Als zentraler Bestandteil des Gesundheitssystems haben Medizinische Fachangestellte (MFA) insbesondere in der aktuellen Pandemiesituation eine hohe Systemrelevanz. Auszubildende für diesen Beruf zu gewinnen und langfristig zu halten, ist folglich ein wichtiges gesellschaftliches Ziel. Anhand von Daten einer Online-Umfrage wird in diesem Beitrag beleuchtet, welche konkreten Belastungen sich für diese Zielgruppe während der Ausnahmesituation der Corona-Pandemie ergeben und welche Rolle sie für die Arbeitszufriedenheit der Auszubildenden spielen.
Sich in Bewerbungsgesprächen erfolgreich zu präsentieren, ist vor allem für unerfahrene Bewerber/-innen eine schwierige Situation. Der Umgang mit eigenen Emotionen ist dabei ein zentraler Aspekt. Um dies zu trainieren, erforschen das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Universität Augsburg seit 2011 den Einsatz von sozialen Agenten in simulierten Bewerbungsgesprächen. Eine Herausforderung ist dabei, das Verhalten dieser Agenten möglichst realitätsnah zu gestalten und kommunizierte Emotionen durch Computersysteme zu deuten. Der Beitrag gibt Einblicke in diese Forschungsarbeiten, beleuchtet Potenziale virtueller Bewerbungstrainings und benennt abschließend Perspektiven für die weitere Forschung und Entwicklung.
Für die Arbeit mit Flüchtlingen und Auszubildenden mit Migrationserfahrung ist eine Auseinandersetzung mit sprachlichen, kulturellen und psychosozialen Aspekten alltäglicher Interaktionen nützlich, um schwierigen Situationen angemessen begegnen zu können. Im Rahmen eines vom BMBF geförderten BIBB-Projekts entwickelt die Fachstelle überaus im BIBB in Zusammenarbeit mit dem Wiesbadener Bildungsträger Fresko derzeit ein Qualifizierungskonzept für betriebliche Ausbilder/-innen, das über eine reine Sprachsensibilisierung hinausgeht und den Erwerb fachlicher Kenntnisse mit der gemeinsamen Reflexion von persönlichen Erfahrungen und Bewertungen verbindet. Hintergründe, Zielsetzung und konzeptionelle Grundlagen werden im Beitrag vorgestellt.
War es bisher so, dass es zu wenige Ausbildungsplätze gab, hat sich die Situation gewendet: Derzeit klagen Betriebe immer häufiger über zu wenige oder auch „weniger geeignete“ Bewerber/-innen. In dem Zusammenhang ergeben sich neue Anforderungen an das professionelle Handeln der Ausbildenden, wie Befragungen von Ausbildungsverantwortlichen durch den Verband der Metall und Elektroindustrie in Thüringen dokumentieren. Im Modellprojekt „Professionalisierung der Ausbildungsakteure in Thüringer Unternehmen“ werden diese Handlungsanforderungen in einem Modell zur nachhaltigen Prozesskette der Berufsausbildung als sozialer Prozess im Betrieb strukturiert verortet und daraus abgeleitet Curricula für eine Qualifizierung der Ausbildenden entwickelt.
Eine Studie hat die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten durch Fort- und Weiterbildung in ausgewählten Berufsbereichen des Gesundheits- und Sozialwesens erfasst und die Arbeitsmarktrelevanz der wichtigsten Fort- und Weiterbildungsqualifikationen geprüft. Die Analyse zeigt, dass die Struktur des Fort- und Weiterbildungssystems grundsätzlich in hohem Maße durch Intransparenz gekennzeichnet ist. Vor dem Hintergrund der länderspezifischen Qualifizierungsregelungen hat sich eine äußerst problematische Qualifizierungsvielfalt entwickelt. Der Verfasser plädiert in Anbetracht dieser Situation für Bundesregelungen in der beruflichen Weiterbildung, die den Zugang, die Qualitätssicherung, die Zertifizierung sowie die Finanzierung der Weiterbildung betreffen, als einen ersten und wichtigen Schritt.
