wie die praktische Umsetzung begleitet werden kann.
Alle zwei Jahre erstellt das Research Centre for Education and the Labour Market (ROA) der Universität Maastricht mittelfristige Arbeitsmarktprognosen für 21 Branchen und über 100 Berufsgruppen und Ausbildungstypen. Diese Prognosen werden zusammen mit Indikatoren zur aktuellen Arbeitsmarktsituation in einer Online-Datenbank – dem Arbeitsmarktinformationssystem (AIS) – veröffentlicht. Im Beitrag werden die Grundlagen der Arbeitsmarktprognosen und die Inhalte des AIS vorgestellt. Auch wenn das AIS zahlreiche Daten und Prognosen enthält, die für Arbeitgeber, politische Entscheidungsträger und für die Arbeitsvermittlung von Nutzen sind, legt der Beitrag den Schwerpunkt auf die Bedeutung des AIS zur Unterstützung der Ausbildungsentscheidung junger Menschen.
Für die Arbeit mit Flüchtlingen und Auszubildenden mit Migrationserfahrung ist eine Auseinandersetzung mit sprachlichen, kulturellen und psychosozialen Aspekten alltäglicher Interaktionen nützlich, um schwierigen Situationen angemessen begegnen zu können. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten BIBB-Projekts entwickelt die Fachstelle überaus im BIBB in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Bildungsträger Fresko derzeit ein Qualifizierungskonzept für betriebliche Ausbilder/-innen, das über eine reine Sprachsensibilisierung hinausgeht und den Erwerb fachlicher Kenntnisse mit der gemeinsamen Reflexion von persönlichen Erfahrungen und Bewertungen verbindet. Hintergründe, Zielsetzung und konzeptionelle Grundlagen werden im Beitrag vorgestellt.
Kommunale Schulträger sind über Landesgesetze verpflichtet, Schulentwicklungsplanungen vorzulegen. Mit ihrer – für die Berufsbildung in Deutschland typischen – großen Anzahl an Akteuren und Verflechtungen mit bundes- und landesweiten Regelungen und Entwicklungen gerät dabei die Entwicklungsplanung für berufliche Schulen an Grenzen der Steuerbarkeit. Im Beitrag werden zunächst allgemeine Problemlagen einer solchen Entwicklungsplanung sowie Optionen für eine mögliche regionale Koordinierung im Bereich der beruflichen Schulen beschrieben. Im Fallbeispiel einer angestrebten regionalen Koordination in Hessen werden anhand der Fachklassenproblematik im dualen System einige Herausforderungen für eine zielgerichtete regionale Berufsschulentwicklung benannt.
Im Bereich des lebenslangen Lernens setzen sich Bildungsungleichheiten fort. Um die Beschäftigungschancen bildungsferner Personen durch Weiterbildung zu erhöhen und deren Potenziale besser auszuschöpfen, gilt es, verschiedene Hemmnisse zu überwinden. In der wbmonitor-Umfrage 2015 wurden Einschätzungen der Weiterbildungsanbieter zur Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung Bildungsferner erhoben. Auf dieser Basis gibt der Beitrag Impulse für Erfolg versprechende Strategien.
Im Beitrag werden die Ergebnisse einer Studie im Landkreis Erding vorgestellt, die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt einer wirtschaftsstarken Region in den Blick nimmt. Dabei werden die Ursachen des Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage beleuchtet. Im Ergebnis zeigen sich Passungsprobleme zwischen den Bedarfen und Erwartungen von Betrieben und Jugendlichen. Auf dieser Grundlage werden abschließend Lösungsansätze skizziert, die für Betriebe, die Kommunalverwaltung und Bildungsträger im Landkreis von Bedeutung sind.
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