Seit dem 13. August 1990 gelten Ordnungsrahmen und – mit wenigen Ausnahmen – Berufsbildungsrecht der Bundesrepublik auch in den neuen Ländern. Obwohl inzwischen klar ist, daß die Umstellung nicht leicht ist, verläuft sie relativ geräuschlos - mit einer Ausnahme: Die Facharbeiterausbildung mit Abitur hat zu heftigen Auseinandersetzungen auf den verschiedensten Ebenen geführt. Ausgangspunkt war der Streit darüber, ob mit Beginn des Ausbildungsjahres 1990 neue Lehrverhältnisse mit dem Ziel Abitur und Facharbeiterzeugnis begonnen werden durften. Er wurde durch den Beschluß der Volkskammer ausgelöst, mit dem der Entwurf des Inkraftsetzungsgesetzes für das BBiG so verändert wurde, daß dies ausgeschlossen ist. Davon wurden vor allem diejenigen überrascht, die seit Monaten derartige Lehrverträge abgeschlossen hatten – Betriebsberufsschulen ebenso wie Schulabgänger. Gescholten wurden vor allem die Kammern, die die Rechtslage nicht geschaffen hatten, sie ihren Entscheidungen jedoch zugrunde legen müssen. Daß sie dabei von den Ministerien, die es eigentlich besser wissen mußten, im Stich gelassen wurden, ist – das sei nur am Rande erwähnt – besonders bedauerlich.
Der Beitrag ist ein Auszug aus einem Festvortrag, den der Autor anläßlich einer Prüferehrung der Industrie- undHandelskammer für Ostfriesland und Papenburg, Emden, hielt. Er befaßt sich mit einem Thema, das für die Zukunft der beruflichen Bildung erhebliche Bedeutung bekommen wird.
Im Hauptausschuß des Bundesinstituts für Berufsbildung arbeiten Vertreter der Bundesregierung, der Länder, der Arbeitgeber und der Gewerkschaften zusammen. Für die Arbeitgeberbank stellt Rolf Raddatz Vorstellungen und Erwartungen an die Arbeit im Institut dar und faßt die Meinung zu den hier vorrangigen Aufgaben und Problemen zusammen.
Die Anforderungen an die Statistik auf allen Gebieten werden von Jahr zu Jahr gesteigert. Das gilt auch für das berufliche Ausbildungs- und Fortbildungswesen. Das Ausbildungsplatzförderungsgesetz vom 6. September 1976 hat den Anforderungskatalog noch weiter nach oben geschraubt. Damit entstehen nicht nur den Betrieben zusätzliche Kosten, auch die Fehlerquellen bei Meldung und Auswertung steigen. Ebenso wird eine leidlich aktuelle Auswertung zunehmend schwieriger. Das Ende sind jetzt Zahlenfriedhöfe, die niemandem nützen. Der Beitrag versucht, auf Grund von Erfahrungenin der statistischen Arbeit auf die Probleme einer überbetrieblichen Berufsbildungsstatistik nachdrücklich hinzuweisen.
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