Die angespannte wirtschaftliche Situation Russlands spiegelt sich auch in der schlechten sozialen Lage breiter Kreise der Bevölkerung wider. Hiervon sind besonders alte und kranke Menschen, sozial schwache Familien sowie viele Kinder und Jugendliche betroffen. Der Beitrag informiert über ein von Deutschland unterstütztes Projekt Förderung der beruflichen Bildung in der Altai-Region. Im Mittelpunkt stehen Qualifizierungsmassnahmen im Sozial- und Altenpflegebereich.
In einer empirischen, qualitativen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Friedrich-Ebert-Stiftung wurden Erwerbstätige aus sechs verschiedenen Berufsbereichen nach typischen und wichtigen Alltagssituationen gefragt, in denen Anforderungen an soziale Kompetenz eine Rolle spielen. Die geschilderten beruflichen Alltagssituationen gliedern sich in Kontakt- und Kommunikationssituationen, Kooperationssituationen, Problemsituationen und Konfliktsituationen. Der Beitrag nennt Beispiele für typische Anforderungen an die soziale Kompetenz in den einzelnen Arbeitssituationen und diskutiert eine Definition, die Bedeutung und die Geschlechtsspezifik von sozialer Qualifikation. Der letzte Abschnitt befasst sich mit den Problemen und Möglichkeiten der Vermittlung sozialer Qualifikation in der Aus- und Weiterbildung.
Im Hintergrund des Modellversuchs steht die Situation von Auszubildenden in Ostdeutschland, die nach der Wende mit einer drastischen verschlechterten Lehrstellenlage sowie vielfältigen Umbruchserlebnissen konfrontiert sind. Verunsicherung und Orientierungslosigkeit führen häufig zu aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen, zum Teil gepaart mit rechtsextremen Ideologien. Im Rahmen des Modellversuchs soll die Berufsausbildung so gestaltet werden, dass die Gewaltneigung der Jugendlichen reduziert und alternative Umgangsformen gefördert werden. Durch das Lernen an realen Arbeitsaufgaben werden persönlichkeitsfördernde Bildungsprozesse verwirklicht, wobei der Schwerpunkt auf entdeckendem, selbstgesteuertem und kooperativem Lernen liegt. Der Beitrag beschreibt das Konzept einer Ausbildung, die persönlichkeitsfördernd und sozialintegrierend angelegt ist, und skizziert erste Ergebnisse des Modellversuchs.
Der Beitrag basiert auf einer repräsentativen Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung über die Bildungs- und Lebenssituation junger Ausländer, die 1989 in der Bundesrepublik durchgeführt wurde. Schwerpunkte der Befragung waren neben dem Bildungsverhalten, der schulischen und beruflichen Bildung sowie der beruflichen Integration Fragen der Familien- und Wohnsituation, der Freizeitgestaltung und Aufenthaltsorientierung sowie der Befindlichkeit junger Menschen ausländischer Herkunft in der Bundesrepublik. Der Beitrag stellt dar, wie die Betroffenen Ausländerfeindlichkeit und Diskrimierung erleben und welche Folgen die wahrgenommene und erlebte Diskriminierung für ihr Leben in Deutschland hat. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Wohlbefinden der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausländischer Herkunft seit dem Fall der Mauer erheblich zurückgegegangen ist.
Vor dem Hintergrund der 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes von 1993 wurden Untersuchungen zur Situation arbeitsloser Aussiedler/-innen sowie zur Angebotspraxis der Bildungsträger durchgeführt. Insgesamt haben sich die Ausgangsbedingungen für eine berufliche und soziale Integration von Aussiedlern erheblich verschlechtert. Kosteneinsparungen und die 10. Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes gefährden ihre berufliche Integration. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind besonders Angehörige von Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen sowie Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft, Akademiker und Frauen. Um den Eingliederungsprozess von Aussiedlern in die Berufs- und Arbeitswelt wirksam zu unterstützen, müsste eine langfristig angelegte Förderpolitik stabile Finanzierungsgrundlagen zur Verbesserung sprachlicher und beruflicher Fähigkeiten schaffen.
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