Prüfungstexte können für Auszubildende, die Schwierigkeiten mit der Sprache haben, eine große Hürde sein. Durch Textoptimierung kann diese leichter überwunden werden. Im Projekt TOP.KI wird ein Werkzeug entwickelt, das mithilfe von KI die Formulierung von Prüfungsaufgaben in Einfacher Sprache unterstützt. Der Beitrag beschreibt die Anforderungen an solche Prüfungsaufgaben und das Vorgehen im Projekt.
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) erweitert seit März 2020 die Möglichkeiten zur Einwanderung für internationale Fachkräfte. Ausgebaut wurden auch die Möglichkeiten, zur Berufsausbildung nach Deutschland zu kommen. Die rechtlichen Regelungen sind nun in ihrer Umsetzung zu betrachten: Welchen Herausforderungen begegnen Auszubildende und Ausbildende und welche Möglichkeiten der Optimierung gibt es?
Im Editorial benennt BIBB-Forschungsdirektor Weiß Optimierungspotenzial bei der Konzeption und Organisation von Angeboten und fordert, Berufsorientierung als Bildungsauftrag zu verstehen und zu gestalten.
Mit einer grundlegenden Bildungsreform der nicht universitären Gesundheitsberufe im Jahr 2002 verfolgte die Schweiz das Ziel, ein durchlässiges Bildungssystem mit Qualifizierungsmöglichkeiten auf verschiedenen Niveaus zu etablieren, um dem Bedarf an Fachkräften gerecht zu werden. Teil davon war die Etablierung der neuen dualen beruflichen Grundbildung Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) mit darauf aufbauenden Ausbildungsmöglichkeiten auf tertiärem Niveau. FaGe zählt heute zu einem der meistgewählten Grundbildungsberufe. Doch ist der Beruf auch attraktiv genug, um seine Absolventinnen und Absolventen in der Gesundheitsbranche zu halten – entweder als Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit oder in einer anschließenden tertiären Laufbahnoption? Diese Frage wurde anhand einer nationalen Längsschnittstudie untersucht. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass hinsichtlich der Berufsattraktivität noch Optimierungspotenzial besteht.
Die Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschule ist in Deutschland nach wie vor mangelhaft. Die Bildungspolitik setzt darauf, die Durchlässigkeit zwischen den beiden Bildungssystemen durch Verfahren zur Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge zu verbessern. Die bisherigen Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich mit den vorgeschlagenen Verfahren nur wenige Inhalte aus beruflichen Ausbildungsgängen auf Studiengänge anrechnen lassen. Als Alternative wird in diesem Artikel ein Vorschlag skizziert, auf berufliche Kompetenzen und Erfahrungen aufbauende Bachelorstudiengänge als akademische Weiterbildung für Fachkräfte einzurichten. In einem solchen Ansatz wird eine Chance gesehen, Berufsbildung und Hochschule systematisch- aufbauend miteinander zu verbinden und damit durchlässige berufliche Karrierepfade zu schaffen.
Der Übergang von den allgemeinbildenden Schulen in die berufliche Bildung bleibt für viele junge Menschen eine große Hürde. Ein regionales Übergangsmanagement kann dazu beitragen, die Übergänge an dieser Gelenkstelle des Bildungssystems zu verbessern, bedarf dazu aber einer Datengrundlage, die auch für Steuerungszwecke geeignet ist. Die Autoren zeigen am Beispiel der Stadt Dortmund, dass kommunale Schulentwicklungsplanung und lokale Bildungsberichterstattung hierfür prinzipiell geeignete Verfahren darstellen, die allerdings in Richtung eines "Übergangsmonitorings" weiterzuentwickeln sind, um das erforderliche Steuerungswissen bereitzustellen.
