In der betrieblichen Praxis von Klein- und Mittelbetrieben (KMU) werden informell – im Prozess der Arbeit – erworbene Kompetenzen der Beschäftigten häufig in den Arbeitsprozessen erfasst und bilanziert. Oft erfolgt diese praxisnahe Validierung mittels einer bewusst gestalteten interaktionsbasierten Beurteilung durch Führungskräfte, die in die laufenden Arbeitsprozesse integriert sind. Im Beitrag werden auf der Basis konzeptioneller Überlegungen zu informellen Kompetenzen an verschiedenen Praxisbeispielen die Potenziale und Grenzen interaktionsbasierter Beurteilungsverfahren aufgezeigt.
Mit Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) liegt ein bildungsbereichsübergreifendes Kompetenzverständnis vor, das auf Handlungskompetenz ausgerichtet ist. Doch was bedeutet dieses Verständnis für die Prüfungen im dualen System? Im Beitrag werden ausgewählte Ergebnisse eines BIBB-Forschungsprojekts vorgestellt, in dem die bestehende Prüfungspraxis in vier ausgewählten Berufen untersucht wurde. Am Beispiel des Berufs Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen – Fachrichtung Versicherung werden in diesem Beitrag Prüfungsanforderungen, Aufgabenstellungen und Beurteilung der Prüfungsleistungen bezüglich der Orientierung an Kompetenzen in den Blick genommen. Abschließend werden berufsübergreifende Weiterentwicklungsbedarfe aufgezeigt.
Öffentlich-rechtliche Fortbildungsabschlüsse des Bundes werden neben den Hochschulqualifikationen den Niveaus 5 bis 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) zugeordnet. Zur Beurteilung der Gleichwertigkeit sind Systeme der Qualitätssicherung eine unverzichtbare Grundlage. Im Beitrag werden die für die geregelte berufliche Fortbildung verankerten Verfahren zur Sicherung der Qualität vorgestellt.
Für Auszubildende stellt die Eingangsphase der Berufsausbildung eine große Herausforderung dar und eine vorzeitige Vertragsauflösung wird meist als persönlicher Misserfolg erlebt. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels und angesichts der hohen Kosten einer Vertragsauflösung versuchen ausbildende Unternehmen, die Eingangsphase durch sogenannte Onboarding-Maßnahmen zu unterstützen. Im Beitrag werden Ergebnisse aus Interviews mit Auszubildenden und Ausbildungsverantwortlichen in fünf Unternehmen zu den erlebten Herausforderungen, den angebotenen Onboarding-Maßnahmen und deren Beurteilung vorgestellt.
Angesichts einer verstärkten Nachfrageorientierung in der Weiterbildung gewinnen die Themen „Weiterbildungstransparenz“ und „Weiterbildungsberatung“ an Bedeutung. Vor diesem Hintergrundbehandelt der Beitrag Einschätzungen und Sichtweisen der (potenziell) Weiterbildungsnachfragenden, die sich insbesondere auf empirische Ergebnisse des Adult Education Survey (AES) 2010 stützen. Dabei stehen die Weiterbildungstransparenz, das Informationsverhalten sowie die Wahrnehmung und Beurteilung von Beratungsangeboten im Mittelpunkt der Betrachtung. Abschließend werden sechs Ansatzpunkte zur Verbesserung der Weiterbildungstransparenz benannt: Vernetzung von Weiterbildungsdatenbanken, Weiterbildungstests, Ausbau trägerübergreifender Weiterbildungsberatung, Professionalisierung der Weiterbildungsberatung, Nutzung von Web 2.0-Anwendungen sowie eine optimierte Kombination von Informations- und Beratungsangeboten.
