Der Modellversuch "Offenes Lernen: Effizienzsteigerung durch den Einsatz von Multimedia und Telelernen" wird in der Stiftung Berufliche Bildung (SBB) durchgeführt. Effizienz des offenen Lernens, wie es in der SBB entwickelt und praktiziert wird, soll überprüft und unter Einbeziehung neuer Medien weiterentwickelt werden. Von besonderem Interesse sind dabei Fragen, wie Selbständigkeit und Eigenverantwortung im Lernprozess unterstützt werden können. Ehemalige Teilnehmer wurden befragt, ob und in welchem Masse die Weiterbildungsmassnahmen zur Entwicklung von Kompetenzen, die am Arbeitsmarkt bzw. im Erwerbsleben gefragt sind, beigetragen hat. Die Einschätzungen bestätigen insgesamt das Konzept des am SBB praktizierten "offenen Lernens".
Der Beitrag gibt einen Überblick über das Berufsbildungssystem Australiens unter besonderer Berücksichtigung der an TAFE-Colleges (Technical and Further Education) praktizierten Flexibilisierung in der beruflichen Weiterbildung. Das Bildungsangebot an diesen Colleges deckt zum Teil das ab, was Sekundarstufen des deutschen allgemeinbildenden Schulwesens, Berufsschulen, Fachhochschulen und Universitäten im Grundstudium bieten. Durch Flexibilisierung soll eine höhere Individualisierung von Lernen und die Demokratisierung des Bildungswesens erzielt werden. Im Vordergrund steht dabei der Einsatz multimedialer Techniken und technischer Kommunikationssysteme. Der Beitrag beschreibt die Erfahrungen mit flexiblem Lernen und Lehren und erörtert die Bedeutung für die deutsche Berufsbildung.
Der vorliegende Beitrag setzt sich mit zwei idealtypischen Vorstellungen neuen Lernens, den jeweiligen Funktionen neuer Bildungsmedien und der Rolle der Ausbilder in diesem Rahmen auseinander. Die einer dieser Vorstellungen, nämlich der des offenen Lernens, welches am Berufsförderungszentrum Essen favorisiert wird, zugrunde liegende pädagogische Psychologie sowie die notwendigen Rahmenbedingen zu ihrer praktischen Umsetzung werden aufgeschlüsselt und erörtert. Anwendungs- und Erfahrungsbeispiele aus der Arbeit des Berufsförderungszentrums Essen eröffnen den Beitrag und weisen den Weg zu unserer Meinung nach immer bedeutungsvoller werdenden Qualifikationsanforderungen an Ausbilder, wie sie abschließend dargestellt werden.
Trotz erster ordnungspolitischer Vorgaben hat sich das interprofessionelle Lehren und Lernen in der Ausbildung in den Gesundheitsberufen noch nicht flächendeckend in Deutschland durchgesetzt. Im Projekt interEdu wurde ein Rahmencurriculum zur Förderung von Kompetenzen für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung entwickelt und praktisch erprobt. Hintergründe und erste Erfahrungen werden im Beitrag vorgestellt.
Zwischenmenschliche Interaktionen im Arbeitsalltag von Medizinischen Fachangestellten stellen häufig hohe sozial-emotionale Anforderungen an sie. Um Überforderung und Belastungen vorzubeugen, sollten bereits Auszubildende einen guten Umgang mit diesen Anforderungen lernen. Im Beitrag wird anhand einer Befragung von Auszubildenden untersucht, inwiefern Ausbildungsbetriebe den zwischenmenschlichen Umgang, gute Kommunikation und den Umgang mit Emotionen im Team thematisieren und inwiefern dies mit der Ausbildungszufriedenheit zusammenhängt.
