Der Bereich Ausbilderförderung des Bundesinstituts für Berufsbildung entwickelt Weiterbildungsmaterialien für betriebliche Berufsausbilder. Diese Materialien werden in schriftlicher Form als jeweils dreiteiliges "Seminarpaket" veröffentlicht, mit dessen Hilfe Weiterbildungsanbieter und Betriebe Seminare für Ausbilder planen und durchführen können. Die Konzeption, die hinter der Entwicklung dieser Seminarpakete steht, begründet sich einerseits in Hypothesen über den Bedarf an Weiterbildungsmaterialien, deren Einsatzmöglichkeiten und erreichbare Wirkungen; andererseits war selbstverständlich der Handlungsrahmen zu berücksichtigen, der durch die Integration dieser Arbeit in das Bundesinstitut für Berufsbildung gegeben ist. Nachdem nun das Seminarkonzept "Leittexte - ein Weg zu selbständigem Lernen" seit ca. zwei Jahren verfügbar ist, war zu vermuten, daß genügend Praxiserfahrungen vorliegen, um mit den Mitteln einer schriftlichen Befragung Aufschluß über die Tragfähigkeit einiger Arbeitshypothesen zu gewinnen.
ln der Vergangenheit war die Ausbilderausbildung durch die Kammern eine Art Nachholbedarf für bereits im Ausbildungswesen tätige Personen, in Zukunft ist aber eine Qualifizierung für diejenigen notwendig, die eine Tätigkeit als Ausbilder erst anstreben. Die Lehrgangspraxis sollte für diesen Personenkreis anders als bisher gestaltet werden. Nach einer Kritik der herrschenden Praxis wird daher in diesem Beitrag eine mögliche Konzeption für künftige Ausbilderseminare vorgestellt.
1977 wurde von der Siemens AG in Zusammenarbeit mit dem BIBB ein Modellversuch zur pädagogischen Weiterbildung von gewerblichen Ausbildern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden seinerzeit umfassend dokumentiert. Der nachstehende Aufsatz beschreibt die Entwicklung der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für gewerbliche Ausbilder in quantitativer und konzeptioneller Hinsicht. Damit soll zugleich belegt werden, daß Modellversuche als Initialzündung über den eigentlichen Erprobungsrahmen hinaus ihre Wirkung zeigen.
Im Beitrag geht es um die Entwicklung eines curricularen und didaktisch-methodischen Begründungs- und Erklärungszusammenhangs (Theorie) für ein textgestütztes Seminarkonzept für die Ausbildung der Ausbilder, das bewußt auf den gegebenen Bedingungsrahmen abhebt und gleichwohl in der Lage ist, zumindest einen Teil wichtiger pädagogischer Zielvorstellungen in die Normalsituation der AdA-Lehrgänge umzusetzen.
Die Aufgabe der Aus- und Weiterbildung des Ausbildungspersonals in der beruflichen Bildung stellt an die betreffenden Referenten bzw. Dozenten, Moderatoren, Lehrgangsleiter und Organisatoren neben den fachlichen Voraussetzungen in zunehmendem Maße pädagogische Anforderungen. Ein Großteil der Ausbilder verfügt inzwischen über pädagogischeGrundkenntnisse. Daneben tritt die Forderung nach einem stärkeren Bezug zur betrieblichen Ausbildungspraxis, nach Aufarbeitung von Problemen und Austausch von Erfahrungen aus der Ausbildungstätigkeit. Beide Aspekte fordern stärker als bisher, daß die Lernangebote für das Ausbildungspersonal offen, flexibel und auf die Bedürfnisse derTeilnehmer bezogen entwickelt werden. Solche Lernangebote erfordern vom Referenten didaktische und methodische Flexibilität bei der Lehrgangsgestaltung, Kenntnisse über das Arbeits- und Handlungsfeld des Ausbildungspersonals und die Fähigkeit und Bereitschaft, für die teilnehmeraktiven Lernformen geeignete Lernmaterialien oder Lehrgangsunterlagen zu entwickeln.
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