Zusatzqualifikationen sind ein Instrument der Differenzierung und Flexibilisierung der dualen Ausbildung, das zur Attraktivitätssteigerung der Ausbildung und des jeweiligen Berufs beiträgt. Seit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2005 können Zusatzqualifikationen in Ausbildungsordnungen integriert werden - sogenannte kodifizierte Zusatzqualifikationen. Erstmalig wird diese Möglichkeit ab August 2009 im Ausbildungsberuf Musikfachhändler/-in genutzt. Der Beitrag befasst sich mit verschiedenen Ansätzen von Zusatzqualifikationen und zeigt damit verbundene Vor- und Nachteile auf. Am Beispiel des neugeordneten Berufs Musikfachhändler/-n wird dargestellt, wie kodifizierte Zusatzqualifikationen in einem Beruf umgesetzt werden können und welche Gestaltungsmöglichkeiten sich künftig eröffnen.
Die Einführung der Gestreckten Prüfung im Einzelhandel ab Juli 2009 stellt eine Innovation im kaufmännischen Bereich dar. Diese alternative Prüfungsform löst erprobungsweise das klassische Prüfungsmodell der punktuellen Prüfung mit Zwischen- und Abschlussprüfung ab.
Mit fünf neuen und 18 aktualisierten Ausbildungsberufen wird in diesem Jahr die Modernisierung der dualen Berufsausbildung fortgesetzt. Die Anzahl der seit 1996 neu geordneten Ausbildungsberufe erhöht sich damit auf 252, wovon 42 Berufe völlig neu geschaffen und 210 Berufe modernisiert wurden. Darüber hinaus haben auch die Neuordnungsaktivitäten bei der Fortbildung zugenommen: Zehn Fortbildungsregelungen treten voraussichtlich 2005 in Kraft. Der Beitrag informiert anhand von Übersichten über die Neuordnungsaktivitäten.
Der Fortbildungsberuf Geprüfter Handelsfachwirt/Geprüfte Handelsfachwirtin wurde in den letzten Monaten inhaltlich und strukturell grundlegend modernisiert. Unter Berücksichtigung der vielfältigen Einsatzfelder und Aufgaben können nun Schwerpunkte gesetzt werden: Die Prüfungsanforderungen wurden aufgeteilt in einen für alle obligatorischen Kernbereich und einen optionalen Differenzierungsbereich. Erleichtert wurden auch die Zugangsbedingungen zur Fortbildung. Des weiteren sollen Qualifikationen für Führungsaufgaben und Selbstständigkeit bereitgestellt werden. Insgesamt ist man mit dieser modernen Fortbildung der Forderung nach Durchlässigkeit zur Hochschule ein Stück näher gekommen.
Für den großen Wirtschaftsbereich Einzelhandel wurden die Ausbildungsberufe Verkäufer/-in und Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel grundlegend modernisiert. Es wurde ein Gesamtkonzept entwickelt, das identische Inhalte in den ersten beiden Ausbildungsjahren enthält und flexible Auswahlmöglichkeiten bietet. Auf diese Weise soll die Durchlässigkeit zwischen beiden Ausbildungsberufen und damit auch die Durchstiegsmöglichkeiten für Verkäufer(innen) verbessert werden. Wesentliche inhaltliche Neuerungen bestehen bei der Neufassung der Warenkunde, der Warenwirtschaft, des Rechnungswesens, der Anwendung der Informations- und Kommunikationstechniken und der Kundenorientierung sowie in der Aufnahme der unternehmerischen Selbständigkeit als Zusatzqualifikation.
In den letzten Jahren wird immer wieder eine Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit propagiert. Durch die Diskussion um die "Ich-AGs" erhält das Thema neue Aktualität. Um nachhaltig unternehmerisch tätig zu sein, sollte die monetäre Gründungs- und Übernahmeförderung durch die Förderung der Gründerqualifikation ergänzt werden. Die Existenzgründerkurse greifen hier in vielen Fällen zu kurz. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (www.bibb.de) hat untersucht, welchen Beitrag die Berufsbildung für eine erfolgreiche unternehmerische Selbstständigkeit leisten kann, und wie ein entsprechendes Angebot in die Berufsbildung integriert werden könnte. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse der Studie, u.a. Ergebnisse einer Befragung von Unternehmern aus den Bereichen Einzelhandel und Tourismus nach ihrer Einschätzung zur Vermittlung unternehmerischer Qualifikationen in der Berufsbildung und der notwendigen Qualifikationen für Unternehmer.
Die bisherige Ausbildungslücke bei Ausbildungsberufen des Dienstleistungssektors soll nunmehr in den drei Bereichen Veranstaltung, Sport und Gesundheit geschlossen werden. Für die drei neuen Ausbildungsberufe "Veranstaltungskaufmann", "Sport- und Fitnesskaufmann", "Kaufmann im Gesundheitswesen" wurden die bildungspolitischen Eckwerte beschlossen. Die drei kaufmännischen Berufe sind durch gemeinsame Kernqualifikationen miteinander verbunden, die die Hälfte der Ausbildungszeit einnehmen. Wenn die Erarbeitung der Curricula planmässig verläuft, kann erstmalig ab August 2001 in diesen Berufen ausgebildet werden. Der Beitrag stellt die jeweiligen Ausbildungsprofile kurz vor.
Der Call-Center-Markt entwickelt sich in zweistelligen Zuwachsraten und erlangt so hohe beschäftigungs- und bildungspolitische Bedeutung. Qualifizierte Mitarbeiter für die neu geschaffenen Arbeitsplätze stehen jedoch nur unzureichend zur Verfügung. In dem Beitrag wird untersucht, welche Qualifikationen für die Tätigkeit in Call Centern notwendig sind, welche Qualifizierungsangebote existieren und welche Qualifizierungswege für Call-Center-Mitarbeiter am geeignetsten erscheinen. Grundlage sind eine BIBB-Untersuchung sowie eine regionale Untersuchung in Mecklenburg-Vorpommern, durchgeführt vom Institut für Bildungsforschung und Ausbilderqualifizierung (IAQZ), deren Analyse die Entscheidungsfindung auf Bundesebene pro oder contra einen eigenständigen Ausbildungsberuf erleichtern soll. Die Ergebnisse verdeutlichen unterschiedliche Einschätzungen zum Qualifizierungsbedarf, zeigen jedoch insgesamt, dass eine permanente Anpassung der Qualifizierungsstrategien für das Personal an die Aufgabenentwicklung in Call Centern erforderlich ist. Von den Autorinnen wird daher vorgeschlagen, 1. kurzfristig eine einheitliche Fortbildungsregelung zu entwickeln, um Personalentwicklung in den Unternehmen zu unterstützen, und 2. mittelfristig Möglichkeiten der Qualifizierung im Rahmen der Erstausbildung zu schaffen, in erster Linie die Entwicklung einer Zusatzqualifikation und/ oder die Integration Call-Center- spezifischer Inhalte in bestehende Ausbildungsberufe.
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