Mit dem wbmonitor-Klimawert wird seit 2007 die wirtschaftliche Situation der Weiterbildungsbranche gemessen. Ziel des konzeptionell an den ifo- Geschäftsklimaindex angelehnten Indikator ist es, eine empirische Basis zur Marktbeobachtung der Weiterbildungslandschaft bereitzustellen und den Einfluss von Finanzierungsstrukturen sichtbar zu machen. Die Daten sollen der Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik als Informationsgrundlage dienen hinsichtlich der Bereitstellung und des Erhalts von Strukturen lebenslangen Lernens. Mit der Umfrage 2010 liegt nun eine Zeitreihe von vier Jahren vor. Auf dieser Basis kann eine erste Beurteilung vorgenommen werden, inwieweit das Instrument seiner Zielsetzung gerecht wird.
Verfahren und Instrumente zur Kompetenzfeststellung bieten vor allem in sogenannten Such- und Übergangsphasen - wie z. B. von der Schule in den Beruf - die Möglichkeit, personenbezogene Potenziale und Ressourcen sichtbar und für Entwicklungsprozesse nutzbar zu machen. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, (Bildungs-)Risiken frühzeitig zu erkennen und eine Förderung präventiv einzuleiten. In der Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen sowie in der schulischen und außerschulischen Berufsvorbereitung sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von unterschiedlichen Verfahren entstanden und eingesetzt worden. Fast unübersichtlich ist das Angebot an Kompetenzfeststellungsverfahren geworden. Es stellt sich die Frage, welche Verfahren zur Ermittlung der Kompetenzen wirklich geeignet sind. Im folgenden Beitrag werden verschiedene Verfahren und Kriterien für ihre Beurteilung vorgestellt.
Ein Kriterium für die Qualität der Ausbildung ist der Erfolg der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt. Zur Beurteilung der beruflichen Integration reicht es allerdings nicht aus, den Zeitpunkt des Ausbildungsabschlusses allein oder die Einmündung in eine wie auch immer geartete Erwerbstätigkeit zu betrachten. Entscheidend ist die Entwicklung in den ersten (Berufs-)Jahren. In einem BIBB-Vorhaben wurden Berufsverläufe von Absolventen aus dualer Ausbildung über drei Jahre verfolgt und anhand einer Sequenzmusteranalyse mit einander verglichen. Berücksichtigung fanden auch Erwerbsformen mit prekärem Potenzial. Dieser Artikel stellt ausgewählte Ergebnisse vor und zeigt Forschungsdesiderate auf.
Das Anfang 2004 in Kraft getretene neue Berufsbildungsgesetz der Schweiz regelt die Anerkennung früher erworbener Kompetenzen unabhängig von den Lernwegen. Die Anerkennung der informellen Lernleistungen erfolgt auf drei Ebenen, der Selbstbeurteilung, der Fremdbeurteilung und der formellen Anerkennung/Validierung. Der Beitrag erläutert die Prozesse und Verfahren der Anerkennung und stellt anschließend das Schweizer Kompetenz-Management-Modell CH-Q vor.
In den letzten Jahren sind bei der Entwicklung neuer und der Modernisierung bestehender Berufsbilder viele neue Berufsbezeichnungen entstanden. Diese sollen nicht nur eine möglichst realistische Vorstellung von der jeweiligen Tätigkeit liefern, sondern auch attraktiv sein. Jugendliche reagieren sehr unterschiedlich auf die neuen Bezeichnungen: Während einige Benennungen das Image eines Berufs fördern, haben andere fast schon stigmatisierenden Charakter. Und was für männliche Jugendliche interessant klingen mag, kann auf junge Frauen abschreckend wirken. Der Beitrag diskutiert die Auswirkungen von Berufsbezeichnungen auf das Berufsimage und prestige anhand von ausgewählten Berufen. Die Ergebnisse zeigen, daß vieles dafür spricht, in Zukunft bereits während des Neuordnungsverfahrens alternative Bezeichnungen empirisch zu testen. Ab April 2004 soll ein Forschungsprojekt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn gestartet werden, in dessen Rahmen ein standardisiertes Instrument zur Beurteilung von Berufsbezeichnungen aus der Sicht von Jugendlichen entwickelt werden soll.
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