Das System der dualen Berufsausbildung nach BBiG/HwO ist darauf angewiesen, dass Beschäftigte in Betrieben Ausbildungsaufgaben übernehmen. Doch wie kommen die betreffenden Beschäftigten dazu? Erste Antworten auf diese bislang wenig beleuchtete Frage werden über eine an die Erwerbstätigenbefragung (ETB) 2024 anknüpfende Befragung von ausbildend tätigen Beschäftigten gesucht.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert nicht nur, was wir arbeiten, sondern auch wie. Auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 zeigt der Beitrag die aktuelle Verbreitung von KI auf dem Arbeitsmarkt. KI wird vor allem in kognitiv-analytischen und interaktiven Nichtroutinetätigkeiten genutzt und geht mit Anforderungen an Future Skills wie Probleme lösen, Wissenslücken schließen, kreativ sein oder überzeugen einher. Damit rücken im Kontext von KI neben fachlichen Anforderungen auch überfachliche Kompetenzen stärker in den Fokus. Berufliche Handlungskompetenz ist daher weiterhin gezielt zu fördern.
Beschäftigte, die im Betrieb (mit) ausbilden, sind für das Bildungssystem unverzichtbar und zugleich eine vielfach unbekannte Gruppe. Das betrifft insbesondere ihre persönlichen Dispositionen. Auf Basis von Daten aus der BIBB-BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 wird untersucht, ob sich ausbildende Beschäftigte durch besondere berufliche Ambitionen – hier die Verbesserung der Qualifikation und/oder der Position – auszeichnen. Im Ergebnis zeigt sich ein eigenständiger Zusammenhang mit der Ausbildungsfunktion. Die qualifikatorische Neigung dieser Gruppe ist dabei ausgeprägter als ihr Karriereinteresse.
Das Arbeitsmodell Homeoffice erlangt auf dem deutschen Arbeitsmarkt zunehmende Bedeutung. Was heißt das für die Arbeitsbedingungen und -anforderungen von Beschäftigten? Dieser Frage geht der Beitrag anhand von Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 nach. Gezeigt wird, inwiefern Beschäftigte, die Homeoffice nutzen, mit mehr Arbeitsautonomie und größeren Schwierigkeiten beim Abschalten von der Arbeit konfrontiert sind.
IT-Kompetenzen gehören zu den zentralen Schlüsselkompetenzen, um den (zukünftigen) Herausforderungen der Arbeitswelt gewachsen zu sein. Über die hohe Bedeutung besteht Konsens, empirisch belastbare Analysen zur Verbreitung gibt es deutlich weniger. Der Beitrag zeigt auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024, welche IT-Kompetenzen in der Arbeitswelt aktuell gefordert werden und wie sich die Kompetenzanforderungen je nach Komplexitätsgrad der Tätigkeit unterscheiden.
Gesellschaftliche Debatten um systemrelevante Berufe im Kontext der Coronapandemie haben Fragen der Wertigkeit und Wertschätzung beruflicher Tätigkeiten jenseits ökonomischer Kriterien intensiviert. Mit dem Vergleich von zwei Listen systemrelevanter Berufe verbinden wir die Beschreibung der Wertigkeit anhand von Merkmalen wie Arbeitslohn, Berufsprestige und Arbeitsbelastung mit Analysen zum Qualifikationsniveau der Beschäftigten in diesen Berufen. Mit der Frage, ob sich die Lasten oder Verantwortungen in Krisenzeiten gleichmäßig auf Beschäftigte aller Qualifikationsniveaus verteilen, möchten wir eine erweiterte Perspektive auf die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung eröffnen. Als Datengrundlage dient die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung von 2018.
Societal debates on occupations in essential work within the context of the pandemic have fuelled questions relating to the value and appreciation of occupational tasks beyond economic criteria. We compare two lists of essential occupations in order to describe their valuation on the basis of characteristics such as wages, prestige and workload together with an analysis of the qualification levels of employees in these occupations. Our aim is to widen the perspective on the equivalence of general and vocational education by addressing the question as to whether burdens or responsibilities are distributed evenly across workers at all qualification levels in times of crisis. The 2018 BIBB/BAuA Employment Survey serves as our database.
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Infografik
Christian Ebner; Sabine Krüger; Daniela Rohrbach-Schmidt
Im langfristigen Trend kann in Deutschland eine beträchtliche Zunahme von Studienanfängerinnen und -anfängern beobachtet werden. Der vorliegende Beitrag analysiert den Wert von Berufen, die ein Studium erfordern, im Vergleich zu Berufen, die typischerweise den Abschluss einer Berufsausbildung, eine Aufstiegsfortbildung oder gar keine formale Berufsqualifikation verlangen. Die (Un-)Gleichwertigkeit dieser Berufe wird auf Basis von Lohn und Ansehen untersucht. Beide Dimensionen spielen bei der individuellen Berufswahl und Arbeitsmotivation, aber auch bei betriebsseitigen Stellenbesetzungen eine Rolle.
Frauenberufe bezeichnen Berufe, die einen sehr hohen Frauenanteil aufweisen. Die Löhne in Frauenberufen sind im Durchschnitt geringer als in typischen Männer- oder Mischberufen, in denen Frauen nicht dominieren. Ob sich der durchschnittlich einkommensmindernde Effekt eines Frauenberufs je nach Qualifikationsniveau und je nach fachlicher Ausrichtung des Berufs unterscheidet, wurde jedoch bisher nicht ausreichend beantwortet und stellt den Fokus dieses Beitrags dar. Basierend auf der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 wird erstens untersucht, ob sich die Ausübung eines Frauenberufs unter Erwerbstätigen mit Berufsausbildung gleichermaßen auswirkt wie in der Gesamtheit aller Erwerbstätigen. Zweitens wird mit Fokus auf Erwerbstätige mit Berufsausbildung analysiert, ob alle Frauenberufe gleichermaßen geringere Löhne aufweisen oder Unterschiede in Abhängigkeit von der fachlichen Ausrichtung des ausgeübten Frauenberufs festzustellen sind.
Occupations with a very high proportion of women are designated as female-dominated occupations. Wages in female-dominated occupations are on average lower than in typical male-dominated occupations and in mixed occupations not dominated by women. Whether this average income-reducing effect of female-dominated occupations differs across educational levels and across occupational fields has not yet been analysed and forms the focus of the present article. Using the 2018 BIBB/BAuA Employment Survey, we first investigate whether the effect of female-dominated occupations is different for the group of employed persons with a vocational education and training (VET) degree than for the whole group of employed persons with all educational levels. Second, by focusing on employed persons with a VET degree, we analyse whether all female occupations are poorly paid or whether any differences arise depending on the specific field of the female-dominated occupation.
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