In der kaufmännischen Ausbildung der Wieland-Werke AG, Ulm, wird ein Auszubildenden-Rückmeldesystem (ARSY) praktiziert, das der modernen Forderung nach Rückmeldung beobachteten Verhaltens entspricht. Nicht die Beurteilung zurückliegender Leistungen, sondern das Gespräch über erlebte Entwicklung und Chancen für Verbesserungen stehen im Vordergrund. Auszubildende erhalten nach jedem Abteilungsaufenthalt detaillierte Rückmeldungen über ihren jeweils erreichten Stand im Hinblick auf Fertigkeiten, Wissen und Verhalten. Durch Partizipation aller an der Ausbildung Beteiligten ist ein systematisches, praktikables und transparentes Feedbacksystem entstanden, das zu grosser Akzeptanz auf allen Seiten geführt hat. In dem Beitrag werden Konzept, Projektverlauf und realisiertes Feedbacksystem vorgestellt und abschliessend Hinweise zur Übertragbarkeit des Konzeptes gegeben.
Teilqualifikationen gewinnen als Instrument zur Nachqualifizierung an Bedeutung. Sie richten sich an Erwerbspersonen über 25 Jahre, die keinen oder einen nicht mehr verwertbaren Berufsabschluss haben. Teilqualifikationen werden durch die Arbeitsagentur gefördert und mittlerweile erkennen zunehmend Unternehmen das Potenzial dieses Bildungsformats. So auch die Firma Standard- Metallwerke GmbH in Werl. Sie bietet ihren Beschäftigten bereits seit 2015 Teilqualifikationen in den Bereichen Maschinen- und Anlagenführung und seit 2017 auch in der Lagerlogistik an. Im Interview berichtet Vanessa Kiko von den Erfahrungen im Unternehmen und erläutert, warum Teilqualifikationen gut geeignet sind, um Fachkräftepotenziale im Unternehmen zu erschließen.
Die Fritsch GmbH in Steinwenden wurde 1949 als Elektrobetrieb gegründet. Heute beschäftigen Sie Fachkräfte aus vier Gewerken, hinzu kommt der kaufmännische Bereich. Der Familienbetrieb wird mittlerweile in dritter Generation geführt. Die Aus- und Weiterbildung der eigenen Fachkräfte spielt seit jeher eine zentrale Rolle. Welche Wege bei der Gewinnung und Qualifizierung von Auszubildenden und Beschäftigten verfolgt werden und wie Herausforderungen infolge der digitalen und sozial-ökologischen Transformation gemeistert werden, berichtet Julia Hunsicker in diesem Interview. Dabei richtet sie den Blick gerade auch auf die spezifischen Potenziale eines kleinen Betriebs.
Die Wärmebereitstellung befindet sich im Umbruch. Zukünftige Heizsysteme müssen ab 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen. Heizungen mit Erdgas und Erdöl sind Auslaufmodelle. Heizungsbau, Gasnetzbetrieb und Klimagewerke spielen für diesen Wandel eine Schlüsselrolle. Von den vielfältigen Möglichkeiten, Raumwärme mit verbesserter CO2-Bilanz zu produzieren, stellt dieser Beitrag die Wärmepumpe und die Verbrennung von Wasserstoff in Heizungen genauer vor und betrachtet mögliche Auswirkungen auf Berufsbilder und Aufgaben der Fachkräfte.
Aufgabe der Ausbilder/-innen ist es, den Fachkräftenachwuchs für den digitalen Wandel fit zu machen. Weiterbildung hilft ihnen dabei, diese Aufgabe zu meistern. Das NETZWERK Q 4.0, ein BMBF-gefördertes Projekt, das vom Institut der deutschen Wirtschaft in enger Zusammenarbeit mit 13 Bildungswerken der Wirtschaft und zwei weiteren Trägern beruflicher Bildung umgesetzt wird, erstellt passende Angebote für genau diesen Bedarf. Dieser Beitrag stellt vor, wie im NETZWERK Q 4.0 Qualifizierungsbedarfe ermittelt und mittels eines Design-Thinking-Prozesses in qualitätsgesicherte Weiterbildungsangebote übersetzt werden. Abschließend werden die bisherige Rezeption der Weiterbildungen betrachtet und weiterer Anpassungsbedarf perspektivisch aufgezeigt.
