Die dritte reguläre Sitzung sowie eine außerplanmäßige Sitzung des Hauptausschusses fanden unter der Leitung von Dr. Hans-Jürgen Metternich, Beauftragter der Arbeitgeber, statt. Beraten wurde unter anderem die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt 2020 im Zeichen der Corona-Pandemie, die Anwendung der modernisierten Standardberufsbildpositionen, neue Abschlussbezeichnungen und Lernumfänge bei Fortbildungsordnungen sowie ein neues Themencluster zur ordnungsbezogenen Forschung, das Eingang in die BIBB-Forschungsplanung gefunden hat.
Im Zentrum der ersten Hauptausschusssitzung 2019 stand die Beratung der aktuellen Ausbildungsplatzsituation, wie sie jährlich anlässlich der Aussprache zum Berufsbildungsbericht der Bundesregierung geführt wird. Weitere Beratungspunkte waren Themencluster der mittelfristigen BIBB-Forschungsplanung für den Zeitraum 2019 bis 2025, Durchlässigkeit zwischen hochschulischer und beruflicher Bildung sowie die Modernisierung der Standardberufsbildpositionen. Geleitet wurde die Sitzung von der Vorsitzenden Dr. Alexandra Bläsche, Beauftragte der Länder.
Seit dem 1. September hat das BIBB einen neuen Forschungsdirektor. Prof. Dr. Hubert Ertl, Associate Professor of Higher Education am Department of Education der University of Oxford, wechselt von der Themse an den Rhein und bringt von dort neue Ideen für die Weiterentwicklung der Forschung am BIBB mit. Kurz vor seinem Wechsel nach Bonn bot sich die Gelegenheit für ein kurzes Interview mit der BWP.
Vor welchen Herausforderungen steht die Berufsbildung und welcher bildungspolitische Handlungsbedarf ergibt sich daraus? Zu fünf Themen – Attraktivität der dualen Ausbildung, Passungsproblemen am Ausbildungsmarkt, Integration geflüchteter Menschen, Qualifizierung in der digitalen Wirtschaft und Berufsschulen als dualer Partner – hat die BWP-Redaktion Mitglieder des Ausschusses »Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung« der im Bundestag vertretenen Parteien um Statements gebeten. Sie bieten einen Überblick über unterschiedliche Schwerpunktsetzungen in den parteipolitischen Positionen und Programmen.
Die Sicherung zukunftsfähiger Qualifikationen durch die berufliche Aus- und Weiterbildung ist eine zentrale Aufgabe der Bildungsforschung. In einer bundesweiten Delphi-Studie haben das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) und infas Experten nach deren Einschätzung der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsaufgaben gefragt. Ziel der Delphi- Befragung ist es, Lücken in der Berufsbildungsforschung zu identifizieren und die Forschungsplanung insgesamt auf eine breite Basis zu stellen. Im Beitrag werden erste Ergebnisse vorgestellt.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) startete einen ersten Versuch, die Delphi-Methode in der Forschungsplanung einzusetzen. Mitarbeiter des BIBB wurden gebeten, Ideen und Vorschläge für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsaufgaben der beruflichen Bildung zu formulieren. Die Ergebnisse sollen die Forschungsplanung im BIBB unterstützen und für die Überarbeitung der Forschungsprioritäten herangezogen werden. Der Beitrag stellt Forschungsvorschläge aus der zweiten Delphi-Runde vor, die als besonders wichtig für die Fortentwicklung der beruflichen Bildung eingestuft wurden, und zieht Schlussfolgerungen für zukünftige Anwendungen. Ausgehend von den vorliegenden Ergebnissen zeigt sich, dass sich die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben des BIBB vor allem auf drei Ebenen bewegen: der Gewinnung, Analyse und Systematisierung von Daten, der Bewertung und Interpretation von aktuellen Entwicklungen aus der Sicht unterschiedlicher Entscheidungsträger (z.B. Politik, Betriebe, Individuum) sowie einer informationstechnisch gestützten Vermittlung (Service) von zentralen Ergebnissen der Berufsbildungsforschung und -entwicklung.
Untersucht werden Ziele, Struktur, Funktion und Grundlagen der Forschungsarbeit des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Berufsbildungsforschung im BIBB hat seit jeher ihre eigene Wertigkeit und ihre eigenständige Bedeutung, sie ist aber auch notwendig für die fachgerechte und optimale ganzheitliche und institutsübergreifende Aufgabenwahrnehmung, und schließlich hat sie in diesem Zusammenhang als Kernaufgabe des BIBB eine grundlegende Bedeutung für die Dienstleistungsaufgaben des BIBB, also für Entwicklung, Dauerbeobachtung, Berufsbildungsberatung sowie Weisungs- und Verwaltungsaufgaben. Der Beitrag beschreibt das Forschungskonzept, d.h. die Forschungsprioritäten und die Forschungsplanung des Instituts sowie das Generierungsverfahren für Forschungsprojekte.
Der Technikeinsatz in Wirtschaft und Gesellschaft ist einer der Hauptfaktoren des beruflichen Qualifikationsbedarfs. Der Deutsche Delphi-Bericht, der in dem Beitrag rezensiert wird, ist eine Vorausschau von Sachverständigen auf die technische Entwicklung bis etwa 2020. Im Mittelpunkt der Besprechung steht die Frage, ob die Delphi-Studie eine Hilfe für das Erkennen technikinduzierter Problemlagen in der Berufsbildungsforschung sein kann. Der Beitrag kommt zu dem Schluß, daß eine direkte inhaltliche Nutzanwendung des Delphi-Berichtes für Folgeanalysen in der Qualifikationsforschung gering ist. Dennoch können seine richtungweisenden Ergebnisse und ihre Folgen für die berufliche Qualifizierung von Bedeutung sein. Das Bundesinstitut für Berufsbildung müßte nun Expertenbefragungen in allen Technikfeldern durchführen, die von Relevanz für die zukünftigen Qualifikationsanforderungen sind und dabei neue Merkmale der zukünftigen Arbeits- und Berufswelt feststellen. Eine weitere indirekte Nutzanwendung besteht in der Übernahme der Delphi-Methode auf die Forschungsplanung in der beruflichen Bildung, insbesondere zur Unterstützung der Szenario-Technik.
Der Beitrag bietet einen theoretischen Orientierungsrahmen für inhaltliche Analysen und Planungen im Forschungsbereich "Lernen und Arbeiten" an. Er gibt Hinweise zur Forschungsorganisation, die zur Verbesserung der Forschungslage beitragen können. Im vorangestellten Problemaufriß soll mit Bezug auf die Komplexität des Gegenstandsbereichs "Berufsbildung" ein Forschungsbereich "Lernen und Arbeiten" eingegrenzt werden.
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