Der Beitrag informiert über die zu erwartenden Veränderungen in der Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten. Er geht zunächst auf die bisherige Ausbildung ein und berichtet dann über ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung, dessen Ziel die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen zur Neuordnung des Ausbildungsberufs war. Durch Veränderungen in der Geschäftspolitik, in den Aufgaben der Beschäftigten und durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken haben sich neue fachspezifische und fachübergreifende Qualifikationsanforderungen ergeben, die prüfungsrelevant zu vermitteln sind. Das Projekt untersucht die Ausbildungssituation, die Verwertung der erworbenen Qualifikationen, die Entwicklungen bei den Sozialversicherungsträgern sowie die Vorstellungen des Ausbildungspersonals zu Ausbildungsinhalten und -organisation. Bedingt durch die notwendige Aufnahme neuer spezifischer Ausbildungsinhalte, die besonders die Krankenkassen berühren, wird der Ausbildungsberuf Sozialversicherungsfachangestellter künftig nach fünf Fachrichtungen zu spezialisieren sein.
Im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 57.600 Neuverträge zurück und erreichte damit den niedrigsten Wert seit 1975. Der Beitrag zeigt auf, dass der Einbruch nur deshalb so stark ausfiel, weil in den drei Jahren zuvor erstaunlich viele Jugendliche – insbesondere mit (Fach-)Hochschulreife – eine betriebliche Ausbildung aufnahmen. Das niedrige Niveau an Ausbildungsverträgen war aus demografischer Sicht vorhersehbar. Für die Zukunft stellt sich die Frage, ob die Einmündungsquoten der Jugendlichen auf dem niedrigen Niveau von 2020 verweilen und was dies langfristig für die Fachkräftesicherung bedeutet.
2020 ist für die Berufsbildung in Europa ein Jahr, um Bilanz zu ziehen und neue Pläne zu schmieden. Viele Strategiepapiere und Initiativen sind auf dieses Jahr hin ausgerichtet. Seit Januar liegt das Arbeitsprogramm der neuen EU-Kommission für die nächsten fünf Jahre vor. Daraus und infolge des Brexit werden sich für die Berufsbildung neue Perspektiven ergeben. Das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, Cedefop, beobachtet seit seiner Gründung im Jahr 1975 als Referenzzentrum der EU die Entwicklung der Berufsbildungssysteme und unterstützt Fachvertreter/-innen aus Politik, Praxis und Forschung dabei, die Berufsbildung in Europa weiterzuentwickeln.
Dr. Jürgen Siebel, geschäftsführender Direktor des Cedefop, schildert in diesem Interview seine Einschätzungen zu aktuellen und künftigen Herausforderungen und gibt dabei Einblicke in die Arbeit des Cedefop.
Die Übernahme des dualen Berufsbildungssystems West in den neuen Ländern stellte das Ausbildungspersonal vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Im August 1990 begann die Förderung der Qualifizierung des Personals der beruflichen Bildung in Ostdeutschland. Vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBW) wurden dafür bis 1992 rund 50 Mio. DM bereitgestellt. Was konnte dieses Programm bewirken? Welche Rolle spielte es im Transformationsprozess? Wie haben Ostdeutsche und Westdeutsche diesen Prozess unterstützt? Der Beitrag geht diesen Fragestellungen nach und zeigt aus der Rückschau Erkenntnisse und Erfahrungen auf.
Der Aufbau eines Netzes von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten im östlichen Teil Deutschlands ist berufsbildungspolitisch eine sehr bedeutsame Aufgabe, die wesentlich höhere konzeptionelle Anforderungen stellt, als dies bei der Schaffung überbetrieblicher Ausbildungskapazitäten in den alten Bundesländern der Fall war. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wird im folgenden beschrieben, welche Probleme aus heutiger Sicht zu meistern sind, was bei der Förderung ÜBS in den neuen Bundesländern zu bedenken ist und was gefördert werden kann.
