Die fortschreitende Digitalisierung der Produktion und des Dienstleistungsbereichs schürt die Angst vor Arbeitsplatzverlusten. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Gesamteffekt auf die Beschäftigung relativ gering ausfällt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich die Art der Arbeit grundlegend wandelt. So üben Beschäftigte mit zunehmender Anwendung digitaler Technologien anspruchsvollere Tätigkeiten aus. Die Effekte des Einsatzes digitaler Technologien werden in diesem Beitrag aus Sicht der Betriebe untersucht. Dabei wird auf Daten einer aktuellen Zusatzbefragung des BIBB-Qualifizierungspanels zurückgegriffen.
Der rasante Transformationsprozess der Berufsausbildung im Rahmen der Wiedervereinigung – gestartet mit der Übernahme des Berufsbildungsgesetzes für die DDR zum 1. September 1990 – hatte nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Berufsbildungspraxis in den neuen Bundesländern, sondern rückblickend auch weitreichende berufsstrukturelle Veränderungen zur Folge. Wie diese Entwicklungen im Hinblick auf die Tertiarisierung der dualen Berufsausbildung aussehen und welche unterschiedlichen Auswirkungen sich für Frauen und Männer in Ost- und Westdeutschland daraus ergeben, wird in diesem Beitrag untersucht.
The labour markets trends of tomorrow began yesterday. Past developments are being acted upon in order to make projections for the future. The dominant trend in terms of the supply of skilled workers is demographic development, whereas on the demand side the primary focus is on economic development. The aim of current labour market progress is to indicate which trends are currently most likely to loom large without necessarily being inevitable. Such prognoses constitute a concentrated point of focus for policy options. Where, however, do their opportunities and limits lie?
Die Arbeitsmarkttrends von morgen haben gestern begonnen. Entwicklungen der Vergangenheit werden aufgegriffen und in die Zukunft projiziert. Dominanter Trend für das Angebot an Arbeitskräften ist die demografische Entwicklung. Auf der Bedarfsseite ist es in erster Linie die Wirtschaftsentwicklung. Aktuelle Arbeitsmarktprognosen sollen aufzeigen, welche Trends sich zur Zeit am wahrscheinlichsten, aber nicht unabwendbar für den Arbeitsmarkt abzeichnen. Sie sind ein Brennglas für politische Handlungsoptionen. Wo liegen aber die Möglichkeiten und Grenzen solcher Arbeitsmarktprojektionen?
Dem dualen System der Berufsausbildung in Deutschland wird häufig attestiert, dass es den Sprung in die Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft nicht geschafft habe und dem Produktionsbereich zu starr verhaftet sei und aufgrund ihrer Integration in den Arbeitsprozess gegenüber der höheren Allgemein- und wissenschaftlichen Bildung immer weiter ins Hintertreffen gerate. Der Aufsatz untersucht auf der Grundlage von Ergebnissen empirischer Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), ob die Strukturen des dualen Systems tatsächlich noch den historischen Ursprüngen entsprechen. Die Ergebnisse belegen, dass mit dem Bedeutungszuwachs des Dienstleistungsbereichs zunächst eine Schwächung der betrieblichen Ausbildung verbunden war. Inzwischen hat sich die duale Ausbildung deutlich hin zur Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. Nachholbedarf gibt es bei den stärker wissensorientierten Dienstleistungsberufen. Hier ist es besonders wichtig, die Diskussion nicht auf einen Konkurrenzaspekt zur Hochschulbildung zu verengen.
Neue Ausbildungsberufe im Dienstleistungsbereich sollen Ausbildungsplätze in Bereichen erschließen, die traditionell bisher wenig oder in anderer Form ausbilden. Aus diesem Grund wurden im BIBB in den letzten Jahren eine Reihe von Ausbildungsberufen für den Dienstleistungssektor entwickelt. Ziel eines Forschungsprojektes des BIBB ist es nun, Strategien zur erfolgreichen Implementation solcher Ausbildungsberufe zu erschließen. Die Implementation wurde exemplarisch untersucht anhand des Automobilkaufmanns und der Berufe Kaufmann im Gesundheitswesen, Veranstaltungskaufmann und Sport- und Fitnesskaufmann. In einem ersten Schritt werden die am Prozess beteiligten Akteure und Implementationsträger zu ihren Erfahrungen bei der Einführung ausgewählter neuer Berufsbilder in die Praxis befragt. Eine Zielgruppe der Befragung sind die Auszubildenden selbst, die aus ihrer Perspektive die Implementation beschreiben und bewerten sollen. Erstes Fazit der Untersuchung: Das Ansehen der Ausbildungsberufe wird von den angehenden Kaufleuten zum großen Teil positiv bewertet, trotzdem wägen sie die Weiterempfehlung der Berufe eher ab, denn insbesondere bei der Umsetzung der Ausbildungsinhalte in die betriebliche Praxis gibt es kritische Stimmen.
