Die Berufsbildung für Erwachsene hat in der Schweiz bildungspolitisch an Gewicht gewonnen. Mittlerweile eröffnen vier institutionalisierte Wege Erwachsenen den Zugang zu einem Berufsabschluss, was zu einer stetigen Zunahme der Abschlüsse geführt hat. Gleichwohl bleibt der Erstabschluss für gering Qualifizierte schwer erreichbar. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Inanspruchnahme der vier institutionalisierten Wege und benennt darüber hinaus weitere Initiativen auf Bundes- und kantonaler Ebene. Die Darstellung zeigt Fortschritte, macht aber auf fortbestehende Herausforderungen aufmerksam.
Um ihre Qualifikation für die Arbeit in Deutschland einsetzen zu können, benötigen im Ausland ausgebildete Fachkräfte vielfach noch eine Weiterbildung im Rahmen der Anerkennung. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn ein Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren dies zur Voraussetzung für eine volle Anerkennung macht. Wie und in welchem Umfang Betriebe ihre Beschäftigten dabei unterstützen und welche Gründe dagegensprechen können, wird im Beitrag auf Basis der Daten des BIBB-Qualifizierungspanels untersucht.
Geschlechtsuntypische Ausbildungen könnten das Potenzial haben, die Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt abzubauen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu verringern. Studien deuten jedoch auf schlechtere Verwertungsperspektiven dieser Ausbildungsabschlüsse hin. Um diese näher zu beleuchten, werden im Beitrag Herausforderungen identifiziert, mit denen Personen im weiteren Erwerbsverlauf konfrontiert sind, wenn sie sich für eine Ausbildung in einem vom anderen Geschlecht dominierten Beruf entschieden haben. Grundlage sind Interviews mit Personen, die ihren geschlechtsuntypischen Ausbildungsberuf verlassen haben, sowie Expertinnen- und Experteninterviews.
Die Modernisierung von Ausbildungsberufen erfordert ein aufwendiges und zwischen den Akteuren abgestimmtes Verfahren, bei dem neben berufsfachlichen Inhalten auch formale Anforderungen an eine Rechtsverordnung zu berücksichtigen sind. Sachverständige aus der Praxis diskutieren inhaltliche Anforderungen und entwickeln gemeinsam mit den Sozialpartnern Ausbildungsinhalte sowie Prüfungsanforderungen. Das BIBB begleitet den Gesamtprozess fachlich. Inwiefern Künstliche Intelligenz (KI) sich in die Prozesse integrieren lässt und welche Chancen sowie Herausforderungen sich für die Unterstützung einzelner Arbeitsschritte ergeben, wurde in einem BIBB-Projekt untersucht. Der Beitrag stellt Ergebnisse anhand von exemplarisch ausgewählten Prozessschritten vor.
Das Europass-Portal bündelt seit 2020 zahlreiche Informationen und Tools rund um das Thema Lernen und Arbeiten in Europa. Es ermöglicht die Erstellung von persönlichen Profilen und unterstützt die Nutzer/-innen – unter Rückgriff auf europäische Taxonomien und Datenbanken – bei der Suche nach passenden Bildungsangeboten und Jobs innerhalb der EU. Der Beitrag beschreibt, wie mit dem Europass-Portal der Zugang zum europäischen Bildungsraum ermöglicht wird und welche Transparenzinstrumente dabei im Hintergrund zusammenwirken.
Im Beitrag wird das europäische Arbeitsmarktinstrument ESCO im Kontext anderer europäischer berufsbezogener Instrumente beschrieben. Es wird gezeigt, wie ESCO genutzt wird, um Berufsbilder durch das Aggregieren von „Skills“ zu strukturieren und Qualifikationen durch die Zuordnung von Kompetenzen zu Lernergebnissen zu definieren. Allerdings sind auf diese Weise definierte Qualifikationen für einen beruflich strukturierten Arbeitsmarkt nicht geeignet, da sie oft die nationalen Traditionen beruflicher Handlungskompetenzen nicht widerspiegeln. Abschließend wird im Beitrag ein alternativer Ansatz zur Sicherung der beruflichen Mobilität mithilfe von Qualifikationen vorgeschlagen.
The article describes the European labour market tool ESCO and its relationship to other European vocational tools. It is shown how ESCO can be used to structure occupations by aggregating skills and construct qualifications by mapping skills onto learning outcomes. However, qualifications constructed in this way are inadequate for a skilled labour market and often do not represent national traditions of occupational competence. The article concludes by suggesting an alternative approach to securing occupational mobility through qualifications.
ESCO ist ein europäisches Transparenzinstrument, das mit dem Hauptziel entwickelt wurde, die europaweite Vergleichbarkeit und Darstellung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Es bildet eine zentrale Unterstützungsfunktion für das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutung ESCO darüber hinaus für die Berufsbildung hat. In einem Ländervergleich zwischen Deutschland und Irland zeigen sich dabei Unterschiede in der Umsetzung und Bewertung dieses Instruments. Gemeinsamkeiten bestehen dahingehend, dass Nutzungspotenziale und der Nutzen dieses Instruments bislang primär im Bereich des Arbeitsmarkts und weniger im (Berufs-)Bildungsbereich gesehen werden.
Die Berichte zum künftigen Fachkräftebedarf in der Pflege überschlagen sich. Neben der Anwerbung von Pflegefachpersonen aus dem Ausland ist die inländische Ausbildung der Grundstein, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Es bilden aber längst nicht alle Betriebe Pflegefachfrauen und -männer aus. Der Beitrag stellt dar, welche Gründe Pflegeeinrichtungen für ihre Ausbildungsabstinenz nennen und was aus ihrer Sicht dennoch für die Ausbildung von Pflegefachfrauen und -männern spricht. Außerdem werden die Einstellungen von nicht ausbildenden und ausbildenden Einrichtungen bezüglich der generalistischen Pflegeausbildung verglichen.
In den letzten Jahren ist die Zahl der Personen ohne anerkannten beruflichen Abschluss gestiegen. Viele von ihnen haben jedoch einschlägige Berufserfahrung oder bringen Qualifikationen aus dem Ausland mit. Ohne formale Zertifikate ist es aber oft schwierig, diese auf dem Arbeitsmarkt nutzen zu können. Der Beitrag vergleicht das neue Feststellungsverfahren nach dem Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG) mit zwei etablierten Verfahren zur Anerkennung: dem Zulassungsverfahren zur regulären Abschlussprüfung für Externe und dem Anerkennungsverfahren nach dem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG).
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.