Um dem Fachkräftemangel im Bereich Elektrotechnik zu begegnen, wurde an der FH Aachen in Kooperation mit den zuständigen Kammern ein neuartiger Studiengang entwickelt. Der Beitrag beschreibt das Orientierungs- und Bildungsangebot, bei dem zeitgleich sowohl die praktischen Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb als auch die Erfahrungen aus dem Studium eine Entscheidungsfindung für den weiteren Bildungsweg ermöglichen.
Die Forschung zu moralischen Entscheidungsmustern im Erwachsenenalter zeigt, dass Personen in ihrem Handeln immer wieder, auch in beruflichen Kontexten, moralische Regeln übertreten und dabei kein schlechtes Gewissen haben, sich vielmehr wohlfühlen. Diese Personen nutzen das sogenannte „Happy Victimizer Pattern“. Hierzu werden im Beitrag Forschungsbefunde vorgestellt. Um (zukünftig) Berufstätige auf den Umgang mit Handlungsentscheidungen in typischen moralrelevanten Situationen ihres Berufsfelds vorzubereiten, wird basierend auf diesen Befunden das didaktische Konzept „Values and Knowledge Education“ vorgeschlagen.
Im Rahmen einer Interviewstudie im Kanton Solothurn wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse Determinanten von Berufsbildungsentscheidungen untersucht. Die Ergebnisse führen zu einem Phasenmodell, das Strategien und Kontextmerkmale zur Berufswahl aufzeigt. Insbesondere wird mit Beispielen das Konzept der gebundenen Rationalität illustriert und gezeigt, wie sich Jugendliche durch Ratschläge von glaubwürdigen Vertrauenspersonen sowie durch positive Gefühle in beruflichen Tätigkeiten in ihrem Entscheidungsprozess leiten lassen. Eine effektive Unterstützung der Berufsvorbereitung sollte daher nicht nur die Vermittlung von sachlichen Informationen enthalten, sondern auch die Ermutigung zu einem beruflichen Explorationsprozess, der Erfahrungen im Berufsfeld, Bezugspersonen und Gefühle einschließt.
Der Call-Center-Markt entwickelt sich in zweistelligen Zuwachsraten und erlangt so hohe beschäftigungs- und bildungspolitische Bedeutung. Qualifizierte Mitarbeiter für die neu geschaffenen Arbeitsplätze stehen jedoch nur unzureichend zur Verfügung. In dem Beitrag wird untersucht, welche Qualifikationen für die Tätigkeit in Call Centern notwendig sind, welche Qualifizierungsangebote existieren und welche Qualifizierungswege für Call-Center-Mitarbeiter am geeignetsten erscheinen. Grundlage sind eine BIBB-Untersuchung sowie eine regionale Untersuchung in Mecklenburg-Vorpommern, durchgeführt vom Institut für Bildungsforschung und Ausbilderqualifizierung (IAQZ), deren Analyse die Entscheidungsfindung auf Bundesebene pro oder contra einen eigenständigen Ausbildungsberuf erleichtern soll. Die Ergebnisse verdeutlichen unterschiedliche Einschätzungen zum Qualifizierungsbedarf, zeigen jedoch insgesamt, dass eine permanente Anpassung der Qualifizierungsstrategien für das Personal an die Aufgabenentwicklung in Call Centern erforderlich ist. Von den Autorinnen wird daher vorgeschlagen, 1. kurzfristig eine einheitliche Fortbildungsregelung zu entwickeln, um Personalentwicklung in den Unternehmen zu unterstützen, und 2. mittelfristig Möglichkeiten der Qualifizierung im Rahmen der Erstausbildung zu schaffen, in erster Linie die Entwicklung einer Zusatzqualifikation und/ oder die Integration Call-Center- spezifischer Inhalte in bestehende Ausbildungsberufe.
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