Wie lassen sich Fachkräftepotenziale schon in der Schule entdecken und fördern? Produktives Lernen zeigt, wie praxisnahes und individuell begleitetes Lernen Jugendlichen mit unterschiedlichen Voraussetzungen neue Chancen eröffnet. Durch die enge Kooperation mit Betrieben werden aus vermeintlich abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern motivierte Auszubildende. Im Beitrag werden das Konzept des Produktiven Lernens erläutert sowie Kennzahlen zur Verbreitung und Ergebnisse zur Einschätzung der Wirksamkeit vorgestellt.
Die Handwerkskammer (HWK) Lübeck hat zum 1. Juli 2024 ein Projekt gestartet, das bundesweit Pionierstatus genießt: Das „Freiwillige Handwerksjahr“ (FHJ) ermöglicht Ausbildungsinteressierten, vier Ausbildungsberufe in einem Jahr kennenzulernen und eröffnet damit den Jugendlichen eine praktische Berufsorientierungsphase. Für jeweils maximal drei Monate gehen sie in einen Betrieb und probieren einen Handwerksberuf aus. Die HWK Lübeck berät, vermittelt und begleitet die Jugendlichen und Betriebe dabei. Der Beitrag beschreibt erste Erkenntnisse, nennt Zahlen und erläutert die Resonanz zum Projekt.
Für eine bessere Bildung in Deutschland setzt Bundesbildungsministerin Karin Prien auf klare Ziele, eine datenbasierte Steuerung und eine stärkere rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit. Wie hat dies Eingang in den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD gefunden und welche Impulse finden sich darüber hinaus, um bestehende Herausforderungen in der Berufsbildung anzugehen? Im BWP-Interview erläutert Bundesbildungsministerin Prien die Ziele ihres neu zugeschnittenen Ministeriums und was jetzt zu tun ist.
In diesem Beitrag wird untersucht, ob sich die in der Arbeitsmarktforschung neu eingesetzte Konversationsanalyse auf bildungsbezogene Aufgaben übertragen lässt. Das Leitbild orientiert sich an der selbstbestimmten Rolle der Lernenden. Eine explorative empirische Pilotstudie mit Studierenden einer Wirtschaftsuniversität analysiert Augmentations- und Automationspotenziale von KI bei der Lösung komplexer Aufgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methodik auch im Bildungskontext einsetzbar ist und wertvolle Erkenntnisse für KI-gestützte Lernprozesse liefern kann.
Im Beitrag werden die Entwicklung und Pilotierung einer Zusatzqualifikation (ZQ) zu KI und maschinellem Lernen vorgestellt. Ziel ist es, zu veranschaulichen, wie entsprechende Qualifikationen in der beruflichen Bildung verankert werden können. Die Ergebnisse aus der Pilotierung geben Hinweise zur Einschätzung der ZQ und zum Transfer des Gelernten aus der Perspektive der Auszubildenden, der Lehrkräfte und Betriebe.
Empfehlungssysteme können Lernende und Betriebe bei der Auswahl von Weiterbildungsangeboten unterstützen, indem sie personalisierte Empfehlungen aussprechen. Bei ihrer Konzeption und Entwicklung sind jedoch komplexe Zusammenhänge im Blick zu behalten, für die dieser Beitrag sensibilisieren möchte. Dies betrifft sowohl die Anwendung solcher Empfehlungssystem als auch die Evaluation ihrer Wirksamkeit.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Lehren, Lernen und Verwalten in der beruflichen Bildung grundlegend. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wie dieser Einsatz gestaltet werden kann. Hierzu enthält die neue EU KI-Verordnung wichtige Hinweise.
Berufe mit Prestige punkten auf dem Ausbildungsmarkt: Ausbildungsplätze in gesellschaftlich hoch angesehenen Berufen bleiben deutlich seltener unbesetzt. Analysen auf Basis der BIBB-Vollerhebung zum 30.09.2024 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sowie der "Berufsbezogenen Ansehensskala" (BAS) zeigen, dass ein signifikanter Zusammenhang besteht – es gibt aber auch Ausnahmen, von denen wir vielleicht lernen können.
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