Ist die althergebrachte Idee des ehrbaren Kaufmanns noch zeitgemäß angesichts moderner Unternehmen und Märkte? Und passen allgemeinpädagogische Ansätze der Werte- und Moralerziehung zu den spezifischen Zielen und Bedingungen der Berufsbildung? Der Beitrag skizziert ein wirtschaftsdidaktisches Konzept, das demgegenüber die Relevanz moderner Wirtschafts- und Unternehmensethik betont. Als zeitgemäßes Leitbild für die Fortschreibung der berufsmoralischen Bildung von Kaufleuten könnte Sozialpartnern und Wirtschaftslehrkräften die Figur des mündigen Wirtschafts- und Organisationsbürgers dienen.
Die Forschung zu moralischen Entscheidungsmustern im Erwachsenenalter zeigt, dass Personen in ihrem Handeln immer wieder, auch in beruflichen Kontexten, moralische Regeln übertreten und dabei kein schlechtes Gewissen haben, sich vielmehr wohlfühlen. Diese Personen nutzen das sogenannte „Happy Victimizer Pattern“. Hierzu werden im Beitrag Forschungsbefunde vorgestellt. Um (zukünftig) Berufstätige auf den Umgang mit Handlungsentscheidungen in typischen moralrelevanten Situationen ihres Berufsfelds vorzubereiten, wird basierend auf diesen Befunden das didaktische Konzept „Values and Knowledge Education“ vorgeschlagen.
Der Beitrag beschreibt die Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe (GES-Berufe) anhand von drei Merkmalen, die Aufschluss über die Anforderungen, das gesellschaftliche Ansehen sowie die Gratifikationen dieser Ausbildungsberufe geben. Zur besseren Einordnung werden sie mit Berufsmerkmalen dualer Ausbildungsberufe verglichen.
In Zeiten von Klimawandel, Rohstoffknappheit, Kinderarbeit und Steuervermeidung spielt nachhaltiges Wirtschaften eine immer größere Rolle. Auf die Frage, wie in der beruflichen Bildung Nachhaltigkeits-Werte ausgebildet und kommuniziert werden können, liefern die im BIBB-Modellversuch Pro-DEENLA konzipierten Lernmodule zum Thema CSR in der Transport- und Logistikbranche eine Antwort.
Einrichtungen der beruflichen Bildung müssen demokratie- und menschenrechtsfeindlichen Haltungen und Handlungen entgegenwirken. In Berlin, Brandenburg und Hamburg bietet der „Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung (DEVI e.V.)“ Unterstützung bei der Bewältigung damit verbundener Herausforderungen. Im Interview erläutert Michael Hammerbacher, wie Berufsschulen und ihre Lehrkräfte diese Unterstützungsangebote nutzen.
Rezension zu: Wertebildung, Interesse und Religionsunterricht. Ethisch und religiös ausgerichteter Unterricht im Vergleich. Theoretische und empirische Untersuchungen zur Wirksamkeit des BRU. Georg Wagensommer und Friedrich Schweitzer (Hrsg.). Waxmann, Mü
Rund ein Viertel aller Auszubildenden in Deutschland befinden sich derzeit in nicht-akademischen Ausbildungsgängen außerhalb des dualen Systems. Dieser Ausbildungsbereich ist nicht nur in Bezug auf rechtliche Grundlagen vielfältig und heterogen. Um welche Ausbildungsgänge handelt es sich? Wo werden sie angeboten? Was kennzeichnet diesen Ausbildungsbereich? Der Beitrag gibt Einblicke in den für Fachkräfte im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen relevanten Ausbildungsbereich und stellt exemplarisch ausgewählte Kennzeichen und Besonderheiten im Vergleich zur Ausbildung im dualen System dar.
Berufliche Kompetenz kann einerseits als eine Kombination aus Wissen, Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Motiven, Emotionen und moralischer Urteilsfähigkeit (handeln wollen und können) betrachtet werden und andererseits als gesellschaftlich bestimmte Zuständigkeit für Aufgaben und/oder Sachgebiete (handeln dürfen). Ziel des Beitrags ist es, diese beiden Bestimmungen sprachlich begrifflich voneinander abzugrenzen und sie in einer dritten Bestimmung zusammenzuführen. Berufliche Kompetenz erscheint dann als Produkt einer Wechselwirkung von individueller Auslegung von Zuständigkeiten anforderungsgemäß zu bewältigen. Die begriffliche Klärung macht sichtbar, dass die Ordnungsmittel für die Ausbildung nur bedingt einlösbare Ziele vorgeben.
Die Qualifizierung von Arbeitskräften unterhalb des akademischen Niveaus gewinnt unter wirtschafts- und sozialpolitischer Perspektive international zunehmend an Bedeutung. Sie kann – im Zuge der Globalisierung sozusagen neu entdeckt – aktuell für alle Staaten als ein gewichtiger Produktionsfaktor gelten. Wurde in Deutschland bislang die Erwerbsqualifizierung der breiten Arbeitnehmerschicht traditionell als 'Berufsausbildung' oder 'Berufserziehung' verstanden und entsprechend praktiziert, so wird – vor allem in Konfrontation mit angelsächsischer Praxis und Begrifflichkeit – inzwischen deutlich, dass Erwerbsqualifizierung, orientiert am Berufsprinzip, nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt. Exemplarisch lässt sich diese Sichtweise am Begriff „Employability“ verdeutlichen. Die Universalisierung qualifikatorischer Orientierung hat indes theoretische und ausbildungspolitische Folgen, die hier analysiert und kritisch bewertet werden.
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