Der Beitrag stellt die Bedeutung des LEONARDO-Programms für die deutsche Berufsbildung heraus und nimmt aus dieser Sicht eine Bewertung der Ausschreibung zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie der geförderten Projekte unter deutscher Leitung im Zeitraum 1995 bis 1998 vor. Eingegangen wird auf die allgemeine Entwicklung der Ausschreibungen in diesem Zeitraum, die fachliche Beratung und Information von Antragstellern durch die Koordinierungsstelle BIBB, teilnehmende Staaten, die Beteiligung von MOE-Staaten, die Schwerpunkte der Projektarbeit.
Der Modellversuch "Qualitätssicherung in der Weiterbildung - Anwendungsorientierung und Integration aller Beteiligten als Qualitätskriterien im Weiterbildungsprozeß", gefördert vom Bundesinstitut für Berufsbildung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, der 1995 seine Arbeit aufgenommen hatte, ist abgeschlossen. Am 21./22. April 1998 fand im tbz Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn die Abschluß-Fachtagung statt. Die Teilnehmer diskutierten in Arbeitsgruppen die Konsequenzen, die sich aus der Erprobung des Instrumentariums zur Qualitätssicherung der Weiterbildung für Bildungsträger ergeben. Hierbei interessierten besonders Aspekte wie Kosten/ Nutzen des vorgestellten Qualitätskonzepts sowie die personellen und organisatorischen Voraussetzungen beim Bildungsträger zur Umsetzung dieses Konzepts.
Die Versicherungswirtschaft verfügt über ein dreistufiges abgestimmtes und aufbauendes Berufsbildungssystem mit folgenden Abschlüssen: Versicherungskaufmann, Versicherungsfachwirt und Versicherungsbetriebswirt. Die Neuordnung erstreckte sich auf die Ausbildungsordnung zum Versicherungskaufmann, die am 01.08.1996 in Kraft getreten ist, und die Fortbildung zum Geprüften Versicherungsfachwirt. Hier handelte es sich um die Neuordnung der Prüfungsregelungen im Rahmen einer bundeseinheitlichen Prüfungsordnung, die am 16.03.1998 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurden. Der Beitrag beschreibt die veränderten Qualifikationsanforderungen in der Versicherungswirtschaft, erläutert das Leitziel der beruflichen Handlungskompetenz in der neugestalteten Ausbildungsordnung und geht auf unterstützende Maßnahmen zur Umsetzung der Ausbildungsordnung und des Rahmenlehrplans ein. Außerdem wird das Strukturkonzept der Prüfungsordnung zum anerkannten Abschluss "Geprüfter Versicherungsfachwirt/Geprüfte Versicherungsfachwirtin" dargestellt.
Die mittleren Positionen in der industriellen Produktion und in den produktionsnahen Bereichen waren bislang traditionelle Aufstiegspositionen für Fachkräfte mit einem dualen Ausbildungsabschluss. Die demographische und technologische Entwicklung sowie der betriebliche Strukturwandel tragen dazu bei, dass die Zahl dieser Positionen abnimmt und dass auf die Positionen in der mittleren Qualifikationsebene Absolventen der Fachhochschulen drängen. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer empirischen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Rekrutierungsverhalten der Betriebe in der industriellen Produktion. Analysiert werden die Substitutionsprozesse auf der mittleren Qualifikationsebene. Befragt wurden Fortbildungsabsolventen zu ihrer Berufssituation sowie Betriebe zur ihrer Personalpolitik und den Aufstiegschancen von Facharbeitern. Die Ergebnisse zeigen, dass es vor allem in den angelagerten technischen Bereichen schwieriger wird, sich bei Stellenbesetzungen gegen Ingenieure durchzusetzen. Dies trifft vor allem die Techniker, die sich gleichzeitig noch gegen die an Bedeutung zunehmenden Fachspezialisten behaupten müssen. Industriemeister hingegen können eigentlich nur in ihrem eigenen Betrieb aufsteigen, da die Meisterpositionen sehr selten öffentlich ausgeschrieben werden. Dennoch spielt der Funktionsbereich oberhalb der Facharbeiterebene bei den Umstrukturierungen der Industriebetriebe eine wesentliche Rolle. Zwar ist davon auszugehen, dass die Anzahl derartiger Positionen abnimmt, doch nur wenige Unternehmen werden auf die untere bzw. mittlere Führungskraft verzichten.
