Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) erweitert seit März 2020 die Möglichkeiten zur Einwanderung für internationale Fachkräfte. Ausgebaut wurden auch die Möglichkeiten, zur Berufsausbildung nach Deutschland zu kommen. Die rechtlichen Regelungen sind nun in ihrer Umsetzung zu betrachten: Welchen Herausforderungen begegnen Auszubildende und Ausbildende und welche Möglichkeiten der Optimierung gibt es?
Beim Verkauf komplexer Technologien an ausländische Unternehmen spielt die Qualifizierung der dortigen Fachkräfte eine entscheidende Rolle. Ausbildende Ingenieurinnen und Ingenieure, die ausländische Fachkräfte mit neuen Technologien vertraut machen sollen, bringt dies jedoch in ein Dilemma: Sie sollen hochspezialisiertes Fachwissen vermitteln, ohne dabei Betriebsgeheimnisse zu verraten. Eine an der ENSTA Bretagne in Auftrag gegebene Studie beschreibt dieses Dilemma und benennt Anforderungen an die Qualifizierung ausbildender Ingenieurinnen und Ingenieure, um diese Gratwanderung besser bewältigen zu können.
Der fundamentale ökonomische Wandel der vergangenen Jahrzehnte hat zu grundsätzlichen Veränderungen im Wechselverhältnis von räumlicher Mobilität und Qualifikation geführt. Im Beitrag werden dessen Bedingungen, Formen und Folgen skizziert. Die großen Massenwanderungen des 19. und 20. Jahrhunderts waren gekennzeichnet durch die Bewegung von Menschen mit geringen Qualifikationen, die als 'billige' und 'willige' Arbeitskräfte standortgebundene natürliche Ressourcen erschlossen und nutzten. Auch wenn sich beobachten lässt, dass Migration nicht selten mitdem Erwerb von Qualifikationen verbunden war, blieb der Wissenstransfer durch die Bewegung von Spezialisten im Umfang gegenüber den Massenwanderungen unqualifizierter Arbeitskräfte marginal. Seit dem Zweiten Weltkrieg aber ist angesichts des beschleunigten wirtschaftlichen Strukturwandels sowie der zunehmenden Professionalisierung und Spezialisierung in den verschiedensten Erwerbsbereichen die Bedeutung des Erwerbs von Qualifikationen erheblich gestiegen.
Die demografische Entwicklung und der Trend zur Akademisierung sorgen neben weiteren Gründen für eine zunehmend schwierige Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Unternehmen orientieren sich daher bei der Bewerbersuche Richtung Ausland. Umgekehrt interessieren sich junge Menschen weltweit für einen Ausbildungsplatz in Deutschland. Der Beitrag beschreibt, wie der Bildungsdienstleister SPA ausländische Auszubildende und deutsche Betriebe dabei unterstützt, zueinander zu finden.
Der Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeit erfordert gut qualifizierte Fachkräfte, gerade auf mittlerer Qualifikationsebene. Bereits heute zeigen sich jedoch Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen und Berufen. Gleichzeitig nehmen Hinweise zu, dass ein erhebliches Potenzial an Fachkräften nicht genutzt wird. Entgegen dem Trend, den Fachkräftemangel zu beklagen, richtet diese BWP-Ausgabe den Blick auf Fachkräftepotenziale und geht der Frage nach, was heute zu tun ist, um Potenziale durch passgenaue Aus- und Weiterbildung, mehr qualifizierte Zuwanderung und zielführende Integrationsprozesse besser zu erschließen.
Das Aus- und Weiterbildungspersonal in Betrieben nimmt bei der Fachkräftequalifizierung eine zentrale Position ein. Umso wichtiger ist ihre eigene qualitätsgesicherte Qualifizierung. Die Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung (DEQA-VET) entschied daher, zu diesem Thema die Meinung internationaler Peers einzuholen. Konzept, Ablauf und erste Ergebnisse aus diesem EQAVET Peer Review werden im Beitrag vorgestellt.
