Im Ausbildungsjahr 1994 ist ein Mangel an Ausbildungsplätzen offenkundig geworden, der aufgrund der strukturellen Umbrüche im Industrie- und Dienstleistungsbereich auch in den kommenden Jahren bestimmend bleiben dürfte. Es stellt sich daher die Frage, ob der öffentliche Dienst seiner politischen Verantwortung für die Bereitstellung von (zusätzlichen) Ausbildungsplätzen nachkommt. Zunächst wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber überprüft. Da sich ihre Ausbildungsleistungen anhand der amtlichen Statistiken über die Zahl der Ausbildungsverhältnisse im öffentlichen Dienst nicht hinreichend bewerten lassen, werden eigene Berechnungen angestellt, die belegen, dass die Ausbildungsquoten deutlich unter denen der gewerblichen Wirtschaft liegen. In Anbetracht der Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt wird das Ausbildungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber kritisiert, weil ihre Haltung die krisenhaften Tendenzen im Berufsbildungssystem eher verstärkt als ihnen beispielhaft entgegenzuwirken.
Während über die Häufigkeit von unterwertiger Beschäftigung nach Abschluß der Ausbildung keine verläßlichen Daten vorliegen, läßt sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit an der Übergangsschwelle von der Ausbildung in die Berufstätigkeit eindeutig nachvollziehen: Innerhalb weniger Jahre hat sich die Zahl der Arbeitslosen mit abgeschlossener betrieblicher Ausbildung in der entscheidenden Altersgruppe der 20- bis 24jährigen mehr als verdreifacht. Die Zahl der arbeitslosenFachkräfte stieg von 59.333 im Jahre 1980 auf 199.458 im Jahr 1983
Aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart handeln und in der Zukunft davon profitieren ist ein Leitgedanke, der bei der Lektüre des Beitrags von Reinhard Kwetkus gleich in zweifacher Hinsicht Anwendung findet: sowohl mit Blick auf den hier thematisierten Gegenstand "Partizipation" als auch auf die hier zu beantwortende Frage, welche Impulse aus dem 1983 veröffentlichten Beitrag für den aktuellen Diskurs zur Partizipation im Kontext der Demokratiebildung gewonnen werden können.
Das Erstarken populistischer und extremistischer Strömungen bedroht die offene Gesellschaft. Respektlosigkeit gegenüber Vielfalt, Angriffen auf Andersdenkende und Institutionen der Demokratie ist entschieden entgegenzutreten. Welchen Beitrag kann Berufsbildung hierzu leisten?
Die Berufsbildung zeichnet sich durch eine große Heterogenität der Lernenden aus. Sowohl am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt als auch im Prozess der Arbeit gibt es zahlreiche Lernanlässe, um Prinzipien der Demokratie und damit verbundene Werte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln. Hier hat die Berufsbildung gerade mit Blick auf die Sozialisation junger Menschen eine besondere Aufgabe. Doch wie wird sie ihr gerecht? Welche Impulse können von den Lernorten der Berufsbildung als Erfahrungsräume für Demokratieerleben ausgehen?
Im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe stehen das Konzept der Demokratiebildung, Lernziele und Inhalte, die damit für die Berufsbildung verbunden sind und die Frage, wie dieses Konzept didaktisch umzusetzen ist. Zudem ist zu erörtern, wie das Berufsbildungspersonal auf diese herausfordernde Aufgabe vorbereitet werden kann.
Der Fortbildungsberuf »Geprüfter Konstrukteur und Geprüfte Konstrukteurin« von 1994 ist inhaltlich überholt und hat in der heutigen betrieblichen Praxis eine geringe Bedeutung. Eine BIBB-Voruntersuchung im Tätigkeitsfeld der Konstruktion kommt zu der Empfehlung, die Fortbildungsordnung zu modernisieren. Allerdings sollten damit zusätzliche konzeptionelle Überlegungen zur Steigerung der Attraktivität des Fortbildungsberufs verbunden werden. Hierzu wurde ein erstes Konzept erarbeitet, das in seinen Grundzügen in diesem Beitrag vorgestellt wird.
Auf den Philippinen beteiligen sich Betriebe seit 1994 an der Ausbildung. Allerdings ist ihre Beteiligungsrate gering und die duale Ausbildung nicht im Fokus der staatlichen Akteure. Mehr Transparenz von Kosten und Nutzen betrieblicher Ausbildung könnte dazu beitragen, gezielte bildungspolitische Entscheidungen zur Stärkung dieses Qualifizierungswegs zu initiieren und empirisch zu begründen. Der Beitrag stellt zentrale Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse sowie Befragungsergebnisse vor, die abschließend mit Blick auf mögliche Handlungsempfehlungen reflektiert werden.
