Die Informationstechnologie (IT) hat in den letzten Jahrzehnten enorm an Bedeutung gewonnen. Für diesen dynamischen und innovativen Bereich werden hoch qualifizierte Fachkräfte benötigt. Mit den IT-Ausbildungsberufen und dem IT-Weiterbildungssystem wurden Strukturen geschaffen, die Unternehmen ebenso wie Fachkräften Entwicklungs- und Karrierewege aufzeigen. Gleichzeitig ist das IT-Weiterbildungssystem ein zukunftsweisendes Beispiel für die Durchlässigkeit des Bildungssystems: Hier werden erstmalig öffentlich-rechtliche Abschlüsse mit privatwirtschaftlicher Personalzertifizierung verknüpft. Als nächstes wird hier die Möglichkeit geschaffen, Leistungen aus der beruflichen Bildung an Hochschulen anzuerkennen.
Prüfungen können Motor, Unterstützer, aber auch Bremser und Hemmschuh eienr Systementwicklung sein. In den letzten 30 Jahren haben Prüfungen für das Ausbilden in Berufen sowohl die eine wie die andere Rolle eingenommen. In der ersten Dekade noch ein zentrales Mittel zum Ausbau der Qualitätssicherung in der Berufsausbildung, gerieten sie in der Folgezeit zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik. Der sich rundum modernisierenden dualen Berufsausbildung stand eine sich wenig ändernde Prüfungspraxis gegenüber. In den letzten fünf Jahren ist Bewegung in dieses Feld gekommen. Innovationen bei Prüfungsformen und Prüfungsstrukturen haben den traditionellen Rahmen großenteils ausgereizt. Die bisher eingeleiteten Neuerungen im Prüfungswesen sind daher nicht Abschluss, sondern eher Ausgangspunkt für einen überfälligen Reformprozess." Der Beitrag gibt einen Überblick über bisher eingeleitete Innovationen in der Prüfungspraxis und skizziert abschließend Reformoptionen für die Zukunft (gestreckte Abschlussprüfung, prozessorientierte Prüfung, Verknüpfung von öffentlich-rechtlichen Prüfungen mit privatwirtschaftlicher Zertifizierung).
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat untersucht, in welchem Umfang Privatwirtschaft und öffentlicher Dienst Personal- und Sachkosten für die betriebliche Berufsausbildung aufwenden. Die auf das Jahr 2000 bezogene Erhebung schliesst das gesamte Bundesgebiet sowie alle Ausbildungsbereiche ein. In dem Beitrag werden das methodische Vorgehen (Vollkostenrechnung) und wichtige Ergebnisse dargestellt. Diese zeigen, dass insgesamt erhebliche Leistungen bei der beruflichen Bildung erbracht werden, verdeutlichen aber auch, dass die Bildungsarbeit in den Betrieben wirtschaftlicher durchgeführt wird bspw. durch eine effizientere Gestaltung der Ausbildungsprozesse. In Ostdeutschland liegen die Brutto- und Nettokosten unter denen in Westdeutschland.
Am 2. Juli 2001 wurde eine Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft unterzeichnet. Damit haben sich die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zu einer aktiven Gleichstellungspolitik verpflichtet. An einer Bestandsaufnahme werden die Erfolge 2003 erstmals gemessen. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Christine Bergmann, wurde zur Gleichstellungspolitik der Bundesregierung befragt, d.h. zu den Massnahmen, die Chancengleichheit von Frauen und Männern voranzubringen.
Die Daten über die finanziellen Aufwendungen für einen Bildungsbereich gehören zu den wichtigsten Indikatoren, die über dessen Bedeutung Aufschluss geben. Für die wachstumsintensive berufliche Weiterbildung gibt es nur lückenhafte Daten, und die Angaben über das Gesamtvolumen der finanziellen Aufwendungen gehen erheblich auseinander. Der Beitrag dokumentiert deshalb - bezogen auf das Jahr 1992 - die Angaben über die wichtigsten Finanzierungsquellen (Statistiken, Erhebungen, Schätzungen), kommentiert die Einzeldaten und versucht, eine Gesamtdarstellung der finanziellen Aufwendungen für die berufliche Weiterbildung zu geben.
Leere Haushaltskassen zwingen zu rigiden Sparmaßnahmen. Dabei fehlt vor allem in den Sektoren Kultur und Bildung die Lobby, um den Abbau staatlicher, aber auch privatwirtschaftlicher Leistungen aufzuhalten. Der Beitrag beschreibt die Probleme, die solche Kürzungen vor allem für das Gesamtsystem der beruflichen Bildung zur Folge haben, gibt aber auch zu bedenken, daß die Bereitschaft zur Suche nach neuen Lösungen und Konzepten, die die Engpässe in der Finanzierung überbrücken sollen, in der momentanen Situation unerläßlich ist.
Eine große politische Bedeutung haben Daten erlangt, die die Weiterbildungsaufwendungen der Wirtschaft verdeutlichen, da aus ihnen eine Kompetenz der Wirtschaft abgeleitet wird, die Inhalte und Ziele der beruflichen Weiterbildung zu bestimmen. Die Begründetheit dieses Anspruchs wird im Beitrag näher untersucht. Die Datenlage über die Aufwendungen der privaten Wirtschaft für Weiterbildung ist bisher völlig unzureichend. Als repräsentativ gelten nur zwei Untersuchungen zu den Weiterbildungskosten: die der "Sachverständigenkommission Kosten und Finanzierung der beruflichen Bildung" und die des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Repräsentativität und die Kostenermittlung der IW-Untersuchung.
Sehr aufgeschlossen zeigten sich Fortbildungsverantwortliche verschiedener Bereiche des öffentlichen Dienstes und einiger Großunternehmen der Privatwirtschaft von Berlin (West) gegenüber Fragen der Lehrkräftequalifizierung in der Berufsbildung Erwachsener. Diese Erfahrungen machten Mitarbeiter des Forschungsprojektes "Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften in der beruflichen Erwachsenenbildung" in bisher zwei Gesprächsrunden, die als "round-table-Gespräche" und als Einzelinterview durchgeführt wurden. Ergänzt wurden die Aussagen durch eine strukturierte Befragung von jeweils zwei Lehrkräften der beteiligten Institutionen. Ziel dieser Gespräche und Befragung ist die Einbeziehung des Sachverstands der Fortbildungspraxis in die geplante Entwicklung von Modellkonzeptionen zur Lehrkräftequalifizierung.
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