ESCO ist ein europäisches Transparenzinstrument, das mit dem Hauptziel entwickelt wurde, die europaweite Vergleichbarkeit und Darstellung von Berufen, Kompetenzen und Qualifikationen zu verbessern. Es bildet eine zentrale Unterstützungsfunktion für das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Bedeutung ESCO darüber hinaus für die Berufsbildung hat. In einem Ländervergleich zwischen Deutschland und Irland zeigen sich dabei Unterschiede in der Umsetzung und Bewertung dieses Instruments. Gemeinsamkeiten bestehen dahingehend, dass Nutzungspotenziale und der Nutzen dieses Instruments bislang primär im Bereich des Arbeitsmarkts und weniger im (Berufs-)Bildungsbereich gesehen werden.
Monitorings sind ein wichtiger Baustein für eine evidenzbasierte Berufsbildungspolitik. Die regelmäßige Erhebung von Kennzahlen zum Berufsbildungssystem liefert wertvolle Impulse für bildungspolitische Entscheidungen. Doch inwiefern wird dabei die Perspektive der Auszubildenden berücksichtigt? In diesem Beitrag wird vorgestellt, wie in den drei Ländern die Perspektive der Auszubildenden durch Befragungen systematisch erfasst wird. Dabei werden deutliche Unterschiede zwischen den Ansätzen der Vergleichsländer sichtbar.
In Deutschland leben 21,2 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Sie alle bringen ihre eigenen Kompetenzen, Erfahrungen und Erwartungen mit. Im Einwanderungsland Deutschland treffen sie auf unterschiedliche Rahmenbedingungen, die ihre gesellschaftliche Teilhabe und ihre Integration in Bildung und Beruf erleichtern oder erschweren können. Als Integrationsbeauftragte der Bundesregierung steht Reem Alabali-Radovan für gleiche Ausbildungschancen für alle Jugendlichen, Integrationskurse für alle Eingewanderten und Geflüchteten, mehr Einbürgerungen und eine starke Haltung gegen Rassismus. Wie sie diesen Anspruch in ihrem Amt einlöst, erläutert sie in diesem Interview.
Der beruflichen Ausbildung wird für eine gelingende berufliche Integration von jungen Geflüchteten eine zentrale Bedeutung zugeschrieben. Vorliegende Befunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen auf, dass die Länder trotz Gemeinsamkeiten in der Ausgestaltung der Berufsausbildungssysteme unterschiedliche Wege in der Unterstützung der Integration geflüchteter Personen gehen. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen dabei die Phasen der Ausbildungsvorbereitung und des Zugangs in Ausbildung.
Die Aufnahme einer Beschäftigung ist ein elementarer Bestandteil der gesellschaftlichen Teilhabe von Zugewanderten in Deutschland. Damit eine nachhaltige Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt gelingen kann, ist für zugewanderte Fachkräfte die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Qualifikationen ein wichtiger Schritt. Anhand von Daten aus dem mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung pilotierten Anerkennungszuschuss wird aufgezeigt, welche Rolle zudem herkunfts- und berufsbezogene Merkmale für die Beschäftigungschancen von Zugewanderten spielen, die ein Anerkennungsverfahren absolviert haben.
Frühe Elternschaft oder Zuwanderung, körperliche Beeinträchtigung oder Leistungssport, es kann viele individuelle Gründe für eine Ausbildung in Teilzeit geben. Für eine zeitliche Flexibilisierung der Ausbildung legt das Berufsbildungsgesetz seit 2005 die rechtlichen Grundlagen fest. Mit dem Berufsbildungsmodernisierungsgesetz (BBiMoG) vom 12.12.2019 wurden diese neu geregelt. Auf Basis der Berufsbildungsstatistik wird im Beitrag untersucht, ob sich bei der Nutzung der Teilzeitoptionen in der Ausbildungspraxis erste Effekte der Neuregelung zeigen.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.