Studien belegen regelmäßig die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung. Auch die Europäische Kommission nimmt mittlerweile das duale Ausbildungssystem als wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa wahr. Doch das duale Ausbildungssystem in Deutschland steht vor neuen Herausforderungen. Um die Begabungspotenziale noch besser auszuschöpfen und das lebenslange Lernen stärker als bisher zu fördern, gewinnt die Verknüpfung von Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, Fortbildung und Hochschulbildung zunehmend an Bedeutung. Der Artikel macht einen Vorschlag zur kompetenzorientierten Beschreibung von Lerneinheiten, um die Anschlussfähigkeit von Bildungsgängen über die Ordnungsmittel zu sichern. In diesem Zusammenhang werden Ergebnisse des baden-württembergischen Projekts „Eurolevel“ zur Anrechnung vollzeitschulisch erworbener Kompetenzen auf eine duale Ausbildung vorgestellt.
Maßnahmen der Berufsvorbereitung sind wichtige Instrumente der Rekrutierung von Nachwuchskräften. Dies kann an zusätzlicher Relevanz gewinnen, wenn die Durchlässigkeit zwischen der Berufsausbildungsvorbereitung und der Berufsausbildung gesteigert wird. Die Deutsche Bahn hat sich an der Betrachtung ebendieser Schnittstelle in der Pilotinitiative DECVET des BMBF beteiligt. Im Beitrag wird beschrieben, wie über die Definition von Lernergebniseinheiten und mithilfe eines Kompetenzfeststellungsverfahrens die Erreichung der Lernergebniseinheiten überprüft werden können. Dies stellte die Basis für eine Anrechnung von Leistungen dar. Deutlich wird, dass damit Instrumente vorliegen, mit denen die Transparenz und die Qualität der Bildungslandschaft insgesamt deutlich gesteigert werden können.
Die Schaffung eines europäischen Bildungsraums erfordert eine nahtlose und vernetzte Lernlandschaft, die Mobilität und lebenslanges Lernen für alle ermöglicht. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden in verschiedenen europäischen Ländern diesbezüglich Anstrengungen unternommen und ein lernergebnisorientierter Ansatz verfolgt, um die Transparenz und Übertragbarkeit von Qualifikationen zu verbessern. Im Beitrag wird das Ergebnis einer Cedefop-Studie zum derzeitigen Entwicklungsstand vorgestellt.
Angesichts zunehmender Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen, wurden in den letzten Jahren die Anstrengungen verstärkt, Studienaussteigende für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen. Ein besonderer Fokus der Angebote liegt dabei auf Verkürzungen der Ausbildungsdauer. Eine Anrechnung hochschulischer Lernleistungen in der Ausbildung ist allerdings bislang rechtlich nicht möglich. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, welche Verkürzungsoptionen Studienaussteigenden, die sich für eine Berufsausbildung interessieren, in der Praxis angeboten werden und wie diese sich zu den bestehenden Regelungen verhalten. Damit einher geht auch die Frage, ob eine Änderung bisheriger Regelungen erforderlich oder sinnvoll ist, um die Berufsbildung als Alternative zur Hochschule zu stärken.
Die Berufsbildung in Finnland ist für viele Menschen attraktiv: Etwa 45 Prozent einer Altersgruppe entscheiden sich für diese Form der Sekundarbildung. Auch die Möglichkeit internationaler Mobilität von Lernenden und Bildungspersonal in der Berufsbildung wird intensiv genutzt, sie nahm in den vergangenen zehn Jahren um ca. 50 Prozent zu. Dieser Beitrag vermittelt einen Überblick über die Internationalisierung der finnischen Berufsbildung. Er untersucht einige strategische Schritte auf diesem Weg und umreißt Herausforderungen und Chancen.
Dem dualen Studium wird das Potenzial zugesprochen, eine wichtige Rolle bei der Kompetenzentwicklung für Berufe des 21. Jahrhunderts zu spielen. Bislang sind duale Studiengänge vor allem ein deutsches Phänomen. Derzeit trifft dieses Studienmodell jedoch vermehrt auf das Interesse von ausländischen Bildungsakteuren, die gezielt nach Modellen zur besseren Verknüpfung akademischer und berufspraxisbezogener Lernerfahrungen suchen. Anhand der Länder Frankreich und Brasilien werden allgemeine Bedingungen für einen erfolgreichen Transfer dieses Studienmodells und Möglichkeiten der binationalen Kooperation analysiert.
Die Lehrabschlussprüfung (LAP) ist in der Regel die einzige Prüfungsform für den betrieblichen Teil einer dualen Berufsausbildung in Österreich. Die geplante Einführung von ECVET, dem Europäischen Kreditpunktesystem in der beruflichen Bildung, sowie die Entwicklung einer Strategie zur Validierung nicht formalen und informellen Lernens in Österreich stellt die duale Ausbildung und insbesondere die LAP vor neue Herausforderungen. In diesem Beitrag werden zunächst die Grundzüge der LAP skizziert, bevor aktuelle Entwicklungen zu ECVET und Validierung präsentiert und Ansätze der Umsetzung dieser Initiativen im Bereich der dualen Ausbildung diskutiert werden.
As far as many young people are concerned, Swedish vocational education and training in automation is a well-kept secret. Working in the industry is not regarded as attractive either by the youngsters themselves or by their parents. The gap between the skills needs of Swedish industry and the students‘ competence level remains wide. The municipality of Kungsbacka in Sweden has attempted to bridge this gap by working with ECVET1 in the EURIAC project.
Die Berufsbildungsforschung ist durch eine Vielzahl an Akteuren, Forschungsfeldern, Gegenständen, Fragestellungen und Entwicklungsaufgaben charakterisiert. Sie besitzt demnach ein sehr breites Profil, das sich zusehends ausdifferenziert. Ihr zentraler Anspruch ist es, den Zusammenhang von Beruf, Erwerbsarbeit und Bildung zu erforschen.
Diese Aufgaben profilieren nicht erst seit den 1960er-Jahren ihr Selbstverständnis. Vielmehr reicht ihre Geschichte bis in die vorindustrielle Zeit zurück. Welche Leitmotive die Entwicklung des Selbstverständnisses der Berufsbildungsforschung seit der Industrialisierung Deutschlands maßgeblich beeinflussten, wird im Beitrag an zwei Beispielen beleuchtet, die auf je eigene Weise berufsbildungsgeschichtlich bis in die Gegenwart bedeutsam sind: das Kaiserreich und die Zeit der national sozialistischen Diktatur.
Auslandsaufenthalte während der Ausbildung sind kein Randphänomen mehr: Laut einer im Auftrag der NA durchgeführten Studie sind jährlich rund 23.500 junge Menschen in dualer oder vollzeitschulischer Ausbildung mobil. Bei diesen Lernmobilitäten geht es nicht ausschließlich um den Erwerb von Fremdsprachen und interkultureller Kompetenz. Mit zunehmender Dauer der Auslandsphasen und dem Fokus auf der Fachkompetenz steigen auch die Anforderungen an die Qualität der Auslandsaufenthalte. Einheitliche Kriterien für die Beschreibung und Bewertung von Lernergebnissen sowie für die Definition von Lernergebniseinheiten fehlen aber bisher. Der Beitrag zeigt anhand von Beispielen aus dem Programm Leonardo da Vinci auf, wie Mobilitätsphasen durch die Orientierung an Lernergebnissen sowie die systematische Nutzung europäischer Transparenzinstrumente passgenauer und fachlich enger mit der Ausbildung in Deutschland verknüpft werden können.
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