Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben den Entstehungsprozess des Vorschlags für einen Europäischen Qualifikationsrahmen intensiv begleitet und sich in ausführlichen Konsultationen mit politischen Entscheidungsträgern, den Sozialpartnern und der Fachöffentlichkeit über dieses Thema auseinandergesetzt. Sie haben gemäß dem derzeitigen Wissens-, Diskussions- und Entwicklungsstand auf die im Konsultationsdokument gestellten Fragen gezielt geantwortet und sich zum Arbeitspapier der EU-Kommission "Auf dem Weg zu einem Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen" mit einer eigenen Stellungnahme positioniert. Die Ziele, die mit seiner Einführung verfolgt werden, werden grundsätzlich von der deutschen Wirtschaft mitgetragen; er müsse jedoch am Bedarf der Wirtschaft und am Nutzen für die Unternehmen ausgerichtet sein und Prämissen erfüllen, die im Beitrag dargelegt und erläutert werden.
Das Kuratorium der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) hat unter Federführung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) ein Konzept für einen nationalen und europäischen Qualifikationsrahmen vorgelegt. Damit soll ein aktiver und zielorientierter Beitrag in der sich intensivierenden politischen Diskussion zu den Themen Qualifikationsrahmen, Leistungspunktesystem sowie Durchlässigkeit geleistet werden. Kernforderung: Künftig soll nicht der absolvierte Bildungsweg, sondern die Kompetenz vorrangig bewertet werden: Die Bildungseinrichtungen müssen die Lernergebnisse in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Es darf nicht länger entscheidend sein, wo und wie jemand etwas gelernt hat, sondern was er oder sie kann." Vorgeschlagen wird ein sechsstufiger Qualifikationsrahmen zur Einordnung von Kompetenzen, der sowohl die berufliche wie auch die hochschulische Bildung umfasst. Auf europäischer Ebene ist wichtig, dass die in Deutschland über eine duale Ausbildung oder berufliche Weiterbildung erworbenen Kompetenzen richtig eingeordnet werden und nicht wie bisher gegenüber schulischen Bildungswegen benachteiligt werden. Der Beitrag erläutert die Voraussetzungen und Grundlagen des Modells, die NQF-Niveaustufenarchitektur sowie die Umsetzung der Modularisierung im Rahmen dieses Konzepts.
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