Jährlich werden Ranglisten der am stärksten besetzten Ausbildungsberufe gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) veröffentlicht. Schulische Berufsausbildungen werden in diesen Rangfolgen nicht ausgewiesen. Die Berücksichtigung unterschiedlicher Statistiken ermöglicht es, auch die schulischen Berufsausbildungen bei den Rankings einzubeziehen und dadurch den Blick auf das Feld zu vervollständigen. Es wird einmal mehr deutlich, dass die Berufspräferenzen junger Frauen häufig außerhalb des Ausbildungssystems nach BBiG/HwO liegen.
Die Prüfung der Gleichwertigkeit einer im Ausland erworbenen Qualifikation zu einem deutschen Referenzberuf erfolgt üblicherweise anhand von Dokumenten. Liegen diese nicht (in aussagefähiger Form) vor, hat der Gesetzgeber für solche Fälle Vorkehrungen getroffen: Auf der sogenannten Qualifikationsanalyse ruhen große Hoffnungen. Doch kann das Instrument diese Erwartungen erfüllen? Anhand der aktuell veröffentlichten amtlichen Statistik zum Anerkennungsgesetz wird dargestellt, wie sich die Anwendung in den ersten fünf Jahren entwickelt hat.
Daten aus wissenschaftlichen Forschungsprojekten oder amtlichen Statistiken spielen in der Wissensgesellschaft eine zentrale Rolle. Sie liefern die Grundlage für eine evidenzbasierte Politik und stoßen weitere Forschungsarbeiten an. Angesichts einer kontinuierlich wachsenden Zahl an digitalen Daten wird es umso wichtiger, in diesem Feld Transparenz zu wahren, Zugänge zu Daten zu sichern und gleichzeitig wissenschaftliche Standards für die Aufbereitung und Nutzung solcher Daten zu gewährleisten. Dies ist eine zentrale Aufgabe des im Jahr 2004 gegründeten Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). Schwerpunkte und Ziele seiner Arbeit sowie aktuelle Herausforderungen erläutert die Vorsitzende, Professor Regina T. Riphahn.
Junge Menschen haben scheinbar immer weniger Interesse an einer Berufsausbildung und setzen stattdessen verstärkt auf ein Studium. Im Jahr 2013 war die Zahl der Anfänger/-innen im Hochschulsektor erstmals höher als in der dualen Berufsausbildung nach BBiG/HwO. Die Diskussion um die Akademisierung ist in Deutschland durch die Sorge um einen Fachkräftemangel im mittleren Qualifikationssegment geprägt. In welchem Ausmaß sich das Verhältnis zwischen Berufsausbildung und Studium tatsächlich verschiebt, wird in diesem Beitrag auf der Grundlage aktuell verfügbarer Daten aus den amtlichen Statistiken untersucht.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass sich trotz steigender Erwerbstätigenzahlen und eines hohen Fachkräftebedarfs der deutschen Wirtschaft immer weniger Betriebe an der dualen Ausbildung beteiligen und die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stark zurückgegangen ist. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag untersucht, ob sich unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede bei der Entwicklung neu abgeschlossener Ausbildungsverträge die Ausbildungssituation von Betrieben sowie die Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage auf den jeweiligen Ausbildungsstellenmärkten unterscheiden. Dies erfolgt auf der Grundlage von Daten des BIBB-Qualifizierungspanels und unter Einbeziehung amtlicher Statistiken.
MINT-Berufe, zu denen Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschaften- und Technikberufe gezählt werden, werden häufig als Vorzeigebeispiel für den drohenden Fachkräftemangel herangezogen. Dieser scheinbar ausgemachte Fachkräftemangel in den MINT-Berufen ist Gegenstand des folgenden Beitrages. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob es sich hier tatsächlich um ein Nachwuchsproblem handelt. Mit Hilfe einiger Eckdaten der amtlichen Statistik zu diesem Berufsfeld und der ersten Interpretationen der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen soll die tatsächlichen Situation in diesem Berufsfeld etwas differenzierter dargestellt werden.
Die Frage, ob Absolventen einer beruflichen Ausbildung später tatsächlich im erlernten Beruf beschäftigt sind, ist auf der Grundlage von Kennwerten amtlicher Statistik nur schwer zu beantworten. Eine differenzierte Einschätzung ist mit Hilfe einzelner Indikatoren der BIBB/BauA-Erwerbstätigenbefragung 2006 möglich. Dies wird am Beispiel der Ausbildung zum/r Friseur/-in veranschaulicht.
Die Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher sinkt seit zehn Jahren kontinuierlich. Der Mangel an Ausbildungsstellen wirkt sich für ausländische Jugendliche besonders negativ aus, sie werden zunehmend vom Ausbildungsstellenmarkt verdrängt. Der Beitrag stellt die Entwicklung der Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher anhand von zwei Indikatoren der amtlichen Statistik dar und diskutiert die Ursachen ihrer Verdrängung aus dem dualen System der Berufsausbildung.
Im Ausbildungsjahr 1994 ist ein Mangel an Ausbildungsplätzen offenkundig geworden, der aufgrund der strukturellen Umbrüche im Industrie- und Dienstleistungsbereich auch in den kommenden Jahren bestimmend bleiben dürfte. Es stellt sich daher die Frage, ob der öffentliche Dienst seiner politischen Verantwortung für die Bereitstellung von (zusätzlichen) Ausbildungsplätzen nachkommt. Zunächst wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber überprüft. Da sich ihre Ausbildungsleistungen anhand der amtlichen Statistiken über die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im öffentlichen Dienst nicht hinreichend bewerten lassen, werden eigene Berechnungen angestellt, die belegen, dass die Ausbildungsquoten deutlich unter denen der gewerblichen Wirtschaft liegen. In Anbetracht der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber kritisiert, weil ihre Haltung die krisenhaften Tendenzen im Berufsbildungssystem eher verstärkt als ihnen beispielhaft entgegenzuwirken.
Bei wachsender Ausbildungsplatzknappheit verschärfen sich die Übergangsprobleme weiblicher Jugendlicher mehr als die männlicher. Die Entwicklung typischer Männerberufe zu Mischberufen vollzieht sich rascher als die entsprechende Entwicklung bei typischen Frauenberufen. Die Probleme von weiblichen Jugendlichen in Männerberufen und männlichen Jugendlichen in Frauenberufen prägen sich in jeweils höheren Vertragslösungsraten sowie in auffallend günstigen Prüfungsresultaten bei weiblichen Jugendlichen - jedoch in sehr schlechten Ergebnissen bei männlichen Jugendlichen aus. Das sind einige Ergebnisse der hier vorgenommenen Auswertungen amtlicher Statistiken.
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