Übergeordnete Ziele des Modellversuchs NICA (Nachhaltigkeit in der Chemieausbildung) sind die notwendige Kompetenzerweiterung der Azubis und späteren Fachkräfte um die Schlüsselqualifikation "Nachhaltigkeit" im Sinne von Zukunftsfähigkeit sowie die Entwicklung praktikabler Ansätze zur Optimierung der betrieblichen Ausbildungsrealität. Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung wird dabei als ein ganzheitliches Konzept verstanden. Im Spannungsfeld von wirtschaftlicher Machbarkeit und Effizienz (Ökonomie), Verantwortung für die Umwelt (Ökologie) und sozialer Verantwortung geht es darum, neue Erkenntnisse für den Erwerb von Gestaltungskompetenz für alle am Modellversuch Beteiligten zu erlangen. Ein im Rahmen des Modellversuchs entwickeltes Kriterien- und Indikatorenmodell unterstützt diese Bemühungen für eine zukunftsfähige, nachhaltige Entwicklung. Im Beitrag werden die Grundlagen des Modells sowie erste Erfahrungen einer Nachhaltigkeitsbegehung vorgestellt.
Viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus der Sekundarstufe I bewerben sich vergebens um Ausbildungsplätze. Die Gründe sind nicht neu: nicht ausreichende Ausbildungsplätze, aber auch von der Wirtschaft beklagte Defizite bei der Ausbildungsreife von Jugendlichen. Untersuchungen des BIBB zeigen allerdings auch, dass sich diejenigen Jugendlichen mit konkreten Vorstellungen von Ausbildung, Beruf, Marktchancen sowie der Fähigkeit zu realistischer Selbsteinschätzung messbar beharrlicher und letztlich erfolgreicher bewerben als diejenigen, die die Schule ohne konkrete Berufswünsche - und das sind fast die Hälfte - verlassen. Schulische Berufsorientierung dürfte deshalb auch künftig an Bedeutung noch zunehmen. Dabei stehen Schülerbetriebspraktika wegen ihres besonderen Einflusses auf die Entstehung von Berufswünschen im Mittelpunkt. Das Forschungsprojekt "Beruf fängt in der Schule an - die Bedeutung von Schülerbetriebspraktika im Rahmen der Berufsorientierungsphase" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) geht der Frage nach, inwieweit mit Erwartungshaltungen verbundene Ansprüche an Betriebspraktika und die Realität im Schulalltag übereinstimmen. Im Projekt werden Möglichkeiten und Grenzen dieser Praktika erkundet und Vorschläge zu ihrer Optimierung erarbeitet.
Benachteiligtenförderung ist seit langem ein Bestandteil des Berufsbildungssystems. Ursprünglich stand die Frage im Vordergrund, wie für die Jungarbeiter ein sinnvolles Bildungsangebot der Berufsschule entwickelt werden könnte. Später, in den frühen 70er Jahren, sollte das Berufsvorbereitungsjahr die "Problemgruppen" des Berufsbildungssystems aufnehmen. Parallel dazu entstanden die ersten berufsvorbereitenden Lehrgänge, finanziert durch die Bundesanstalt für Arbeit. 1980 begann das sog. "Benachteiligtenprogramm" mit ca. 600 Ausbildungsplätzen in außerbetrieblichen Bildungseinrichtungen, bei Bildungsträgern. 1988 wurde das Programm in das AFG übernommen und damit zu einem Regelangebot gemacht. Seit 1982 gehören auch die "ausbildungsbegleitenden Hilfen" zum Unterstützungsangebot für betriebliche Auszubildende. Seit geraumer Zeit tauchen jedoch Fragen bzw. Forderungen nach Optimierung des Fördersystems auf. Gezielte und individuelle Förderung, Optimierung der Lernformen, Verbesserung der sozialpädagogischen Betreuung und Anbindung an die betriebliche Praxis, Zertifizierung erworbener Kompetenzen sind Stichworte, die die aktuelle Diskussion prägen. Der Beitrag geht diesen Entwicklungen nach.
Schriftliche Prüfungen stellen an die Auszubildenden fachlich und sprachlich hohe Anforderungen. Auszubildende mit geringer Schriftsprachkompetenz können in der Fachprüfung profitieren, wenn die sprachlichen Anforderungen gering gehalten werden. Die Autoren konnten zeigen, dass Auszubildende mit Hör-Sprach-Behinderung bei sprachlich optimierten (textoptimierten) Aufgaben 20 Prozent schneller korrekt antworteten und weniger Fehler machten als bei inhaltlich identischen, nicht textoptimierten Aufgaben. Textoptimierung kann somit für Auszubildende mit geringer deutscher Schriftsprachkompetenz ein wirksamer Nachteilsausgleich sein.
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