Über den Einfluss verkürzter bzw. gestufter Ausbildungsgänge auf Qualität und Quantität des betrieblichen Ausbildungsplatzangebots wird gegenwärtig wieder einmal zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaftern heftig gestritten. Bieten sie nicht nur schwer vermittelbaren Jugendlichen adäquate Qualifizierungschancen, sondern auch der Wirtschaft Möglichkeiten, den von ihr beklagten Qualifikationsdefiziten vor allem im Dienstleistungsbereich wirkungsvoll zu begegnen? Oder bedeuten sie eine arbeitsmarkt- und berufsbildungspolitisch falsche Weichenstellung, die sowohl die Herbeiführung gleicher Bildungschancen für alle Jugendlichen als auch die Bereitstellung zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze zur Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs negativ beeinträchtigt?
Viele kleine und mittlere Betriebe mit einem hohen Spezialisierungsgrad stehen vor dem Problem, nicht den vollen Umfang der Ausbildungsinhalte abdecken zu können, verfügen aber in den neuen Technologien oder im Dienstleistungsbereich häufig über ein hohes Qualifikationspotenzial. Deshalb ist es sinnvoll, sie durch geeignete Fördermassnahmen für die Schaffung von Ausbildungsplätzen in einem Ausbildungsverbund zu gewinnen. Im Rahmen eines BIBB-Forschungsprojekts sind Verbundbetriebe und - koordinatoren befragt worden nach den Anlässen für eine Verbundgründung, den Einflussfaktoren für eine gute Zusammenarbeit im Verbund und den Vor- und Nachteilen der Verbundausbildung. Die Befunde belegen die hohe Wertschätzung für die Verbundausbildung bei den Akteuren und dass in der Förderpraxis wie im laufenden Verbundbetrieb nur wenige Probleme auftreten. Ihr Anteil an Ausbildungsplätzen ist insgesamt mit bundesweit rund 2 Prozent jedoch sehr gering; hier besteht nach wie vor ein grosses Potenzial an hochwertigen betrieblichen Ausbildungsplätzen, dessen Erschliessung noch nicht ausgeschöpft ist.
Geregelte Aufstiegsfortbildung ist für den Aufstieg der Absolventen des dualen Systems zu mittleren und Fach- und Führungskräften auch bei Expansion der Hochschulabschlüsse eine entscheidende und zukunftsträchtige Basis. Jedoch sind die bisher für diesen Aufstieg erforderlichen Kompetenzen im Projektmanagement, für Führungsaufgaben, Aufgaben der Gestaltung betrieblicher Kommunikation und Kooperation und für strategische Aufgaben in der traditionellen Aufstiegsfortbildung noch zu wenig verankert gewesen. Neue Zielgruppen wie Abiturienten, Studienabbrecher, Hochschulabsolventen stellen zudem die Aufstiegsfortbildung vor weitere Herausforderungen und eröffnen ihr neue Möglichkeiten. Der Beitrag stellt die ordnungspolitisch wichtigsten Ergebnisse einer Untersuchung für die kaufmännische Aufstiegsfortbildung mit Schwerpunkt Fachwirt in den Dienstleistungsbranchen vor und gibt einen Ausblick auf die Perspektiven. Generell wurde festgestellt, dass die Aufstiegsfortbildung für die Professionalisierung der mittleren Fach- und Führungsfunktionen sowie die Qualifikationsversorgung des unternehmerischen Mittelstandes vielen Unternehmen nicht bewusst ist. Ein gezieltes Marketing für das Produkt Aufstiegsfortbildung sei erforderlich und Ziel und Qualität der Aufstiegsfortbildung besser auf die Situation dieser Zielgruppe auszurichten. Ihre Förderung erfordere öffentlich-rechtlich geregelte Abschlüsse; hier müsse die Ordnungsarbeit verstärkt ansetzen.
Der Beitrag untersucht, ob die neuen Dienstleistungsberufe zur Schaffung weiterer Ausbildungsplätze beitragen und inwieweit traditionelle Ausbildungsberufe dadurch substituiert werden. Grundlage sind Ergebnisse einer Untersuchung der neuen Ausbildungsberufe Automobilkaufmann, Fachfrau für Systemgastronomie, Kaufmann für audiovisuelle Medien und Fachangestellte für Medien und Informationsdienste, die auch Erkenntnisse zu Substitutionseffekten traditioneller Ausbildungsberufe brachte. Die Ergebnisse belegen keine Substituierung traditioneller Berufe; durch die neuen Dienstleistungsberufe wurden zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen, da vor allem kleine und mittlere Betriebe für eine Ausbildung in den vier Dienstleistungsberufen gewonnen werden konnten.
Die auf dieser Website öffentlich zugänglich gemachten Dokumente – einschließlich dazugehöriger Daten wie z.B. Bilder, Grafiken und Multimedia-Dateien – sind urheberrechtlich geschützt. Verantwortlich für die Inhalte sind die jeweiligen Autoren. Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen grundsätzlich nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (§ 53 UrhG). Die gesetzlich erlaubten Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen (§§ 60a ff. UrhG), insbesondere zum Zwecke der nicht kommerziellen wissenschaftlichen Forschung, bleiben davon unberührt. Darüber hinaus sind Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers mit Quellenangabe gestattet. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung und Archivierung der Dokumente auf elektronischen Datenträgern oder auf einem anderen Server. Die Benutzer/-innen sind für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und können bei Missbrauch haftbar gemacht werden.