Das ehemalige Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft hat 1990 mit einem Qualifizierungsprogramm für das Personal der beruflichen Bildung in den ostdeutschen Bundesländern (Programm PQO) begonnen, dessen Förderung 1992 auf das Bundesinstitut für Berufsbildung übergegangen ist. Der folgende Beitrag informiert über Ziele, Fördergrundsätze und Förderschwerpunkte des Programms PQO. Er gibt einen Überblick über den gegenwärtigen Stand und die daraus abgeleiteten künftigen Entwicklungslinien.
Seit 1992 veröffentlicht die OECD indikatorenbasierte Informationen über die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den OECD-Staaten im Rahmen der Publikation „Bildung auf einen Blick“. Die Ergebnisse der Veröffentlichung werden fortlaufend aktualisiert und ermöglichen die Einordnung des nationalen Bildungssystems im internationalen Vergleich. Zugleich bilden sie eine Grundlage für die internationale Bildungsdiskussion. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über den konzeptionellen Rahmen für die Indikatoren, die Entscheidungsprozesse bei der Auswahl der Indikatoren, die Abgrenzung beruflicher Bildung im Sekundarbereich II einschließlich darauf aufbauender Beispielindikatoren. Anschließend wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.
Im September 1992 erhielt das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung die Aufgabe, im Rahmen des Beratungsprogramms TRANSFORM der Bundesregierung Massnahmen auf dem Gebiet der beruflichen Bildung in den Staaten Mittel- und Osteuropas durchzuführen, zu begleiten und zu evaluieren. Der Beitrag berichtet über Erfahrungen aus dem mittlerweile in der Abschlussphase befindlichen Vorhaben und zeigt Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit auf. Insbesondere wird ein Pilotprojekt vorgestellt, das die Erfahrungen aus TRANSFORM für künftige Beratungsleistungen des BIBB nutzbar machen wird. Die Beratung des BIBB zielte darauf, die Entwicklung handlungs- und praxisorientierter Formen der Aus- und Weiterbildung sowie neuer Qualifikationsprofile zu unterstützen.
In der Fachöffentlichkeit und politischen Aufmerksamkeit markiert das Jahr 2000 den Übergang von der beruflichen Umweltbildung zur Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung". Die in Rio 1992 beschlossene Agenda 21 hat das Prinzip der Nachhaltigkeit zu einem alle Lebensbereiche umfassenden Leitbild des Wirtschaftens erklärt, wozu auch Berufsbildung einen wichtigen Beitrag leisten kann. Die thesenartig vorgetragenen Überlegungen stehen im Kontext einer Reihe insbesondere bildungspolitisch motivierter Klärungsprozesse und Massnahmen.
Die Betreuung und Pflege alter Menschen entwickelt sich zu einem bedeutenden Arbeitsfeld im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens. Insbesondere die Altenpflege ist jedoch davon betroffen, dass ein großer Teil des ausgebildeten Fachpersonals den Beruf wieder verlässt. Der Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung zu Berufseinmündung und Berufsverbleib in der Altenpflege vor, die vom BIBB zwischen 1992 bis 1997 durchgeführt wurde. Absolventen von Altenpflegeschulen wurden nach ihren Berufswahlmotiven, ihrer Zufriedenheit mit der Ausbildung sowie nach ersten Erfahrungen in der Berufspraxis und ihren weiteren beruflichen Plänen befragt. Ausbildungsqualität, Professionalität beruflicher Bildung und die Dauer des Berufsverbleibs müssen danach in unmittelbarem Zusammenhang gesehen werden. Eine alarmierende Berufsflucht quittiert die aus der Balance geratene Verbindung zwischen beruflicher Bildung und Arbeitswirklichkeit.
Nach der Wiedervereinigung des Landes im Jahre 1975 wurde in Vietnam ein einheitliches allgemeines Schulsystem eingeführt. In dem Beitrag wird die Struktur des nationalen Bildungssystems und der Berufsbildung (Erstausbildung, Weiterbildung, Verwaltung) in Vietnam dargestellt. Eingegangen wird weiterhin auf die Qualifizierung der Lehrkräfte und auf eine Reihe von Problemen, die vor allem durch den Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft entstehen.
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