Unmittelbar verknüpft mit den technologischen Entwicklungen in der Arbeitswelt ist die zunehmende Durchdringung betrieblichen Lehrens und Lernens mit digitalen Medien. Doch welche Potenziale bieten digitale Medien für die Berufsbildung und wie können diese Potenziale zu substanziellen Lehr- und Lernangeboten für das lebenslange Lernen entwickelt werden? Diese Fragen sind unter anderem Gegenstand von Fördermaßnahmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Themenschwerpunkt „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“, die durch das BIBB fachlich begleitet werden. Am Beispiel einer Projektumsetzung wird in diesem Beitrag die Genese eines „digitalen Bildungsprodukts“ nachgezeichnet.
Das Lernen in der Arbeit besitzt durch seinen Ernstcharakter für Beschäftigte ein hohes motivationales Potenzial. Für Unternehmen stellt es in der Wissensgesellschaft eine wichtige Produktivkraft zum Erhalt der Innovationsfähigkeit dar. Zugleich gelten jedoch die Zufälligkeit dieser Lernart und deren mangelnde Anerkennung im Bildungs- und Beschäftigungssystem als große Schwächen. Diesen Nachteilen durch eine stärkere Systematisierung und Dokumentation arbeitsintegrierten Lernens zu begegnen, war Ausgangspunkt für das in diesem Beitrag geschilderte betriebliche Weiterbildungskonzept. Die arbeitsintegrierte Weiterbildung, die für Mitarbeiter/-innen in Abfallverbrennungsanlagen konzipiert wurde, wird unterstützt durch eine Lernsoftware.
Bildungstechnologie durch Forschung zu fördern, gehört zu den gesetzlichen Aufgaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die Anwendung der Informationstechnologie im Bildungsbereich haben Forschung und Entwicklung vor neue Aufgaben gestellt. In dem Beitrag werden die Anforderungen an die Berufsbildung und der gegenwärtige Entwicklungsstand aufgezeigt und über gegenwärtige und geplante Forschungsvorhaben berichtet. Es wird festgestellt, dass moderne Bildungstechnologien in der Berufsbildung noch keine hohe Breitenwirkung erzielt haben und noch erhebliche Vorbehalte bei der praktischen Anwendung bestehen, obgleich ihr Nutzen als sehr hoch eingeschätzt wird. Die bisher eher technikzentrierte Diskussion in diesem Feld öffnet sich zunehmend den Fragen einer effektiven Lernförderung, einer didaktischen Gestaltung von Lernsoftware und Lernumgebung und den Fragen nach den Voraussetzungen für selbstgesteuertes Lernen. Das BIBB konzentriert sich derzeit auf vier Forschungsfelder: -Analyse des Bedarfs, der Verwertung, der Möglichkeiten und Einsatzbedingungen von Multimedia, - Prototypische Entwicklung und Evaluation multimedialer Lernkonzepte, -Qualitätskriterien für Bildungssoftware/ Beispiele innovativer Anwendungen von Bildungssoftware, - Vergleich und Transfer multimedialer Anwendungskonzepte im nationalen und internationalen Kontext.
Multimediale Software für die berufliche Bildung ist nur spärlich vorhanden, es fehlt an Informationen über die Qualität von Lernprogrammen. Das ist das Ergebnis einer Marktanalyse im Internet. Bei der Entscheidung über die Auswahl von Lernsoftware in der Aus- und Weiterbildung wären Qualitätskriterien für multimediale Produkte hilfreich. Anbieter multimedialer Produkte im deutschsprachigen Raum können mittels Katalog, CD-ROM und über das Internet recherchiert werden. Der Beitrag gibt einen Überblick.
Für ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung "Entwicklung von computerunterstützten multimedialen Lernsequenzen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in gewerblich- technischen Berufen" wurden 44 CD-ROM unter dem Aspekt der möglichen Interaktionen zwischen Lerner und Rechner untersucht. Es sollte ermittelt werden, ob die dem Medium innewohnenden didaktischen Potentiale von den Herstellern ausgeschöpft wurden. Der Beitrag stellt Untersuchungsergebnisse zu Interaktion, Handhabung und Design der CD-ROM vor. Fazit der Autoren: Die CD-ROM ist als Träger für multimediale Lernsoftware gut geeignet. Didaktisch anspruchsvolle Designs sind aber nur kostenaufwendig zu realisieren und werden es auch bleiben. Die besten Ergebnisse sind mit einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Benutzerführung und spielerischem und entdeckendem Lernen zu erzielen.
In dem Beitrag werden Untersuchungsergebnisse und Daten zum Stand der Anwendung des multimedialen und computerunterstützten Lernens zusammengetragen. Eingegangen wird auf Hardware, Netze und Lernsoftware sowie auf den Nutzungsgrad und die Hemmnisse für den Einsatz des multimedialen Lernens in Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben. Ein gesonderter Abschnitt befasst sich mit Kosten-Nutzen-Aspekten. Der Computereinsatz in der betrieblichen Weiterbildung rechtfertigt sich aus ökonomischen Gründen vor allem bei großen Teilnehmerzahlen, bei wenig komplexem Lernstoff bzw. eng abgegrenzten Lerninhalten und im Bereich der Lern- und Hilfsprogramme für die Computerarbeit.
Im Modellversuch "Informations- und Kommunikationstechniken in der Betriebsführung des Handwerks" (IKTH) wurde multimediale Lernsoftware als Weiterbildungsmittel für Handwerker entwickelt und erprobt. Angesichts des hohen Aufwands der Entwicklung von Lernsoftware stellt der Beitrag die Frage, ob multimediales Lernen eigentlich mit so vielen Vorteilen gegenüber traditionellen Medien verbunden ist, dass der Aufwand gerechtfertigt erscheint. Eindeutige Vorteile hat das Medium, wenn es um EDV als Lerninhalt geht, darüber hinaus dürfte es gerechtfertigt sein bei der Vermittlung von Wissensinhalten. Probleme gibt es, wenn es beim Lesen um Verstehen, um Individualisierung und um persönliche Fähigkeiten gehen soll. Deshalb sollte man eher einen Medienverbund anstreben, als einseitig auf die Multimedialität von Lernprogrammen zu setzen.
In dem Beitrag werden eine Reihe von Fallstudien, die im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Einsatz von Lernsoftware in der betrieblichen Weiterbildung durchgeführt wurden und noch nicht alle abgeschlossen sind, in einer ersten Sichtung in Form von Thesen ausgewertet. Es ist zu erwarten, daß sich mit der Verwendung multimedialer Lernsysteme neue Weiterbildungsmethoden herausbilden, die neue Aufgabenzuschnitte und zusätzliche Aufgaben für das Bildungspersonal bringen, für die erweiterte Qualifikationen erforderlich sind.
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