Über die Integration von Asylsuchenden in Berufsbildung und Beschäftigung ist aufgrund der fehlenden Datenlage für Deutschland bislang wenig bekannt. In der neuen IAB-SOEP-Migrationsstichprobe werden unter anderem auch Personen befragt, die als Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind und denen es gelungen ist, in Deutschland zu bleiben. Der Beitrag geht der Frage nach, was diese Personengruppe kennzeichnet und welche Faktoren ihre Integration in den deutschen Arbeitsmarkt begünstigen. Vorangehende Untersuchungen haben gezeigt, dass Investitionen in Bildung und Spracherwerb in Deutschland eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind. So wird ebenfalls untersucht, in welchem Maß diese Investitionen wiederum mit dem Bildungsniveau der Asylsuchenden zusammenhängen.
Meldungen über wachsende Aufwendungen der Unternehmen für die Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter kennzeichnen die 80er und 90er Jahre. Wieviel Zeit und Geld Privatpersonen für ihre Weiterbildung aufwenden, war bis heute unbekannt. Die Bereitschaft von Privatpersonen, Kosten für die berufliche Weiterbildung selber zu tragen, ist von einer Vielzahl sozioökonomischer Faktoren abhängig. Die Wirkung solcher Faktoren auf Kosten und Nutzen beruflicher Weiterbildung steht im Mittelpunkt des Beitrages. Grundlage für diese Analyse ist eine Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung zu "Individuellen Kosten und Nutzen beruflicher Weiterbildung". Die Auswertung der Befragungsergebnisse zeigte, dass wachsende Teilnehmerzahlen in der beruflichen Weiterbildung als Ausdruck einer allgemeinen positiven Grundeinstellung gegenüber Bildungsmaßnahmen gesehen werden kann. Neben den Aufwendungen der Wirtschaft leisten die Teilnehmer einen erheblichen Eigenbetrag für ihre berufliche Qualifizierung. Die Vorstellung von eher geringen Ausgaben, die die einzelnen zu tragen haben, muß angesichts der ermittelten individuellen Kosten beruflicher Weiterbildung revidiert werden. Hinter den allgemeinen Durchschnittskosten für Weiterbildung je Teilnehmer von 1053 DM (West) und 848 DM (Ost) verbergen sich oft unterschiedliche Eigenbeiträge. So investierte z.B. durchschnittlich jeder einzelne aus der Gruppe der Facharbeiter nach seinen Angaben 75 (West) bzw. 65 Prozent (Ost) eines monatlichen Nettoeinkommens 1992 in seine Weiterbildung.
Das Fernstudium der DDR bietet besonders günstige Voraussetzungen für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit. ln den fünfundzwanzig Jahren seines Bestehens wurde das Fernstudium mehr und mehr ins Bildungssystem der DDR integriert. Die allgemeine Annahme, daß das Fernstudium als neue Bildungsform eine Übergangserscheinung sei und nach Deckung des Nachholbedarfs wieder verschwinden würde, hat sich nicht bestätigt. Im Beitrag werden die bildungspolitischen Absichten des Staates, die Organisationsstrukturen und die sich für Teilnehmer ergebenden Probleme vorgestellt.
Betriebliche Weiterbildung ist gleich in zweierlei Hinsicht von Bedeutung: zum einen ist sie ein wichtiges Instrument für Betriebe, um ihren Qualifikationsbedarf zu decken, zum anderen leistet sie einen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter/-innen. Allerdings ist die Teilnahme an Weiterbildung ungleich verteilt. Dabei spielen auch Faktoren auf betrieblicher und institutioneller Ebene eine Rolle. Im Beitrag wird mit den repräsentativen Daten des BIBB-Betriebspanels zu Qualifizierung und Kompetenzentwicklung (BIBB-Qualifizierungspanel) untersucht, ob Weiterbildungsvereinbarungen die Weiterbildungsteilnahme für Beschäftigte steigern und ob dies für alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen gilt.
Bei der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften stehen Betriebe aktuell vor großen Herausforderungen. Betriebliche Ausbildungsplätze bleiben zunehmend unbesetzt, stattdessen gewinnen berufsqualifizierende Studiengänge an Bedeutung. Eine große Anzahl erfahrener Fachkräfte wird in den nächsten Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden und mit ihnen viel berufliches Erfahrungswissen. Gleichzeitig sorgt der technologische und ökologische Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft (Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Green Economy) für eine hohe Dynamik. Wie reagieren Betriebe auf diese Herausforderungen? Welchen Stellenwert haben für sie Investitionen in die berufliche Qualifizierung und Kompetenzentwicklung ihrer Beschäftigten? Welche Strategien verfolgen sie dabei und welche Faktoren beeinflussen sie in ihren Entscheidungen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser BWP-Ausgabe.
Der Arbeitsmarkt und das Berufsbildungssystem sind durch eine Reihe von gegenläufigen Entwicklungen gekennzeichnet. Die wichtigsten Faktoren stehen im Mittelpunkt des Beitrags. Nach einem Überblick über die zentralen Herausforderungen und aktuellen Trends werden Entwicklungen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt skizziert und daraus resultierende Veränderungen für Betriebe dargelegt. Eine Lösung sehen die Autoren neben einer verbesserten Berufsorientierung, die mehr junge Menschen auf dem Weg in eine Berufsausbildung unterstützt, in Reformen der beruflichen Erstausbildung, die zu einer Erhöhung der Anpassungsgeschwindigkeit beitragen können.
