Seit dem vergangenen Jahr werden im Rahmen eines Forschungsprojekts im Bundesinstitut für Berufsbildung Gemeinsamkeiten und Unterschiede kaufmännisch-betriebswirtschaftlicher Ausbildungsberufe untersucht. Hierzu werden systematisch entsprechende Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne hinsichtlich ihrer Lerninhalte und Kompetenzbeschreibungen analysiert. Der Beitrag stellt die Entwicklung und Anwendung eines computergestützten Analyseinstruments und die dabei auftretenden Probleme vor. Das gewählte Verfahren bietet die Möglichkeit, umfangreiche Dokumente zu analysieren und zugleich ein Instrumentarium zu entwickeln, das systematische Berufsvergleiche erlaubt. Damit wird eine lange Zeit vernachlässigte Fragestellung der Berufsbildungsforschung wieder aufgegriffen.
Dargestellt werden Stand und Entwicklung dualer Ausbildungsgänge im Bundesstaat Maine, bei denen im Rahmen des "Maine Career Advantage Program" die Prinzipien des deutschen dualen Systems, ergänzt um neue Systemkomponenten, eingeführt werden. Das Programm wird vom "Maine Technical College System" betreut, das auch den Unternehmen gegenüber als Vertragspartner auftritt. Die Bandbreite der Berufsfelder, in denen ausgebildet wird, reicht von Wirtschaft und Verwaltung über die klassischen Produktions- und Wartungsberufe der Metall- und Elektroindustrie bis hin zu Hauswirtschaft und Gesundheit. Der Beitrag informiert über die Finanzierung des Programms, die Kooperation von Betrieben und Schulen, die ersten Ergebnisse und die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen in der Bundesrepublik.
Der Ausbildungsberuf "Steuerfachangestellter/ Steuerfachangestellte" ersetzt den 1978 in Kraft getretenen Ausbildungsberuf "Fachgehilfe/Fachgehilfin in steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen". Der Beitrag beschreibt das Erarbeitungs- und Abstimmungsverfahren und die wichtigsten Veränderungen und Ergebnisse der Neuordnung.
Kaufmännische Ausbildungsmöglichkeiten fehlen unter anderem im Messe-, Ausstellungs- und Tagungsbereich, im Gesundheitswesen und für Sportvereine. Mit der Schaffung entsprechender neuer Berufe können nach Schätzungen des deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) insgesamt 1650 Ausbildungsplätze jährlich entstehen. Ausgehend von diesen Vorschlägen für neue kaufmännische Ausbildungsberufe und dem damit geschätzten Bedarf, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung einen neuen kundenorientierten Querschnittsberuf mit dem Arbeitstitel "Dienstleistungskaufmann/Dienstleistungskauffrau" vorgeschlagen. Seine Aufgabengebiete sind die Bereiche Einkauf, Marketing, Beratung und Betreuung von Kunden, Verkauf, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen sowie Rechnungswesen und Personalwesen.
Die Neuordnung für den Speditionskaufmann ist am 1. August 1996 in Kraft getreten. Die beruflichen Anforderungen verändern sich vor allem in den Bereichen Fremdsprachen, Kundenberatung und Akquisition, Informations- und Kommunikationssysteme und Logistik und Umweltschutz. Der Beitrag beschreibt und begründet die neuen Qualifikationsanforderungen.
Im Zuge der Diskussion um die Attraktivität des dualen Systems stellt sich die Frage, ob eine vollqualifizierende schulische Berufsausbildung eine Alternative zur Lehre darstellt. Dazu wurden Absolventen und Absolventinnen stärker besetzter Berufsrichtungen und, zur Ergänzung, höherer Handelsschulen nach ihren beruflichen Zielen, der Einschätzung ihrer Ausbildung und dem Übergangsverlauf befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass je nach Fachrichtung schwerpunktmäßig unterschiedliche Ziele und Qualifikationserwartungen mit dem Berufsfachschulbesuch verknüpft wurden. Der Übergangsverlauf an der zweiten Schwelle stellt sich im Vergleich mit Absolventen des dualen Systems nicht schlecht dar. Dass der Besuch der Berufsfachschule als Ersatz für eine Ausbildung im dualen System herhalten musste, geben insgesamt nur fünf Prozent der Befragten an. Eine Konkurrenz zur betrieblichen Ausbildung oder Warteschleifenfunktion lässt diese Befragung nicht erkennen. Vielmehr stellt die Berufsfachschule ein ebenso qualifiziertes wie qualifizierendes Angebot bereit, das ihren Absolventen anderweitig offensichtlich nicht zur Verfügung steht.
