Im Juni 2014 ist eine BIBB-Hauptausschussempfehlung zur kompetenzorientierten Formulierung von Ausbildungsordnungen in Kraft getreten, der das Kompetenzverständnis des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) zugrunde liegt. Sie wurde Anfang 2015 erstmalig in Ordnungsverfahren angewendet. Ausgehend von einer Beschreibung der formal veränderten Rahmenbedingungen nimmt der Beitrag am Beispiel der Modernisierung des Ausbildungsberufs Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/-in den Zuschnitt von Handlungsfeldern, vollständige Handlungen sowie Kompetenzdimensionen in den Blick. Die Ergebnisse werden an der Verordnung aus dem Jahr 2004 gespiegelt und im Hinblick auf Weiterentwicklungen und Spannungsfelder eingeordnet.
Seit Beginn des Ausbildungsjahrs 2008 gibt es den dreijährigen Ausbildungsberuf Produktionstechnologe/Produktionstechnologin. Ziel der Neuordnung war es, Fachkräfte für den Maschinen- und Anlagenbau auszubilden, die Produktionsprozesse gestalten und sichern. Das Berufsprofil ist mit seiner prozessorientierten, produktions- und informationstechnischen Ausrichtung breit angelegt. Als »Neuer Hightech-Beruf mit guten Zukunftschancen« angekündigt, blieb die Anzahl abgeschlossener Ausbildungsverträge jedoch bislang hinter den Erwartungen zurück. Bringt die zunehmende Vernetzung in der industriellen Fertigung neue Chancen für diesen Ausbildungsberuf?
Die Forderung nach handlungsorientierter Ausbildung trifft immer noch auf eine Praxis, die stark durch einen lehrerzentrierten Unterricht geprägt ist. Im Beitrag werden Prinzipien eines prozessorientierten und kompetenzbasierten Lernens skizziert und der damit verbundene Wandel im Selbstverständnis des Ausbildungspersonals im Kompetenzzentrum Bürokaufleute Online (KOMZET) dargestellt. Hier wurden in den letzten drei Jahren variable Werkzeuge zur didaktischen Gestaltung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung entwickelt.
Ende des Jahres 2003 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) die ersten Vereinbarungen über Bildungsstandards für den mittleren Schulabschluss getroffen. Hintergrund dieser bildungspolitischen Reformmaßnahme war das überraschend schlechte Abschneiden der Schüler/-innen in Deutschland bei den internationalen Schulleistungsvergleichen. Der daraufhin einsetzende Reformprozess hatte zum Ziel, die bis dahin dominierende Input- und Prozessorientierung bei der Steuerung von allgemeinschulischer Bildungsqualität durch eine verstärkte Output-Steuerung zu ergänzen. Der Beitrag beleuchtet, welches Kompetenzkonzept den Bildungsstandards zugrunde liegt und skizziert, inwieweit sie einen Beitrag dazu leisten können, um schulische Bildungsqualität in der Praxis sichern und entwickeln zu können. Hierzu werden abschließend Anforderungen an die Umsetzung kompetenzorientierter Unterrichtsplanung angesprochen.
To tailor the development of skilled workers to the industry’s needs, as of August 2009 a processoriented system of continuing vocational education and training (CVET) has been instituted in the German electrical and electronics sector: having completed initial vocational education and training (IVET) in an electrical and electronics training occupation, skilled workers can pursue further CVET to qualify as Specialists and then gain a second-stage recognised qualification as a Certified Process Manager in Electrics/Electronics (Operative Professional). The realisation of a third-stage advanced training qualification (Strategic Professional) is planned for 2012. This article outlines the innovative structure and the standards governing the content of this new advanced training model. It focuses on the potential of this form of CVET, which is work-process-oriented, undertaken in tandem with work to keep pace with constant advances in technology and organisation.
