In Deutschland leben knapp 15 Millionen Menschen mit einer Hörbehinderung. Gerade Jugendliche dieser Gruppe haben es besonders schwer, einen Ausbildungsplatz zu erhalten und auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen - eine wichtige Voraussetzung, um sich persönlich, sozial undgesellschaftlich zu integrieren. In diesem Beitrag wird auf Grundlage von drei Fallstudien Ausbildung und Prüfung hörbehinderter Auszubildender in den anerkannten Ausbildungsberufen Industriemechaniker/-in und Zerspanungsmechaniker/-in dargestellt.
Das Projekt EuroB (Europäisierung der Berufsbildung) der Volkswagen Coaching GmbH trägt zu der berufsbildungspolitischen Debatte um den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) bei, indem es sich im laufenden politischen Verständigungsprozess bewusst auf die Umsetzungsebene begibt. In einem Pilotprojekt werden das Berufsbild des Industriemechanikers und der Weiterbildungsgang Robotertechnik in Kompetenzstandards formuliert und mit dem europäischen Qualifikationsrahmen abgeglichen. Die Entwicklung eines Leitfadens und bestimmter Verfahren zur Ermittlung von Kompetenzstandards und deren Abgleich mit der betrieblichen Praxis soll aufzeigen, an welchen Punkten Konkretisierungs- und Interpretationsbedarf besteht und Anhaltspunkte darüber geben, welche Konsequenzen der Praxis aus einer Implementation des EQF erwachsen würden.
Bei der Neu- und Umgestaltung des dualen Systems kommt den betrieblichen Akteuren aufgrund ihrer Nähe zum aktuellen Wissens- und Handlungsbedarf eine entscheidende Bedeutung zu. Das Nürnberger Ausbildungsmodell ist aus der betrieblichen Praxis heraus entwickelt worden und versteht sich in der weitgehend ordnungspolitisch geprägten Diskussion um die Modernisierung der Ausbildung als Reformanstoss von unten. Von einem Kreis betrieblicher Experten (Ausbildungsleiter, Führungskräfte, Fachkräfte, Ausbilder) wurde eine Ausbildungsstruktur modellhaft für einen industriellen Metallberuf entwickelt, die dem Qualifikationsbedarf der Betriebe entspricht und zugleich über die Ebene des Einzelbetriebs hinaus allgemein umsetzbar ist. Der Beitrag, der auf den Ergebnissen dieser Arbeiten basiert, stellt Grundzüge einer gestaltungsoffenen Ausbildung nach dem Nürnberger Modell vor. Entwickelt wurde eine modulare Ausbildungsstruktur, die auf breite Basisqualifizierung setzt und zu einem definierten Berufsabschluss führt. Die Modulstruktur kann als integriertes Aus- und Weiterbildungskonzept betrachtet werden, das den wechselnden spezifischen Anforderungen der Betriebe an die Qualifikation ihrer Mitarbeiter entspricht. Insgesamt wird durch das Ausbildungsmodell deutlich, welches Innovationspotential auf regionaler Ebene entfaltet werden kann.
Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Auf Initiative des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit den Firmen AUDI AG Ingolstadt, BMW AG Dingolfing und Fa. Mann und Hummel GmbH Marklhofen ein Konzept erarbeitet, so dass besonders leistungsfähige Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss in einem insgesamt dreijährigen Bildungsgang sowohl den Abschluss einer beruflichen Erstausbildung als auch die Fachhochschulreife erwerben können. Der Modellversuch hat im Herbst 1994 an den Standorten Ingolstadt und Dingolfing begonnen und endet voraussichtlich im Sommer des Jahres 1999. Bisher sind die Ausbildungsberufe Industriemechaniker und Energieelektroniker daran beteiligt. Es ist geplant, den Modellversuch auch für andere Berufe bzw. Berufsfelder zu öffnen. Der Beitrag beschreibt die Zielsetzungen, die Erwartungen und erste Ergebnisse aus der Sicht der am Modellversuch beteiligten Firmen und des Staatsinstituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung, Abteilung Berufliche Schulen.
