Lernen im Betrieb findet häufig nicht in didaktisch organisierten Lernumgebungen statt, sondern am Arbeitsplatz. Hier treffen pädagogische und ökonomische Interessen aufeinander. Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen, wie z. B. der Integration lernschwacher Jugendlicher in den Betrieb oder der strukturellen Verknüpfung informellen Lernens mit Fragen der Zertifizierung und Anerkennung, entwickelt sich betriebliches Lernen weiter. Insbesondere entstehen Lernformen, die die Vorteile informellen und formalen Lernens zu verbinden suchen. Allerdings ist betriebliches Lernen vergleichsweise wenig erforscht. Im Beitrag werden Spezifika betrieblichen Lernens benannt, Veränderungen in den Lernformen nachgezeichnet und Perspektiven für eine stärker interdisziplinär ausgerichtete betriebliche Berufsbildungsforschung aufgezeigt, die diese Veränderungen begleiten und mitgestalten kann.
Trotz erster ordnungspolitischer Vorgaben hat sich das interprofessionelle Lehren und Lernen in der Ausbildung in den Gesundheitsberufen noch nicht flächendeckend in Deutschland durchgesetzt. Im Projekt interEdu wurde ein Rahmencurriculum zur Förderung von Kompetenzen für die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung entwickelt und praktisch erprobt. Hintergründe und erste Erfahrungen werden im Beitrag vorgestellt.
Rezension zu: Mit dem Förderschwerpunkt EsE in die Ausbildung? Analysen zu förderschulischen Übergangsvorbereitungen und -prozessen. Philipp Hascher. wbv Verlag 2025
Frauen mit Fluchtgeschichte sind am Ausbildungsmarkt unterrepräsentiert und auch ihre beruflichen Ausbildungswege sind wissenschaftlich bislang wenig untersucht. Der Beitrag greift dieses Forschungsdesiderat auf. Auf Basis qualitativer Interviews aus dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt FEMPower wird analysiert, inwiefern Ausbildungsbetriebe diese Gruppe als Fachkräftepotenzial unzureichend wahrnehmen. Aus einer kritisch-analytischen Perspektive werden im Beitrag intersektionale Hürden identifiziert und praxisbezogene Empfehlungen für eine inklusivere Personalpolitik formuliert.
Im Februar 2025, genau 55 Jahre nach Gründung des Bundesinstituts für Berufsbildungsforschung, besuchte der ehemalige BIBB-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Schmidt das Bundesinstitut. Auf Einladung des Forschungsdirektors Prof. Dr. Hubert Ertl erinnerte er als Zeitzeuge an die Anfänge des Instituts in den 1970er-Jahren. Eindrücklich schilderte Hermann Schmidt, wie es in einer bildungspolitisch bewegten Zeit mit großem Engagement aller Beteiligten gelang, ein Forschungsinstitut für berufliche Bildung mit Leben zu füllen. Das große Interesse der BIBB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dieser Reise durch die ersten drei Jahrzehnte der Institutsgeschichte war für die BWP-Redaktion Anlass für dieses Interview.
In diesem Beitrag wird untersucht, ob sich die in der Arbeitsmarktforschung neu eingesetzte Konversationsanalyse auf bildungsbezogene Aufgaben übertragen lässt. Das Leitbild orientiert sich an der selbstbestimmten Rolle der Lernenden. Eine explorative empirische Pilotstudie mit Studierenden einer Wirtschaftsuniversität analysiert Augmentations- und Automationspotenziale von KI bei der Lösung komplexer Aufgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methodik auch im Bildungskontext einsetzbar ist und wertvolle Erkenntnisse für KI-gestützte Lernprozesse liefern kann.
Der hier wiederentdeckte Beitrag von Sigrid Damm-Rüger entstand in der frühen Phase der Digitalisierung. Personalcomputer hielten flächendeckend Einzug in die Arbeitswelt und die Autorin fragt, ob der technische Wandel zwangsläufig zu höheren Arbeits- und Qualifikationsanforderungen der Fachkräfte führe und wie diese zu erforschen seien. Informationstechnik und Digitalisierung haben in den vergangenen 40 Jahren weiter an Fahrt aufgenommen, die Fragen von Sigrid Damm-Rüger bleiben gleichwohl virulent und sollen hier zum Ausgangspunkt für eine kleine Zeitreise durch die Digitalisierung bis hin zum Einzug von KI genommen werden.
Der Beitrag befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Regionen und Ausbildung. Es wird einerseits aufgezeigt, dass nicht alle Merkmale einer Region gleichermaßen wichtig sind, wenn es darum geht zu erklären, was Ausbildungswünsche und -chancen von jungen Menschen beeinflusst. Andererseits wird dargelegt, dass regionale Merkmale nicht für alle jungen Menschen gleichermaßen wichtig sind und ihre Wirkung mit soziodemografischen oder persönlichen Eigenschaften variieren. Der Beitrag zielt darauf ab, Forschung und Praxis für diese selektive Bedeutung von regionalen Merkmalen für Ausbildungswünsche und -chancen zu sensibilisieren, um mit zielgruppenspezifischen (Beratungs-)Angeboten den Herausforderungen am Ausbildungsmarkt gerecht zu werden.
Bei der Identifizierung des Fachkräfte- und Qualifizierungsbedarfs spielt ein breit aufgestelltes Monitoring auf kommunaler Ebene eine wichtige Rolle. Vor dem Hintergrund kommunal ausgerichteter Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird im Beitrag die neue bundesweite Fachstelle „Fachkräftesicherung/Bildung im Strukturwandel“ (FaBiS) vorgestellt und ihre Verankerung im Fachnetzwerk der Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement beschrieben.
Der Beitrag beschreibt die Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe (GES-Berufe) anhand von drei Merkmalen, die Aufschluss über die Anforderungen, das gesellschaftliche Ansehen sowie die Gratifikationen dieser Ausbildungsberufe geben. Zur besseren Einordnung werden sie mit Berufsmerkmalen dualer Ausbildungsberufe verglichen.
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