Der Europass präsentiert sich im fünfzehnten Jahr seines Bestehens als rundum erneuertes Online-Portal mit neuem Look und neuen Funktionen. Seit 2018 arbeitet die EU-Kommission daran, das Instrument für die Anforderungen der Digitalisierung fit zu machen und Synergien zu anderen europäischen Instrumenten und Portalen zu verstärken. Der Artikel befasst sich mit den Zielen und erweiterten Angeboten der neuen Plattform und stellt diese auch in Relation zu den bisherigen Europass-Dokumenten. Zudem wird der Zusammenhang mit anderen europäischen Instrumenten und Netzwerken erläutert.
Infolge einer alternden Bevölkerung und des wachsenden Bedarfs an Gesundheitsversorgungsleistungen steigt international der Druck, die Effizienz des Gesundheitssystems zu erhöhen und die Kosten im Griff zu halten. In diesem Zusammenhang wurden neue Gesundheitsberufe, u.a. der Beruf Advanced Practice Nurse (APN), eingeführt. Im Beitrag werden die Kompetenzen, Rollen und Tätigkeitsfelder sowie der Beitrag dieses Berufsprofils in der Gesundheitsversorgung aus internationaler und schweizerischer Perspektive dargestellt. Zudem wird beleuchtet, worin sich APN von spezialisierten Pflegekräften unterscheiden. Abschließend wird auf die Bedeutung von verbindlichen Regelwerken zur Qualitätssicherung hingewiesen.
Das Bundeskabinett hat am 9. Oktober 2019 einen Gesetzesentwurf beschlossen, der darauf abzielt, die sogenannte Meisterpflicht für zwölf der 52 Handwerke, die derzeit zulassungsfrei betrieben werden können, wieder einzuführen. Eckpunkte der rechtlichen, ökonomischen und wirtschaftspädagogischen Diskussion um die Wiedereinführung der Meisterpflicht werden im Beitrag dargelegt. Zunächst wird ausgeführt, unter welchen Voraussetzungen eine Meisterpflicht rechtlich überhaupt zulässig ist. Dann wird aus wirtschaftspädagogischer Perspektive die Bedeutung der Meisterprüfung für die Ausbildungsleistung im Handwerk erläutert.
Inklusion und selbstbestimmte Teilhabe sind zwei Leitmotive, mit denen in den vergangenen Jahren in Deutschland ein gesamtgesellschaftlicher Strukturwandel angestoßen wurde, der vor allem auch Auswirkungen auf die Leistungserbringung in der beruflichen Rehabilitation hat. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert in diesem Kontext mit dem Projekt PAUA die Weiterentwicklung von Berufsbildungswerken. Im Beitrag werden gewonnene Erfahrungen und Perspektiven vorgestellt.
Lukas Brandl, geboren 1993, hat im Januar 2017 seine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der Evonik Technology & Infrastructure GmbH am Standort Marl abgeschlossen. Im Juli beendete er sein duales Studium »Industrielles Servicemanagement« an der FH Dortmund. Die Zeit zwischen Ausbildungsabschluss und Beginn der Bachelor-Arbeit nutzte er für einen zweimonatigen Auslandsaufenthalt am Evonik Standort in Mobile, Alabama.
Zwei gewerkeübergreifende bundeseinheitliche Aufstiegsfortbildungen im Handwerk, Geprüfte Kaufmännische Fachwirte nach Handwerksordnung (HwO) sowie Geprüfte Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk, sind im Jahr 2016 erlassen worden. Sie ersetzen bisherige Kammerregelungen in diesen Bereichen. Die Neuregelung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung eines in sich konsistenten kaufmännischen Laufbahnkonzepts, das in diesem Beitrag vorgestellt wird.
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