Mit der Qualifizierung von Jungfachkräften im Rahmen der neugeordneten industriellen Metall- und Elektroberufe soll insbesondere auch dem aktuellen und zukunftweisenden Fachkräftebedarf der Wirtschaft entsprochen werden. Es ist wichtig, die Ausbildungsinhalte systematisch zu vermitteln und sich bei der Wahl der Methoden und Projekte an den Anforderungen des betrieblichen Einsatzbereichs der Jungfachkräfte zu orientieren. Daraus ergibt sich der Gedanke einer Annäherung des Qualifizierungssystems an das Beschäftigungssystem mit der Konsequenz, ein produktionsnahes, dezentral orientiertes, betriebliches Lernortsystem aufzubauen.
Die wissenschaftliche Begleitung in Modellversuchen hat zu forschen und zu beraten. Sie kann sich damit in ihrer Arbeit nicht nur auf analytische und dokumentierende Tätigkeiten beschränken, sondern muß sich auch in mitentwickelnde und versuchsstützende Tätigkeiten einbringen. Mit der Wahrnehmung von Forschungs- und Beratungstätigkeiten bewegt sich die wissenschaftliche Begleitung notwendigerweise immer in einem Spannungsverhältnis. Dieses wird im Beitrag am Beispiel des Modellversuches "Kooperative arbeitsplatzorientierte Berufsbildung bei moderner Prozeßfertigung" "beleuchtet: und es werden einige Hinweise gegeben, wie man damit umgehen kann. Der Schlüssel liegt in der Gestaltung und Handhabung des Forschungsdesigns. Inhaltlich geht es im Modellversuch darum, dezentrale, d.h., produktionsnahe Lernsituationen zu entwickeln und zu erproben: u.a. ein "Kooperatives Arbeitsprojekt", bei dem Auszubildende der Berufe Energieelektroniker, Industriemechaniker und Verfahrensmechaniker gemeinsam im Betrieb lernen. Zentraler Lerngegenstand ist die Arbeitsstruktur in ihrer Auswirkung auf die Qualität von Produkt und Arbeit. Entwicklungsarbeiten liegen in den Händen eines Ausbilderarbeitskreises. Auf diese Weise soll in Modellversuch eine beteiligungsorientierte Organisationsentwicklung in der Berufsbildung intensiviert werden.
Für die berufliche Ausbildung des zukünftiigen Industriemechnikers Produktionstechnik ergibt sich die Forderung, Trainingsmethoden zu entwicklen und in der betrieblichen Praxis anzuwenden, die eine stärkere intellektuelle Durchdringung der Arbeitsprozesse bei der Suche, Eingrenzung und Beseitigung von Störungen leisten und eine wirkungsvolle Verknüpfung von aktuellem stuerungstechnischem Wissen und kognitiven Operatoren fördern. Im folgenden wird über ein kognitives Training mit heuristischen Regeln berichtet, das im Rahmen eines Modellversuches entwickelt und erprobt wurde und eine im oben genannten Sinne gezielte Förderung von Planungs- und Orientierungsleistungen, von systematischen und fehlerreduziertem Arbeitshandeln und selbständigen Problemlösen leisten sollte. Thematisiert werden insbesondere die Vorgehensweise sowie Erfahrungen bei der Entwicklung und Erprobung der Trainingsmethodik.
Die Neuordnung der industriellen Metallberufe in der Ausbildung zum Industriemechaniker, Werkmechaniker und Zerspanungsmechaniker umfaßt auch den Umgang mit CNC-Maschinen. Für die klassischen spanenden Berufe wie den Zerspanungsmechaniker sind dabei umfangreiche Anforderungen bzw. Lernziele definiert, die zum Teil gar nicht unmittelbar mit NC/CNC-Technik gekoppelt sind und eine Menge fachliche und überfachliche Qualifikationen voraussetzen. Die wichtigsten werden skizziert und anschließend in Zusammenhang mit der Ausbildungsordnung diskutiert. Zum Schluß begründet die Autorin ihre Ansicht, daß die neu auszubildenden Fachkräfte weder als Programmierer noch Maschinenbediener bezeichnet werden können.
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