Der Beitrag informiert über die zu erwartenden Veränderungen in der Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten. Er geht zunächst auf die bisherige Ausbildung ein und berichtet dann über ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung, dessen Ziel die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen zur Neuordnung des Ausbildungsberufs war. Durch Veränderungen in der Geschäftspolitik, in den Aufgaben der Beschäftigten und durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken haben sich neue fachspezifische und fachübergreifende Qualifikationsanforderungen ergeben, die prüfungsrelevant zu vermitteln sind. Das Projekt untersucht die Ausbildungssituation, die Verwertung der erworbenen Qualifikationen, die Entwicklungen bei den Sozialversicherungsträgern sowie die Vorstellungen des Ausbildungspersonals zu Ausbildungsinhalten und -organisation. Bedingt durch die notwendige Aufnahme neuer spezifischer Ausbildungsinhalte, die besonders die Krankenkassen berühren, wird der Ausbildungsberuf Sozialversicherungsfachangestellter künftig nach fünf Fachrichtungen zu spezialisieren sein.
In der beruflichen Bildung sind Projekte zunächst in der schulischen und pädagogisierten Ausbildung der Lehrwerkstätten als Antwort auf Probleme der sequentiellen Lehrgangsmethode entstanden. Der Beitrag verfolgt die Diskussion des Projektbegriffs in der Pädagogik und differenziert zwischen Projektausbildung und auftragsorientiertem Lernen, um dann Möglichkeiten und Schwierigkeiten der projektorientierten Ausbildung in kleineren und mittleren Handwerksbetrieben zu untersuchen. Anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Bereich handwerklicher Kleinbetriebe und überbetrieblicher Ausbildungsstätten werden sowohl produktorientierte als auch prozess- bzw. erkenntnisorientierte Projektansätze dargestellt.
Der Beitrag beschreibt die Situation der in der ehemaligen DDR kaufmännisch ausgebildeten Facharbeiter und begründet die Notwendigkeit einer staatlich anerkannten Nachqualifizierung für diese Berufsgruppe. Die Aussagen der Autoren basieren auf Untersuchungen des Bundesverbands Deutscher Privatschulen und des Zentrums für Unternehmensführung mit Neuen Technologien, dessen Projekt vom BIBB wissenschaftlich begleitet wird. Im letzten Teil des Textes werden inhaltliche Ansätze für eine berufsorientierte Nachqualifizierung aufgezeigt.
Die sich derzeit in den neuen Bundesländern vollziehende notwendige Umstrukturierung der Wirtschaft geht mit massenhaften Problemen einher; welche vor allem auch den kaufmännisch-verwaltenden Sektor berühren. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, in der kaufmännischen Berufsausbildung so schnell wie möglich, sowohl inhaltlich als auch methodisch, den veränderten Bedingungen Rechnung zu tragen. Bei der Umsetzung der neuen Ausbildungsordnungen in die betriebliche Praxis kristallisierten sich sehr schnell folgende Haupt-Problemfelder heraus:
1. Finanzierung der betrieblichen Berufsausbildung,
2. Ausbildung der Ausbilder,
3. Praktische Ausbildungsinhalte,
4. Sicherstellung der Arbeits- und damit Ausbildungsplätze, bedarfsgerechte Ausbildungsplanung und -Organisation,
5. Umgang mit modernen Informationsverarbeitungssystemen.
Im folgenden sollen einige Erfahrungen, die bei der Ausbildung in den Berufen Industriekaufmann/-frau, Datenverarbeitungskaufmann/-frau sowie Bürogehilfe/Bürogehilfin diesbezüglich gesammelt wurden, dargestellt werden.
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