Der Beitrag befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Regionen und Ausbildung. Es wird einerseits aufgezeigt, dass nicht alle Merkmale einer Region gleichermaßen wichtig sind, wenn es darum geht zu erklären, was Ausbildungswünsche und -chancen von jungen Menschen beeinflusst. Andererseits wird dargelegt, dass regionale Merkmale nicht für alle jungen Menschen gleichermaßen wichtig sind und ihre Wirkung mit soziodemografischen oder persönlichen Eigenschaften variieren. Der Beitrag zielt darauf ab, Forschung und Praxis für diese selektive Bedeutung von regionalen Merkmalen für Ausbildungswünsche und -chancen zu sensibilisieren, um mit zielgruppenspezifischen (Beratungs-)Angeboten den Herausforderungen am Ausbildungsmarkt gerecht zu werden.
Die Aufnahme einer Beschäftigung ist ein elementarer Bestandteil der gesellschaftlichen Teilhabe von Zugewanderten in Deutschland. Damit eine nachhaltige Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt gelingen kann, ist für zugewanderte Fachkräfte die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Qualifikationen ein wichtiger Schritt. Anhand von Daten aus dem mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung pilotierten Anerkennungszuschuss wird aufgezeigt, welche Rolle zudem herkunfts- und berufsbezogene Merkmale für die Beschäftigungschancen von Zugewanderten spielen, die ein Anerkennungsverfahren absolviert haben.
In seinem Beitrag in der Rubrik "Wiederentdeckt - neu gelesen" widmet sich der Autor einem Aufsatz von Ursula Hecker, aus dem Jahr 1982: Aus der BIBB/CEDEFOP-Untersuchung „Zur Bildungs- und Berufssituation ausländischer Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland“.
Im Jahr 1982 sah die Gesellschaft der Bundesrepublik und ihr Umgang mit aus dem Ausland zugezogenen Personen ganz anders aus als heute. Auch waren empirische Studien und Befragungen von Personen und Betrieben noch selten. Ein Blick auf den Artikel von Ursula Hecker aus eben diesem Jahr ist eine gute Gelegenheit zu überprüfen, was wir bereits damals über die Faktoren wussten, die zu einer gelingenden Integration von Zugezogenen in den deutschen Arbeitsmarkt beitragen. Außerdem wird anhand der Studie deutlich, wie viel mehr wir heute dank neuer Methoden und Daten über diesen Forschungsgegenstand wissen und wie enorm sich die deutsche Migrations- und Integrationspolitik verbessert hat.
21,2 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte lebten im Jahr 2023 in Deutschland. Wie gestaltet sich im Einwanderungsland Deutschland die Integration dieser Menschen? Und welchen Beitrag leistet dazu die berufliche Bildung?
Hierzu werden in dieser BWP-Ausgabe Forschungsergebnisse und Praxiskonzepte vorgestellt. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf die jungen Menschen, die seit 2015/16 Zuflucht in Deutschland gesucht haben. Betrachtet werden ihre Zugänge in berufliche Aus- und Weiterbildung, hinderliche und förderliche Faktoren der Teilhabe sowie Maßnahmen zur Integrationsförderung.
Die Beiträge liefern Zahlenmaterial, das Grundlage für eine sachliche Diskussion des bislang Erreichten und der noch bestehenden Herausforderungen ist, Integration in und durch berufliche Bildung nachhaltig zu fördern.
Vor dem Hintergrund aktueller Durchbrüche beim maschinellen Lernen und der neu entfachten Debatte um die Ersetzbarkeit menschlicher Arbeit wird mit Daten des BIBB-Betriebspanels zu Qualifizierung und Kompetenzentwicklung untersucht, inwieweit in den letzten Jahren die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) durch Betriebe in Deutschland zugenommen hat und in welchen Betrieben KI besonders häufig genutzt wird.
Damit Jugendliche den Übergang von der Schule in den Beruf gut bewältigen können, wird eine Reihe pädagogischer Angebote über einen längeren Zeitraum bereitgestellt. Welchen Beitrag diese pädagogischen Angebote, d. h. die Lerngelegenheiten der schulischen Berufsorientierung, im Einzelnen leisten, ist nicht vollumfänglich bekannt. Im Beitrag wird eine Studie vorgestellt, die langfristige Wirkungen ausgewählter Lerngelegenheiten auf relevante Dimensionen erfolgreicher beruflicher Entwicklung untersucht. Demnach erweisen sich informelle Gespräche, die Jugendliche beispielsweise mit Eltern und Freunden führen, auch auf lange Sicht als besonders förderlich für die berufliche Entwicklung, während standardmäßig genutzte Lerngelegenheiten wie z. B. Betriebspraktika oder Potenzialanalysen keine langfristigen Effekte zeigen.
Der Wahl eines passenden Berufs geht ein komplexer Orientierungs- und Entscheidungsprozess voraus. Um die Berufswahlkompetenz der jungen Menschen zu stärken und ihr Berufswahlspektrum zu erweitern, hilft es, berufsbezogene Vorstellungen der Jugendlichen und Einflussfaktoren auf ihre Berufswahl zu reflektieren sowie praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt zu ermöglichen. Doch wie kann dieser Prozess am Übergang von Schule in Ausbildung erfolgreich gestaltet werden? Welche Instrumente und Rahmenbedingungen erweisen sich dabei als förderlich?
In dieser BWP-Ausgabe geht es um die Frage der Wirksamkeit von Ansätzen zur beruflichen Orientierung. Hierzu werden Forschungsbefunde und praktische Erfahrungen vorgestellt und kritisch reflektiert.
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