Mit den Gesetzen für Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz-Reform) wurde die berufliche Weiterbildungsförderung neu geordnet. Fünf Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung beleuchtet der Autor die Frage der Wirksamkeit der neuen Verfahren zur Qualitätssicherung und dabei insbesondere ihren Beitrag zur Weiterbildungsqualität.
Die Verbesserung von Qualitätssicherung, Information und Beratung in der beruflichen Weiterbildung und deren breiter Einsatz in Weiterbildungseinrichtungen ist einer der Schwerpunkte, die die Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit gesetzt hat. Auf der Grundlage dieses Beschlusses wurde Anfang 2001 die Stiftung Warentest erneut mit der Durchführung und Erprobung vergleichender Bildungstests beauftragt. Damit wird ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Nachfrager in der beruflichen Weiterbildung eingeleitet. Durch Bildungstests können die Qualität der Anbieter und ihrer Angebote transparenter gemacht und der Verbraucher- und Teilnehmerschutz verbessert werden. Der Beitrag reflektiert die aktuelle Diskussion um Qualitätsentwicklung, vergleichende Bildungstests und die Gründung einer Stiftung Bildungstest.
Duale Qualifizierungswege und Studiengänge verbinden Ausbildung, Studium und Praxis und eröffnen den Teilnehmern positive Beschäftigungsaussichten. Sie tragen so dazu bei, Bildungs- und Beschäftigungssystem zu verbinden und das Bildungsstreben des einzelnen zu fördern. Anhand von dualen Modellen aus der Praxis wird in dem Beitrag auf Stand und Perspektiven dieser Entwicklung, aber auch auf ungelöste Innovationsprobleme eingegangen. Abschließend wird ein bildungspolitisches Resümee gezogen, in dem die Autoren die Erweiterung und Ausgestaltung des bisher noch geringen Angebots an praxisorientierten Studiengängen insgesamt als Beitrag zur Steigerung der Attraktivität beruflicher Bildung begrüßen, gleichzeitig aber auf die restriktiven Bedingungen und damit verbundene Probleme hinweisen.
In ihrer Sitzung am 05.06.1998 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen beschlossen, die vorsieht, die Vermittlung zusätzlicher allgemeiner Lerninhalte zu verlangen. Die Verfasser bewerten den KMK-Beschluss als Rückschritt in der Gleichwertigkeitsdebatte. Allgemeinbildende Lerninhalte würden überbetont und erneut Zugangsbarrieren errichtet, statt auf die berufliche Handlungskompetenz und den nachweislichen Studienerfolg zu setzen. Tiefgreifende Reformen werden eingefordert, um die tatsächliche Gleichbehandlung Berufserfahrener ohne Abitur beim Hochschulzugang voranzubringen.
Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, vor denen sowohl Deutschland als auch die Niederlande stehen, ist die Notwendigkeit kontinuierlicher Qualifikations- und Kompetenzentwicklung unbestritten. Favorisiert werden in beiden Ländern Konzepte, die die Selbststeuerung und Selbstorganisation beruflicher Weiterbildung und ihre Integration in betriebliche Personal- und Organisationsentwicklungsstrategien ermöglichen. Unterschiede zwischen beiden Ländern bestehen jedoch in der Rolle des Staates im Weiterbildungssektor. Während die Weiterbildung in Deutschland weitgehend den Marktteilnehmern überlassen bleibt, ist von der niederländischen Regierung eine breite Initiative gestartet worden, um lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.
Die Reform der beruflichen Bildung ist ein dynamischer Prozess, der von sehr unterschiedlichen Herausforderungen beeinflusst wird. Der Abbau an Ausbildungsplätzen, der Einfluss technologischer und wirtschaftlicher aber auch gesellschaftlicher Veränderungen auf Arbeitsorganisation und Berufsanforderungen, die Entwicklung und Erprobung neuer Lehr- und Lernformen, die unterschiedlichen Vorstellungen zur Finanzierung der dualen Berufsausbildung, demographische Veränderungen sowie Auswirkungen der Globalisierung der Märkte und des internationalen Wettbewerbs sind die wesentlichen Entwicklungsströme, die derzeit Einfluss auf die berufliche Aus- und Weiterbildung nehmen. In dem Beitrag setzen sich Mitarbeiter des Bundesinstuts für Berufsbildung mit zentralen Zukunftsfragen der beruflichen Bildung auseinander. Die einzelnen Abschnitte befassen sich mit Überlegungen zum Berufskonzept und der Notwendigkeit, Aus- und Weiterbildung systematischer miteinander zu verzahnen, mit der Verschiebung der Altersstruktur der Erwerbstätigen, den Folgen der fortschreitenden Europäisierung für die nationale Berufsbildungspolitik, Ansätzen zur Modularisierung der beruflichen Bildung und mit verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung der dualen Berufsausbildung.
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