Arbeits- und Geschäftsprozessorientierung als Leitprinzipien in der beruflichen Erstausbildung beabsichtigen die Einbindung des Lernens in reale Geschäftsprozesse und implizieren ganzheitliches Lernen, das Lernen an berufstypischen Aufgaben, sowie das Planen, Handeln und Kontrollieren in komplexen Arbeitszusammenhängen. Doch wie können so erworbene Kompetenzen in einer Prüfung adäquat abgebildet werden? Im Projekt „Umsetzung prozessorientierter Berufsausbildung in der Textilwirtschaft“ des BIBB und der TU Kaiserslautern wurden Planungshilfen und Prüfungsaufgaben entwickelt und erprobt. In diesem Beitrag werden das Konzept und die Konstruktion einer Prüfungsaufgabe vorgestellt.
Im Projekt „Virtuelles Lernen auf der Baustelle – Vila-b“ wurde ein Weiterbildungskonzept entwickelt, welches methodisch auf einem Blended-Learning-Ansatz basiert und inhaltlich an realen Arbeitsprozessen der Zielgruppe (Fachkräfte aus dem Handwerk) ausgerichtet ist. Das Konzept wurde mit insgesamt 16 Teilnehmenden erprobt und hinsichtlich des Lernerfolgs evaluiert. Die Evaluation basierte auf zwei Selbsteinschätzungsbögen für das Fachwissen und die arbeitsprozessbezogenen Kompetenzen. Beide Evaluationsinstrumente beinhalten eine vierstufige Skala, die ansteigende Kompetenzniveaus vom Anfänger bis zum Experten beschreibt. Der Beitrag berichtet über die Lernerfolge der Teilnehmenden und über weitere Einsatzmöglichkeiten des vorliegenden Evaluationsansatzes, bei dem die Kompetenzstufen anhand realer Arbeitsprozesse formuliert wurden.
Lernen im Betrieb findet häufig nicht in didaktisch organisierten Lernumgebungen statt, sondern am Arbeitsplatz. Hier treffen pädagogische und ökonomische Interessen aufeinander. Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen, wie z. B. der Integration lernschwacher Jugendlicher in den Betrieb oder der strukturellen Verknüpfung informellen Lernens mit Fragen der Zertifizierung und Anerkennung, entwickelt sich betriebliches Lernen weiter. Insbesondere entstehen Lernformen, die die Vorteile informellen und formalen Lernens zu verbinden suchen. Allerdings ist betriebliches Lernen vergleichsweise wenig erforscht. Im Beitrag werden Spezifika betrieblichen Lernens benannt, Veränderungen in den Lernformen nachgezeichnet und Perspektiven für eine stärker interdisziplinär ausgerichtete betriebliche Berufsbildungsforschung aufgezeigt, die diese Veränderungen begleiten und mitgestalten kann.
Für eine passgenaue Fachkräfteentwicklung in der Elektrobranche besteht seit August 2009 ein prozessorientiertes Weiterbildungssystem: Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungsberufe im Bereich der Elektrotechnik können sich zu Spezialisten weiterbilden und in einem zweiten Schritt den anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Prozessmanager/Geprüfte Prozessmanagerin Elektrotechnik (Operativer Professional) erlangen. Die Realisierung des Fortbildungsabschlusses auf der dritten Ebene (Strategischer Professional) ist für 2012 geplant. Der Beitrag stellt dieses in Struktur und inhaltlichen Standards neuartige Fortbildungskonzept vor. Im Fokus steht hierbei das Potenzial einer arbeitsprozessorientierten, berufsbegleitenden und beschäftigungssichernden Weiterbildung auf dem jeweils aktuellen Stand von Technik und Organisation.
At present, the proposals for a European Qualification Framework (EQF) and for a Credit Point System in Vocational Education and Training (ECVET) are revitalising the discussion surrounding European core occupations, although it remains unclear whether occupations should play a role in this system and which "vocational education and training concept" could form the basis of consensus in Europe. Core occupations may constitute the foundation for the respective context of a sector related "ECVET configuration" and could provide a major contribution to a vocational education and training concept dialogue between social partners and policymakers. The present paper investigates whether the establishment of European core occupations represents an opportunity to enrich the European vocational education and training debate by adding a modern concept of vocationalism.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.