In diesem Beitrag wird untersucht, ob sich die in der Arbeitsmarktforschung neu eingesetzte Konversationsanalyse auf bildungsbezogene Aufgaben übertragen lässt. Das Leitbild orientiert sich an der selbstbestimmten Rolle der Lernenden. Eine explorative empirische Pilotstudie mit Studierenden einer Wirtschaftsuniversität analysiert Augmentations- und Automationspotenziale von KI bei der Lösung komplexer Aufgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methodik auch im Bildungskontext einsetzbar ist und wertvolle Erkenntnisse für KI-gestützte Lernprozesse liefern kann.
In seinem Beitrag in der Rubrik "Wiederentdeckt - neu gelesen" widmet sich der Autor einem Aufsatz von Ursula Hecker, aus dem Jahr 1982: Aus der BIBB/CEDEFOP-Untersuchung „Zur Bildungs- und Berufssituation ausländischer Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland“.
Im Jahr 1982 sah die Gesellschaft der Bundesrepublik und ihr Umgang mit aus dem Ausland zugezogenen Personen ganz anders aus als heute. Auch waren empirische Studien und Befragungen von Personen und Betrieben noch selten. Ein Blick auf den Artikel von Ursula Hecker aus eben diesem Jahr ist eine gute Gelegenheit zu überprüfen, was wir bereits damals über die Faktoren wussten, die zu einer gelingenden Integration von Zugezogenen in den deutschen Arbeitsmarkt beitragen. Außerdem wird anhand der Studie deutlich, wie viel mehr wir heute dank neuer Methoden und Daten über diesen Forschungsgegenstand wissen und wie enorm sich die deutsche Migrations- und Integrationspolitik verbessert hat.
Trotz des aktuellen Mangels an Arbeitskräften und einer hohen Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze haben viele Jugendliche Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in eine vollqualifizierende Ausbildung. Dies betrifft vor allem Jugendliche ohne oder mit einfachem Schulabschluss. Sie sind daher häufig in Bildungsgängen des Übergangsbereichs zu finden. Während zur Lebenssituation dieser Jugendlichen bereits Forschungsergebnisse vorliegen, gibt es zum Unterricht in Bildungsgängen des Übergangsbereichs kaum empirische Erkenntnisse. Dies gilt insbesondere für die Unterrichtsplanung, die in diesem Beitrag behandelt wird. Hierzu werden Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Lehrpersonen vorgestellt.
Die neuen Rahmenpläne zur Pflegeausbildung fordern u. a. Kompetenzen zum interprofessionellen Denken und Handeln sowie zur Bewältigung unvermeidbarer beruflicher Belastungen ein. Konsistente Modellierungen dieser Kompetenzen stehen jedoch bislang aus. Das Projekt EKGe soll dazu theortische und empirische Grundlagen liefern.
Die Forschung zu moralischen Entscheidungsmustern im Erwachsenenalter zeigt, dass Personen in ihrem Handeln immer wieder, auch in beruflichen Kontexten, moralische Regeln übertreten und dabei kein schlechtes Gewissen haben, sich vielmehr wohlfühlen. Diese Personen nutzen das sogenannte „Happy Victimizer Pattern“. Hierzu werden im Beitrag Forschungsbefunde vorgestellt. Um (zukünftig) Berufstätige auf den Umgang mit Handlungsentscheidungen in typischen moralrelevanten Situationen ihres Berufsfelds vorzubereiten, wird basierend auf diesen Befunden das didaktische Konzept „Values and Knowledge Education“ vorgeschlagen.
Mit der Einführung des Unterrichtsprinzips »Berufssprache Deutsch« und des neuen Lehrplans für Deutsch reagiert das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) auf den steigenden Bedarf an Sprachbildung an beruflichen Schulen. Der Beitrag zeigt die empirischen Grundlagen dafür auf und skizziert den in Zusammenarbeit zwischen dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und dem Institut für Deutsch als Fremdsprache der LMU München entwickelten konzeptionellen Hintergrund für einen fachintegrierten Deutschunterricht und sprachsensiblen Fachunterricht an Berufs- und Berufsfachschulen.
Eine abgeschlossene Berufsausbildung hat für Erwerbspersonen auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen großen Wert. Sie verringert das Risiko von Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung gegenüber Personen ohne Berufsabschluss. Solche Durchschnittsbetrachtungen sind wichtig, sie verschleiern jedoch auch die teils große Varianz innerhalb der Gruppe beruflich Qualifizierter. Ziel des Beitrags ist es, Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt berufsspezifisch zu analysieren. Dies erfolgt auf der Grundlage der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung, die umfassende Möglichkeiten bietet, Erträge auf dem Arbeitsmarkt zu analysieren und gleichzeitig auch berufsbedingte Belastungen zu berücksichtigen. Inwieweit Belastungen und Benachteiligungen auf Berufsebene über Löhne kompensiert werden, ist eine weitere Forschungsfrage, die in diesem Beitrag aufgegriffen wird.
Die Frage, in welchen institutionellen Settings Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) besser lernen, wird aktuell sowohl in der Scientific Community als auch in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers diskutiert. Obwohl diese Kinder zunehmend inklusiv bzw. integrativ an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden, liegen bislang kaum empirische Ergebnisse zu den differenziellen Effekten der Beschulung in Förderschulen bzw. den sonstigen allgemeinbildenden Schulen im deutschen Schulsystem vor. Die diesem Beitrag zugrunde liegenden wissenschaftlichen Analysen bearbeiten diese Forschungslücke auf der Grundlage von Daten des IQB-Ländervergleichs 2011 für die Primarstufe 1. Aufgezeigt werden können deutliche Unterschiede zugunsten der Lernerfolge von Schülerinnen und Schülern mit SPF in inklusiven bzw. integrativen Settings an Grundschulen.
Rezension zu: Die Nutzung des Internets in der dualen Ausbildung - Eine berufspädagogische Betrachtung auf Basis empirischer Forschungsergebnisse. Joanna Burchert, Sven Schulte. Peter Lang Edition, Frankfurt am Main 2014
Angesichts der Globalisierung müssen Erwerbstätige im Arbeitsalltag nicht nur häufiger Fremdsprachen anwenden, sondern auch ein Gespür für fremde Kulturen entwickeln, um in internationalen Arbeitszusammenhängen angemessen agieren zu können. Solche internationalen Kompetenzen lassen sich über Auslandspraktika während der Berufsausbildung frühzeitig erlernen. Alternativ können junge Menschen ihre Ausbildung auch vollständig im Ausland verbringen. Der Beitrag geht der Frage nach, von welchen personalen Eigenschaften und situativen Bedingungen es abhängt,ob junge Menschen ein Interesse dafür entwickeln, ihre Berufsausbildung vollständig oder zum Teil im Ausland zu absolvieren und somit 'transnational mobil' zu werden.
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