In Afghanistan gibt es eine unregulierte informelle Lehrlingsausbildung, die auf traditionellen gesellschaftlichen Strukturen aufbaut. Selbstorganisation, Selbstfinanzierung und Subsidiarität liefern als Erhaltungsbedingungen betrieblicher Berufsausbildungen Leitideen für die Modernisierung dieser traditionellen Lehrlingsausbildung in Afghanistan. Der Beitrag beschreibt die aktuelle Situation und erläutert Chancen und Risiken beim Aufbau eines modernen Berufsbildungssystems.
Erfahrungswissen und erfahrungsgeleitetes Arbeiten sind Kompetenzen, die insbesondere mit Berufen, die einen stofflich Bezug haben (wie z.B. in den Berufen aus dem Berufsfeld Metalltechnik), in Verbindung gebracht werden. Derartige Möglichkeiten für den Erwerb von Erfahrungswissen in Berufen mit einem abstrakten Gegenstandsbezug, wie sie die IT-Berufe aufweisen, sind noch weitgehend unbekannt. Im Rahmen des Modellversuchs ELA.IT wird u.a. untersucht, in welcher Weise in den IT-Berufen ein erfahrungsgeleitetes Arbeiten erforderlich ist und wie innerhalb der Erstausbildung für Fachinformatiker/innen der Erwerb entsprechender Kompetenzen unterstützt werden kann. Der Beitrag geht der Frage nach, ob und wie Erfahrung das berufliche Handeln und Können von IT-Fachkräften beeinflusst. Ergebnisse und Lösungsansätze des Modellversuches zeigen, dass Vollständigkeit und Wiederholung von Handlungsvollzügen sowie Interaktion mit dem Referenz-Handlungsfeld der IT-Facharbeit für die Kompetenzentwicklung und Selbstverständigung bereits in der Ausbildung entscheidend sind. Didaktische Konzepte, welche berufliche Handlungsfähigkeit in der Wissensgesellschaft induzieren wollen, müssen zudem Selbstorganisation und informelles Lernen berücksichtigen. Es werden vor allem offene Lern- und Organisationsformen benötigt, die erfahrungsbezogene und selbst organisierte Lernprozesse zulassen. Ein im Modellversuch erprobtes Beispiel hierfür ist der IT-Point.
Der Beitrag stellt Konzepte und Ergebnisse eines BIBB- Modellversuches vor ("Qualifizierung zu Selbstmanagement und berufsbiographischer Flexibilität in der Aus- und Weiterbildung"), dessen Ziel die Förderung der Kompetenz von Auszubildenden und Ausgebildeten im Handwerk zur Gestaltung und Nutzung eigener beruflicher Veränderungen ist. Sie sollen lernen, Entwicklungsprozesse selbst zu gestalten. Neue Konzepte der Förderung von Lernkompetenz und Selfmarketing werden entwickelt und erprobt. Eine Besonderheit der Lerngruppe: es handelt sich um Menschen (Handwerksmeister, Gesellen, Auszubildende) mit unterschiedlichem Alter und unterschiedlichem berufsbiographischem Hintergrund (Wissen, Kenntnisse und Erfahrungen) - eine bisher untypische Zielgruppe für Angebote zur Förderung und Entwicklung von Kompetenzen der Laufbahngestaltung.
Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, vor denen sowohl Deutschland als auch die Niederlande stehen, ist die Notwendigkeit kontinuierlicher Qualifikations- und Kompetenzentwicklung unbestritten. Favorisiert werden in beiden Ländern Konzepte, die die Selbststeuerung und Selbstorganisation beruflicher Weiterbildung und ihre Integration in betriebliche Personal- und Organisationsentwicklungsstrategien ermöglichen. Unterschiede zwischen beiden Ländern bestehen jedoch in der Rolle des Staates im Weiterbildungssektor. Während die Weiterbildung in Deutschland weitgehend den Marktteilnehmern überlassen bleibt, ist von der niederländischen Regierung eine breite Initiative gestartet worden, um lebensbegleitendes Lernen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.
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