Bis in die 70er Jahre hinein war die Berufsausbildung innerhalb der Jugendhilfe und der Heimerziehung stark durch Aufbewahrung und Anpassung der Jugendlichen geprägt. Die Werkstätten besaßen oft den Charakter von Produktionsstätten, in denen Arbeitsaufträge erledigt und sinnentleerte Übungsstücke angefertigt wurden. Die Didaktik orienterte sich am Prinzip des "Vormachens" und des "Nachmachens". In diesem Beitrag berichten wir über einen Modellversuch, der diese Situation umfassend untersuchen und verbessern sollte. Der Modellversuch war an die Ausbildungswerkstätten zweier Jugendheime in Hessen angebunden und konnte dadurch unmittelbar Erkenntnisse aus der Praxis gewinnen. Wir geben Erfahrungen aus drei Bereichen wieder: durch Curriculumentwicklung in den vier Modellversuchswerkstätten (Elektro, Farbe, Metall, Holz) wurde die fachliche und soziale Ausbildung reflektiert und qualifiziert. Für die Weiterentwicklung der Ausbildung wurden Fortbildungslehrgänge für die Ausbilder eingerichtet. Schließlich war der Modellversuch engagiert, die Zusammenarbeit der verschiedenen Betreuungsbereiche zu vertiefen. Gemeinsam wurden Möglichkeiten einer projektorientierten Ausbildung und Ansätze zur individuellen Gestaltung der Ausbildung entwickelt und erprobt.
Mit dem Ziel, Ausbildung für verhaltensauffällige und lernschwache Jugendliche begreifbar zu machen, führt der Landeswohlfahrtsverband Hessen vom 1.6.1983 bis zum 31.1.1987 in drei verbandseigenen Einrichtungen - den beiden Jugendheimen Karlshof in Wabern, Staffelberg in Biedenkopf und dem Fortbildungszentrum Mammolshöhe in Mammolshain - den Modellversuch "Berufsausbildung im Jugendhilfebereich - Curriculumentwicklung und Fortbildung der Ausbilder" durch.
In einem seit August 1978 laufenden Modellversuch wurden bestehende Ausbildungskapazitäten in einem Erziehungsheim in Nordwestdeutschland für Auszubildende aus der Region geöffnet, um so die Gettowirkung zudurchbrechen und den Versuch einer Normalisierung der dort ablaufenden Ausbildungsprozesse zu erreichen. In 10 von insgesamt 19 im Heim angebotenen Ausbildungsberufen werden verhaltensgestörte Heimjugendliche (=Interne) mitnicht-auffälligen Jugendlichen, die außerhalb des Heimes wohnen (= Externe), gemeinsam ausgebildet. Durch die Integration verhaltensnormaler Jugendlicher in den Berufsausbildungsbereich soll eine Optimierung der beruflichen Ausbildung und der sozialen Eingliederung der Heimjugendlichen angestrebt werden.
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