Emotionen sind bisher nicht ausreichend in ihren Auswirkungen auf das Lernen Erwachsener beachtet worden. Das spezifische Zusammenspiel von Emotionen und Kognitionen beeinflusst die Motivation, das Gedächtnis und vor allem weitreichend das Handeln. Besonders interessant ist, wie flexibel sich unterschiedliche Emotionen miteinander verbinden können und wie das in der Sozialisation erworbene Emotionsschemata verwoben ist mit kulturellen Mustern. Hierzu zeigt der Beitrag theoretische Zugänge auf und stellt ausgewählte Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung zusammen.
Im Mittelpunkt der Ausführungen steht ein Modellversuch zur Motivation und Umschulung arbeitsloser Frauen, für den ein Umschulungskonzept in Form eines Lernortverbunds zwischen Berufsbildungsstätte und Fachbetrieben ausgearbeitet wurde. In der Kombination von außerbetrieblichen und betrieblichen Ausbildungsteilen liegt die Chance zu einer zielgruppen- und beschäftigungssystemorientierten Gestaltung der Umschulungsmaßnahmen. Der betriebliche Ausbildungsteil geht weit über ein bloßes Betriebspraktikum hinaus und erfordert eine intensive Kooperation zwischen den beiden Lernorten. Den Ausbildungprozeß beratend und unterstützend zu begleiten, ist Aufgabe von Sozialpädagoginnen, die auch für die Vorbereitung der Kooperationsbetriebe und der Umschülerinnen zuständig sind, mit dem Ziel, möglichst realistische Vorstellungen und Erwartungen zu entwickeln. Die Betriebe sind stärker in die Ausbildungsverantwortung einbezogen und identifizieren sich in höherem Maße mit dem Ausbildungserfolg ihrer Umschülerinnen. Umgekehrt ist auch die Entwicklung einer Betriebsbindung auf seiten der Frauen festzustellen.
Interaktives audiovisuell unterstütztes Selbstlernen findet in Betrieben und Institutionen eine immer größere Beachtung. Der Autor stellt Gründe für diese Entwicklung dar, die vor allem in der Lernmotivation, der Lerngeschwindigkeit, im Langzeitbehalten und nicht zuletzt in der Kosten-/Nutzenrelation liegen.
Im Rahmen des Projekts "Lernförderung bei Lernproblemen Erwachsener" des Bundesinstitutes wurden von Oktoberbis Dezember 1980 überregionale Gespräche in sechs Einrichtungen der beruflichen Erwachsenenbildung geführt, um eine Einschätzung der Projektaktivitäten zu Lernproblemen Erwachsener durch die Bildungspraxis zu erhaltenund in Erfahrung zu bringen, welche Schwierigkeiten der Teilnehmer den Bildungseinrichtungen bekannt sind, welche Ursachen dafür angenommen werden und welche lernunterstützenden Vorkehrungen in den Einrichtungen bestehen.
Auch im Ausbildungszentrum bei Ford in Köln versucht man, durch Einführung projektorientierter Aufgabenstellungen in der beruflichen Grund- und Fachbildung die Lernmotivation der Auszubildenden zu verbessern. Bei den 63 am Modellversuch beteiligten Werkzeugmachern wurden in der Grundausbildung bereits höhere Lernleistungen und mehr Eigeninitiative stellt, nachdem wesentliche Ausbildungsinhalte anhand der Herstellung von fünf funktionsfähigen Kleinprojekten vermittelt worden sind. Daneben wurden die herkömmlichen fünf Grundlehrgänge zum Drehen, Fräsen, Stoßen, Schmieden und Schweißen und zwei Kurse für technisches Zeichnen und Rechnen beibehalten.
Durch Modellversuche, die vom Bund gefördert und vom BIBB betreut werden, wird zur Zeit u. a. erprobt, wie sich durch methodische Maßnahmen Qualifikation und Lernleistungsmotivation von Auszubildenden verbessern lassen. Motivationsimpulse werden dabei insbesondere von gezielten Veränderungen im Bereich der Aufgabenstellung, der Aufgabenvermittlung und der Aufgabenauswertung erwartet. Versuchsträger und wissenschaftliche Begleitung von fünf 1978/79 angelaufenen Modellversuchen haben dazu auf einer zweitägigen Veranstaltung im Oktober 1979 aktuelle Ergebnisse aus der Erprobung neuer Ausbildungsmethoden in der beruflichen Grund- und Fachbildung von Metallberufen vorgestellt und diskutiert. Im Rahmen einer versuchsübergreifenden Auswertung sollen hier einige Verbesserungsansätzein systematischer Form zusammengestellt werden.
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