Die Deutsch-Portugiesische Industrie- und Handelskammer (DPIHK) bietet ihren Service im Bereich der dualen Berufsausbildung auf Wunsch großer deutscher Unternehmen seit 1983 an. In der Implementierung und Anwendung der dualen Philosophie - Einbindung der Unternehmen in die Ausgestaltung der Ausbildung und starke Praxisorientierung in allen Qualifizierungskonzepten - zählt die Kammer zu den Pionieren in Portugal und zu den größten Bildungsanbietern im Netzwerk der Außenhandelskammern. Seit Anfang 2007 wird der Service Berufliche Qualifizierung mit der Marke DUAL vermarktet, verkörpert diese doch Bildung 'Made in Germany'. Der Anspruch von DUAL: eine Referenz im portugiesischen Berufsbildungsmarkt zu sein und neue Bildungslösungen und Kompetenzen zu entwickeln. Sie sollen die Wirtschaft bei der Wettbewerbssicherung unterstützen und den Jugendlichen eine Chance auf Arbeit geben.
Der Prozess der Internationalisierung stellt neue Herausforderungen an die berufliche Bildung. Seit 1994 ist internationale Berufsbildungsarbeit gesetzlicher Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Die hohe politische Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit sowie die quantitativ und qualitativ wachsenden Herausforderungen an die internationale Berufsbildungsforschung und -praxis machen deshalb eine strategische Ausrichtung der internationalen Aktivitäten des BIBB, eine Weiterentwicklung des vorhandenen Know-hows, die Sicherung einer hohen Professionalität von Entwicklungsmethoden und -instrumentarien für die internationale Berufsbildungsberatung sowie ein internationales Bildungsmarketing erforderlich. Das Strategiepapier liefert dazu einen konzeptionellen Beitrag. Auf der Basis einer aktuellen Standortbestimmung der Anforderungen an das BIBB werden unter Spiegelung veränderter Rahmenbedingungen die Ziele für die mittelfristigen Aktivitäten des BIBB im internationalen Kontext präzisiert und strategisch wie operativ konkretisiert. Die Konzeption bezieht sich auf alle Bereiche des BIBB, sie schliesst auch die Aufgaben der "Nationalen Agentur Bildung für Europa" mit ein. Das Papier liegt in deutscher und englischer Sprache vor.
Die Anforderungen an die Internationalität und Europaorientierung bei der Gestaltung der beruflichen Bildung nehmen zu. Als wichtiger Faktor des internationalen Standortwettbewerbs stehen die nationalen Bildungs- und Berufsbildungssysteme, deren Qualität und Innovationsfähigkeit auf dem Prüfstand. Seit 1994 ist internationale Berufsbildungsarbeit gesetzlicher Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Der Beitrag nennt Aktivitäten des BIBB in den vergangenen Jahren, die dazu dienten, ein eigenes Kompetenzprofil in der internationalen Berufsbildung aufzubauen, und umreisst die Schwerpunkte der internationalen Arbeit des BIBB. Die Konzeption zur Weiterentwicklung der internationalen Arbeit bezieht sich auf alle Bereiche des BIBB. Gefordert wird darüber hinaus die Entwicklung einer nationalen Gesamtstrategie, in der die Akteure der internationalen Berufsbildungsarbeit eingebettet sind. Der Artikel liegt auch in polnischer Sprache vor, er wurde in der polnischen Zeitschrift "Edukacja ustawiczna Doroszych" (Erwachsenenbildung) Heft 2/2001 veröffentlicht.
In Russland erschwert das weitgehende Fehlen kleiner und mittlerer handwerklicher Unternehmen die Entwicklung marktwirtschaftlicher Strukturen. Eines der Haupthemmnisse bei der Herausbildung einer breiten handwerklichen Unternehmerschaft ist die mangelnde fachliche Qualifikation. Hier setzt das 1994 von der Handwerkskammer Düsseldorf initiierte Modellprojekt "Handwerksförderung durch Berufsbildung in Russland" an. Das im Rahmen des TRANSFORM Beratungsprogramms vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geförderte Projekt wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Im Ergebnis des Modellversuchs wurde eine Modellschule der handwerklichen Berufsbildung gegründet, die mit Verabschiedung des Moskauer Handwerksgesetzes rechtlich verankert ist. Im Bereich des Handwerks und handwerklicher Ausbildung hat Moskau damit Modellfunktion für ganz Russland gewonnen.
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