Betriebliche Veränderungsprozesse werden durch Bildungsmaßnahmen initiiert, gefördert, begleitet und reflektiert. Die Unternehmen setzen Weiterbildung zur Bewältigung des Strukturwandels ein. Betriebliche Bildungsprozesse stehen aber auch im Dienste einer systemischen Modernisierung und reflexiven Rationalisierung der Betriebe. Aufgrund ihrer Orientierung an ökonomischen Zielen hat sich die betriebliche Weiterbildung mittlerweile vom bedarfsorientiert ermittelten Seminarangebot zu den arbeitsplatznahen Formen des Lernens, die beratend, prozessbegleitend und problem- bzw. situationsorientiert konzipiert sind, gewandelt. Die Arbeit wird mit Lernprozessen fest gekoppelt. Auf ihrem Weg zum lernenden System wird die betriebliche Weiterbildung in vier Grundtypen kategorisiert, wobei der letzte Typ als "Form reflexiver und qualitativer Modernisierung im Betrieb" betrachtet wird. Weiterbildung ist hier fester Bestandteil der Prozessgestaltung und -entwicklung und keine separate Organisationseinheit.
Der Begriff "Schlüsselqualifikation" wird als Konsensformel in der bildungspolitischen Diskussion von allen Beteiligten genutzt. Der Beitrag stellt die Frage, was der Begriff und dessen Diskussion überhaupt bezwecken. Die Verwendung dieses uneindeutigen Begriffs dient vor allem dazu, Unklarheit und Unsicherheit zu organisieren, und zwar hinsichtlich der Prognosefähigkeit jener Qualifikationen, die zukünftig für den Arbeitsprozess benötigt werden. Die Autoren gehen auch darauf ein, welche Folgen dieser allgemeine Qualifikationsanspruch für Personalchefs, Vorgesetzte, Arbeitnehmer und ihre Interessenvertretungen hat.
Der Beitrag thematisiert die Tradition institutionalisierter Forschung im Bereich Ausbildung der Ausbilder und bezieht Position in Hinblick auf die stark anwendungsorientierte "neuere Ausbildungsforschung". Die Autoren kritisieren dabei das Fehlen eines ausgearbeiteten Bezuges zwischen der Forschung über Ausbilder (und deren Qualifizierung) und einer Theorie der betrieblichen Berufsbildung. Die defizitäre Forschungssituation bezüglich des betrieblichen Weiterbildungspersonals wird im zweiten Teil analysiert.
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