Trotz der relativ hohen Anzahl vorzeitig aufgelöster Lehrverträge gab es bisher in der Schweiz kaum Untersuchungen über die Hintergründe und Ursachen von Lehrvertragsauflösungen und deren Folgen. Befragungen bei betroffenen Lehrlingen in drei Deutschschweizer Kantonen im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit, des kantonalen Amtes für Berufsbildung des Kantons Zürich und des Amtes für Bildungsforschung des Kantons Bern erfassen die berufliche Entwicklung nach der Vertragslösung, die unmittelbaren Gründe für den Ausbildungsabbruch und die Beratungsinstitutionen und -personen, die vor und nach der Vertragsauflösung konsultiert wurden. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Lehrstellenwahl, d.h. besonders gefährdet sind Jugendliche, die aufgrund der Lehrstellenknappheit Lehrverträge mangels Alternative abgeschlossen haben. Um Vertragsauflösungen entgegenzuwirken, muss sichergestellt werden, dass Betriebe ihren Lehrlingen eine geeignete Unterstützung und Förderung zukommen lassen. Auch Ausbilder spielen bei Vertragsauflösungen eine Schlüsselrolle. Zugleich sind das Betriebsklima sowie Konflikte mit dem Meister bzw. Ausbilder die häufigsten Auflösungsgründe.
Der Beitrag fußt auf Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die 1994/95 in Betrieben der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt in den Berufen Elektroinstallateur, Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel und Industriekaufmann durchgeführt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, auf welche Ursachen die Ausbildungszufriedenheit zurückgeführt werden kann und welchen Beitrag die betriebliche Ausbildungspraxis zur Erklärung der Zufriedenheit der Auszubildenden leistet. Die Auszubildenden äußerten sich in der Regel recht zufrieden über ihre betriebliche Berufsausbildung. Dabei gibt es jedoch erhebliche berufsspezifische Unterschiede bei den Zufriedenheitsaussagen der Jugendlichen. Ein größeres Maß an Selbständigkeit beeinflusst die Zufriedenheit nur in der Tendenz positiv. Jedoch hat die erlebte Ausbildungspraxis (Ausbildungsmethoden, Zuwendung, Ausbilder) entscheidenden Einfluss auf die Zufriedenheit der Auszubildenden. Als eigenständige Faktoren sind der "Abwechslungsreichtum der Arbeitsaufgaben" und die "persönliche, ausbildungsbezogene Zuwendung durch die Ausbilder" von größtem Gewicht.
Das Entwicklungsprojekt Ganzheitliche berufliche Rehabilitation Erwachsener (gbRE) versteht sich als integraler Bestandteil der Unternehmensentwicklung, indem es Formen effizienter Lernorganisation untersucht und Wege zur Umsetzung der Erkenntnisse in die Rehabilitationspraxis aufzeigt. Das Projekt fu?t auf der Leitidee ganzheitlich-persönlichkeitsfördernd-handlungsorientierter Didaktik beruflicher Rehabilitation und setzt den Schwerpunkt auf didaktische Fragen der Lernprozessgestaltung. An dem Projekt nehmen 24 Berufsförderungswerke teil, an denen je ein Projektlehrgang handlungsorientiert durchgeführt wird. Der Beitrag berichtet über das Konzept, den Stand und die ersten Ergebnisse des Entwicklungsprojekts.
Bereits seit der Mitte der 80er Jahre ist in den alten Bundesländern ein stetiger Rückgang der Zahl betrieblicher Ausbildungsverhältnisse feststellbar. In Ostdeutschland wurden der wirtschaftliche Strukturwandel und die Einführung des neuen Berufsbildungssystems von einem drastischen Rückgang der Ausbildung begleitet. Der Beitrag geht der Frage nach, ob der Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen in der Bundesrepublik nur kurzfristig von Bedeutung sein wird oder ob mit einem längerfristigen Defizit zu rechnen ist. Untersucht werden außerdem die Begründungen der Betriebe für den Rückzug aus der Ausbildung, um daraus Möglichkeiten und Wege zur Steigerung des Angebots abzuleiten.
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